Das kann der Wähler im Netz erfahren

Von: Saskia Zimmer
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Online unterwegs: Die Stolberger Parteien präsentieren sich, ihre Kandidaten und politischen Forderungen sehr unterschiedlich. Foto: stock/begsteiger

Stolberg. Wahlkampf findet längst nicht mehr nur auf der Straße statt. Nachdem Politiker und Parteien schon vor langer Zeit das Fernsehen entdeckt haben, um sich medial in Szene zu setzen und um Wählerstimmen zu werben, ist der Internetauftritt zentraler Bestandteil der Werbestrategie politischer Gruppen.

Im weltweiten Netz mit seinen Ideen und Kandidaten präsent zu sein, so am Puls der Zeit zu sitzen und online zu aktuellen Ereignissen Stellung zu beziehen, ist heutzutage unverzichtbar, wenn nicht gar überlebenswichtig.

Sollte man zumindest meinen - aber wie sieht die Realität aus? Unsere Zeitung hat sich die Internetseiten der Parteien, die am 30. August bei der Kommunalwahl in Stolberg antreten, im Hinblick auf Übersichtlichkeit, Aktualität und Inhalte einmal angeschaut.

CDU: „Die CDU Stolberg für Sie in Bewegung”. So lautet der Wahlslogan der Stolberger Christdemokraten, mit dem sie die Besucher auf ihrer Seite begrüßen. In Orange-Grau präsentiert sich die Partei und setzt zwischen vielen weiteren Menüpunkten Prioritäten: An oberster Stelle wird auf die Kommunalwahlen hingewiesen. „In drei Schritten informiert” wird versprochen und unter ebenso vielen Links gibt es Informationen zu den Ratskandidaten, dem Bürgermeisterkandidaten Paul M. Kirch und dem Leitbild. Neben den jeweiligen Stadtratskandidaten für die einzelnen Wahlbezirke werden auch diejenigen für den Städteregionstag vorgestellt. Jeder mit kleinem Foto und kurzen persönlichen Angaben. Ein genaueres Bild können sich die Bürger von Paul. M. Kirch machen. Ausführlich stellt er sich, seine Arbeit und seine Ziele vor. Das Leitbild „Generationengerechtes Stolberg” ist als pdf-Dokument hinterlegt. Unter dem Menüpunkt „Aktuelles” sind hauptsächlich nur Zeitungsartikel zu finden. Der neueste Eintrag (vom 7. Juli) weist auf die Ketsch-Party der Jungen Union hin.

SPD: Mit drei Köpfen werben die Stolberger Sozialdemokraten für sich. Bürgermeisterkandidat Ferdi Gatzweiler, Bundestagskandidat Martin Peters und Städteregionsratkandidat Uwe Zink lächeln an prominenter Stelle von der Internetseite. Und von ihrem Banner aus ist man nur einen Klick entfernt von den persönlichen Seiten, auf denen sich die Politiker vorstellen. In der Mitte der übersichtlich gestalteten Seite befinden sich Berichte über und Stellungnahmen zu aktuellen Themen und Ereignissen in Stolberg (letzter Eintrag 6. Juli). Alles unter dem Motto „Stark für ...” - unter anderem „...Jugend und Jugendfreizeit” oder „...Vicht und Zweifall”. Zwischen den Menüpunkten auf der linken Seite gibt es auch einen Verweis auf die Kommunalwahl 2009. Nach Wahlkreisen aufgelistet findet man dort alle Ratskandidaten mit Foto, Adresse, E-Mail-Kontakt und viele sogar mit Telefonnummer.

FDP: Mit einem kurzen Grußwort des Fraktionsvorsitzenden und Bürgermeisterkandidaten Bernd Engelhardt sowie des Stadtverbandsvorsitzender Dr. Ralf van der Brück heißen die Stolberger Liberalen die Besucher auf Ihrer Seite willkommen. Sonst bietet die Startseite nichts. In der Menüleiste findet man unter dem Punkt „Wahlprogramm” ein Schreiben des finanzpolitischen Sprechers der Bundestagsfraktion, Dr. Hermann Otto Solms, in dem die geforderte Steuerreform für den Bund erläutert wird. Unter „Aktuelles” sind, neben den Hinweis auf einen Videodreh der Jungen Liberalen, ausschließlich Anträge, Leserbriefe und Stellungnahmen abgedruckt, der letzte vom 11. Februar 2009. Zwar gibt es einen Menüpunkt „Wahlen” bis zum gestrigen Abend allerdings suchte man vergebens nach Informationen zu Kandidaten, politischen Forderungen oder einem Wahlprogramm für Stolberg. Wer etwas über die Arbeit der Liberalen in Stolberg erfahren möchte, muss ich mit den Anträgen der Fraktion zufrieden geben, die im Wortlaut aufgelistet sind. Das steht für den Gesamteindruck der Seite: Viel Text, unkomfortabel dargestellt und so gut wie keine Bilder. So finden wohl auch wenige Besucher den Weg ins Forum. Zwar gibt es drei Themen, dazu allerdings nur einen oder gar keinen Beitrag (alle von Februar 2008).

Grüne: Von neun Kandidaten wird man auf der Internetseite des Bündnis 90/Die Grünen begrüßt - allerdings werden die Namen der Grüßenden nicht verraten. Darunter der direkte Hinweis, dass das Wahlprogramm bald online gestellt wird. Nicht offen allerdings bleibt, dass die Grünen den SPD-Bürgermeister Ferdi Gatzweiler unterstützen. Ansonsten gibt es viele Hinweise auf Projekte und die Arbeit der Grünen in Stolberg und in der Region (letzter Eintrag 13. Juli). Bis man allerdings etwas über die Kandidaten für die Kommunalwahl findet, muss man schon ein bisschen suchen, zwischen den vielen verschiedenen und bunten Meldungen, Links und Menüs. Unter „Aktuelles” sind sie aufgelistet, allerdings nur die Namen und Wahlbezirke. Weitere Infos fehlen. Unter „Aktuelles” lässt sich auch etwas über die Arbeit und Schwerpunkte der bisherigen Fraktion finden.

UWG: Die Unabhängige Wähler Gemeinschaft fackelt nicht lang. Direkt auf der Startseite ist die Liste mit den Direktkandidaten abgedruckt. Weitere Informationen zu den einzelnen Personen erhält der interessierte Besucher allerdings nicht. Scrollt man unter „Aktuelles” weiter, findet man unter den Kandidaten einen nicht ganz aktuellen Eintrag vom 14. Oktober 2008. Etwas verwirrend: Zusätzlich zur Startseite, die mit „Aktuelles” betitelt ist, gibt es auch in der linken Menüleiste einen Punkt „Aktuelles”. Dort stellt sich unter anderem der Bürgermeisterkandidat Hans Emonds mit seinen Forderungen vor. Unter dem Menüpunkt „Wahlprogramm” sind außerdem stichwortartig neun Punkte aufgelistet, die einen Eindruck davon geben sollen, wofür die UWG steht. An mehreren Stellen auf der Seite können die Besucher unter Zuhilfenahme bunter Smileys einen Kommentar abgegeben. Anscheinend hat davon bislang aber keiner der Besucher Gebrauch gemacht. Bilder sucht man hier vergebens.

ABS: Sehr schlicht präsentiert sich die Alternative Bürgerliste. Es handelt sich hierbei um keine Homepage im klassischen Sinn, als vielmehr um einen Blog, eine Art Online-Tagebuch. Das ist dafür brandaktuell. Bert Kloubert stellt regelmäßig (letzter Eintrag 23. Juli) Berichte, Briefe, Stellungnahmen online, die auf der Startseite zu finden sind. Durch die einfach Gestaltung muss allerdings viel gescrollt werden, da alles unter einander angeordnet ist. Unter dem Menüpunkt „Kommunalwahlen” stellt die ABS ihr Wahlprogramm vor. Eine Kandidatenliste kann runtergeladen werden, sie ist nicht direkt einzusehen. Eine Vorstellung der Bürgermeisterkandidatin Yvonne Vroomen fehlt vollständig.

Die Linke: Ganz im Zeichen des Austauschs zwischen Bürger und Partei steht die neu gestaltete Internetseite der Linken. „Ihr Meinung ist uns wichtig” verspricht die Partei als aller erstes und fordert zur Teilnahme an zwei Umfragen (Gesamtschule und Parkgebühren) auf. Direkt auf der Startseite findet der Besucher das Wahlprogramm „Der bessere Weg” als Datei zum Download. Wer weiter scrollt, findet eine aktuellen Pressespiegel. Das klar strukturierte Menü links lässt schnell den Button „Kommunalwahl 2009” erkennen. Dort stellen sich der Bürgermeisterkandidat Mathias Prußeit, die Kandidaten für den Stadtrat sowie die für die Städteregion (beide mit Foto und ausführlichen Kontaktdaten) vor.

Nachtrag der Redaktion:

Die ABS des Ratsherrn Bert Kloubert ist im Netz zu finden unter
http://www.alternative-buergerliste-stolberg.de


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