„Das ist den VHS-Mitarbeitern nicht weiter zuzumuten“

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
5852179.jpg
Sitzung des Personalrates in den Räumen der Volkshochschule: Vorsitzender Michael Künzer (2. v. r.) mit seinen Stellvertretern Michael Delens, Frank Gilles, Christa Haupts und Joachim Paul (v.l.). Foto: J. Lange

Stolberg. Wenig amüsiert ist der Personalrat der Stadtverwaltung. Aus unserer Zeitung hat er erfahren, dass die Suche nach einem Kooperationspartner für die Stolberger Volkshochschule wieder eröffnet ist. Nicht zu einem Erfolg geführt hatten zuvor die Gespräche, um mit dem Helene-Weber-Haus zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.

Jetzt hat der Kulturausschuss auf Anregung der CDU den Kämmerer beauftragt, eine Partnerschaft mit der VHS Eschweiler zu sondieren.

„Wir haben uns nie Überlegungen zur Konsolidierung der städtischen Finanzen verschlossen“, markieren Vorsitzender Martin Künzer und seine Stellvertreter die Position des Personalrates. „Aber dieser Beschluss bringt das Fass zum Überlaufen“. Nicht nur deshalb, weil während der gesamten Untersuchungsphase bisher schon der Personalrat außen vor geblieben ist, sondern auch deshalb, „weil den Beschäftigten der Volkshochschule entscheidende Nachteile entstehen“, betont Michael Delens.

Mit den Sanierungsbeschlüssen zum Haushalt Ende 2011 wurde der Verwaltung der Auftrag erteilt, sich Gedanken über die Zukunft der VHS zu machen. Bis zum 30. September 2012 sollte das Konzept vorliegen, blickt Joachim Paul in die Historie.

Die Verhandlungen mit dem Helene-Weber-Haus zögerten sich hinaus, und nun ist eine neue Runde eröffnet, die die Ungewissheit für die Mitarbeiter der Volkshochschule weiter nährt. „Wir appellieren an den Stadtrat, seiner Verantwortung für die Angestellten nachzukommen“, bringt Martin Künzer das Problem auf den Punkt. „Die Beschäftigten haben lediglich befristete Verträge“, sagt der Vorsitzende. Mit Verweis auf unterschiedliche Rahmenbedingungen seien sie auch immer nur befristet verlängert worden.

Seit 2007 mit Zeitverträgen

2,7 Stellen werden bei der VHS von vier Personen ausgefüllt, einer Beamtin und drei befristeten Beschäftigten. Dies entspreche den Minimalanforderungen der gesetzlichen Aufgabe und sei durch Landes- bzw. Bundeszuschüsse gedeckt. „Aber zwei Mitarbeiter müssen seit 2007 mit Zeitverträgen leben, ein weiterer seit 2011“, verweist Künzer darauf, dass die Befristungen Ende diesen Jahres auslaufen. Die fortlaufende Befristung der Arbeitsverträge „kann dem Personal nicht mehr zugemutet werden“, sagt Künzer und vergleicht die Lage bei der VHS mit Ordnungsamt, Technischem Betriebsamt und Kämmerei. Auch dort habe der Personalrat mit Blick auf den Konsolidierungsprozess kurzzeitig befristeten Verträgen zugestimmt, „aber die sind längst in ordentliche umgewandelt worden“, grenzt Frank Gilles ab.

Darüber hinaus, so Christa Haupts, gebe es bei VHS-Mitarbeitern durchaus den Wunsch nach einer Ausweitung des Beschäftigungsumfangs. Den Bedarf dafür sieht die Personalrätin gegeben. Beispielsweise bei den Familienzentren, für die die VHS ein verlässlicher Partner bei Kreativ-, Alphabetisierungs- und Sprachkursen sei. Insbesondere in Stadtteilen mit hohem Migrationsanteil gelinge es über die VHS als konfessionslosem Anbieter Menschen zu erreichen, die anderenfalls Unterstützungsangebote und Eingliederungshilfen nicht in Anspruch nehmen würden.

„Wir würden einen Zweckverband mit Eschweiler oder anderen Kommunen nicht vom Grundsatz her ablehnen“, lässt Künzer durchblicken, aber der Personalrat fordert seine Einbindung in den Untersuchungsprozess ein. „Wir sind bisher nicht involviert worden, wir können keine Anregungen einbringen und wir können unsere Schutzfunktion für die Belegschaft nicht wahrnehmen“, appelliert Martin Künzer auch an Bürgermeister Ferdi Gatzweiler „sich vor sein Personal zu stellen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert