Das große Geld ist für Stolberg nicht in Sicht

Von: Michael Grobusch
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Die Werke von Win Braun gehören zu den wenigen im städtischen Besitz, mit denen ein höherer, das heißt vierstelliger Verkaufserlös erzielt werden könnte. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Präsente hat es am Dienstagabend im Kulturausschuss nicht gegeben - wohl aber einen Katalog. Der konnte kurz vor der Sitzung sogar in Farbe gedruckt werden, nachdem die Suche nach Objekten, die der städtischen Kunstsammlung zuzuordnen sind, zuvor abgeschlossen worden war.

Das galt schon als ein großer Fortschritt, schließlich hatten die Ausschuss-Mitglieder zuvor mehrfach moniert, dass die vorgelegten Listen stets lückenhaft und nicht nachvollziehbar gewesen seien.

Dieses Manko ist aus Sicht von Andreas Pickhardt nun behoben. „Zu 99 Prozent müsste die Liste jetzt vollständig sein. Und wenn noch ein Objekt hinzukommen sollte, kann sie ja ergänzt werden.”

Grund zur Freude sieht der Fachbereichsleiter aber dennoch wenig. Denn für den von der Politik in Erwägung gezogenen Verkauf von städtischen Kunstobjekten zur Linderung der Finanznot sieht er, so der deutliche Hinweis im Gespräch mit unserer Zeitung, - zumindest im Moment - wenig Chancen.

Stützen kann sich Pickhardt bei dieser Einschätzung auf die Prüfung eines in Aachen ansässigen Galeristen, der für die Verwaltung mit Hilfe der ihm vorgelegten Unterlagen - zu ihnen zählte auch der letzte, 1989 erstellte Katalog der Stadt - eine erste Bestandsaufnahme gemacht hat.

Die Ergebnisse sind laut Pickhardt wenig erbaulich. Demnach erlebt die Kunstwelt die „seit Jahrzehnten ungünstigste Phase zum Verkauf. Beachtung finden derzeit nur die großen Künstlernamen.”

Nun hat Stolberg durchaus überregional und international beachtete und geschätzte Maler. Aber dennoch: „Es gibt nur einige wenige Werke, die Aussicht auf einen Käufer haben. Und auch bei denen hält sich der möglicherweise zu erzielende Preis in einem überschaubaren Rahmen”, erklärt Pickhardt.

Die besagten Ausnahmen stammen von Karl-Fred Dahmen, Emil Schumacher, Win Braun und Hacky Ritzerfeld und sind fast ausnahmslos in der Burg eingelagert. Der potenzielle Erlös bewegt sich nach Aussage des Fachbereichsleiters im unteren vierstelligen Bereich und übersteigt in keinem Fall die 5000-Euro-Grenze.

Doch nicht nur das: „Kaum ein Händler wird ein solches Werk in Kommission nehmen.” Woraus die Frage resultiert, welche alternativen Verkaufsmöglichkeiten es geben könnte. „Wir müssen aufpassen, dass die Angelegenheit nicht einen Flohmarkt-Charakter erhält”, warnt Pickhardt. Und noch einen Aspekt bringt er zur Geltung: „Bei 90 Prozent der Werke würden die Kosten einer richtigen Expertise den Wert übersteigen.”

Ohnehin zeigte sich der Fachbereichsleiter im Gespräch mit unserer Redaktion wenig überzeugt von der Idee eines Verkaufs. „Wenn man das Ganze in Relation setzt zu den vielen Arbeitsstunden, die in der Verwaltung aufgebracht werden mussten und müssten, habe ich da so meine Bedenken.”

Zustimmung fand derweil im Kulturausschuss der Vorschlag der Verwaltung, den Aachener Galeristen mit einer Begutachtung der Kunstwerke vor Ort zu beauftragen. In diesem Zuge wird der Fachmann dann auch eine zumindest grobe Werteinschätzung für alle Objekte vornehmen.

Die Ergebnisse sollen dem Ausschuss in seiner nächsten Sitzung am 22. März vorgelegt werden. Doch bis dahin dürfte das Thema wohl kaum ruhen. „Ich bin mir sicher, dass wir zwischenzeitlich auch weitere Gespräche auf interfraktioneller Ebene führen werden”, so Pickhardt.

Weitere Fundstücke in mehreren Schulen

Bei der Suche nach dem Verbleib städtischer Kunstwerke ist die Verwaltung in mehrere Schulen fündig geworden. Gemälde wurden laut Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt in der Grundschule Prämienstraße, der Hauptschule Kogelshäuserstraße und im Ritzefeld-Gymnnasium entdeckt.

Als vergleichsweise wertvoll werden Bilder aus der Hauptschule eingeschätzt, die von Karl-Fred Dahmen gemalt wurden.

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