Das gab´s nie: ein schwedisches Dreigestirn!

Von: Heike Eisenmenger
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Bester Schweden-Import: das Dreigestirn der „Vennkatzen” mit Cary I. (Karphammar), Bauer Frank (Falter) und Jungfrau Johan (Jansson), hier mit Mundschenk Siggi Schwarz (li.) und Pippi Langstrumpf. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Venwegen. Die Sensation war perfekt: Ein schwedisches Dreigestirn regiert „De Vennkatze”! Am Freitag wurde das Geheimnis gelüftet, dass ein „schwedischer Direktimport” den Thron der Venwegener Karnevalsgesellschaft besteigt. Damit gibt die Karnevalsgesellschaft des urigen Örtchens dem Gedanken eines vereinigten Europas eine völlig neue Richtung.

Ganz Venwegen ist seit dem mitreißenden Auftritt von Prinz Cary I. (Karphammar), Bauer Frank (Falter) und Jungfrau Johan (Jansson) im Schwedenfieber. Die drei bzw. vier - unterstützt wurden sie von Mundschenk Siggi Schwarz - sangen aus vollem Hals und tanzten mit Pippi Langstrumpf. Cary I. beeindruckte obendrein mit seiner auf Deutsch gehaltenen Prinzenrede.

Bauer Frank Falter ist der einzige des Trios, der „ein angeheirateter Schwede” ist. Seine schwedische Ehefrau hatte der Steinmetz Anfang der 90er Jahre in Stolberg kennengelernt. Vor vier Jahren zog der Zweifaller, der durch den Fußball und den Fastelovend immer mit Venwegen verbunden war, nach Lerum, das 30 km von Göteborg entfernt ist. Dort sind auch der Banker Cary und der Chemie-Ingenieur Johan zu Hause.

„Karneval kennt man in Schweden nicht, aber Frank hat immer so davon geschwärmt”, erinnert sich der „Prenz us Bullerbü”. „Wir wurden neugierig und haben ihn vor fünf Jahren zum ersten Mal nach Venwegen begleitet”, so der 54-Jährige, der wie seine Amtskollegen mit Familie im Gepäck angereist ist. „Seitdem unternehmen wir in jedem Jahr eine Karnevalstour durch Venwegen, die Eifel bis nach Köln.” Auch im Oktober ist ein Abstecher in unsere Breiten stets fest eingeplant: „Dann feiern wir bei Mehmet in Breinig Oktoberfest.”

Auch Jungfrau Johan ist völlig entzückt: „Karneval ist einfach wunderbar, man wird so nett von den Menschen aufgenommen - egal, wo du hinkommt, jeder freut sich”, beschrieb es der 43-Jährige. Die drei sind sich einig: Es ist ein Heidenspaß, Dreigestirn der „Vennkatzen” zu sein.

Die Anprobe der Kostüme war aufgrund der Entfernung nicht ganz einfach. „Einmal sind wir zur Anprobe nach Venwegen gekommen, und einige Zeit später kam unser Mundschenk zu uns, um auszuprobieren, ob die Sachen aus passen. Außerdem waren wir zur Generalprobe hier”, erzählte Tollität Cary.

Wie reagieren Bekannte und Kollegen in Schweden auf das närrische Treiben im fernen Deutschland? „Die finden das total lustig, zumal Cary auf seiner Arbeit in der Bank große Fotos von uns aufgehängt hat”, erklärte Bauer Frank.

Rechtzeitig zum Zug zurück

Auch wenn das Dreigestirn am Montag wieder abreist, wird die Trennung nur von kurzer Dauer sein: „Wir kommen rechtzeitig zu unserer Karnevalstour zurück, und es ist Ehrensache, dass wir beim Karnevalszug dabei sind”, versprach Cary I.

Ein schwedisches Dreigestirn nach Stolberg zu holen: Diese Gelegenheit wollte sich Bürgermeister Ferdi Gatzweiler nicht durch die Lappen gehen lassen: „Wenn ihr am Fettdonnerstag zur Rathausstürmung kommt, verspreche ich, dass ich euch in schwedischer Sprache begrüßen und mit euch ein Lied auf Schwedisch singen werde.”

Nicht nur für den Auftritt des Dreigestirns gaben die Zuschauer die volle Punktzahl, sondern auch für die witzigen Details. Die Sache perfekt machten die riesige Krone und die imposanten Pappelche im Bühnenbereich.

Auch was die Kostüme des Dreigestirn betrifft, sind die Venwegener mit Blau und Gelb voll und ganz auf Schweden eingestellt. Das Programm - darin waren sich alle befragten Besucher einig - ist nicht zu toppen. „Das kriegt man nicht mal auf einer Kölner Sitzung geboten!”, jubelte ein Aachener.
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