Das Ende der Löcherpiste wird eingeläutet

Von: Jürgen Lange
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Löchrige Piste: Auf 30 km/h ist aus Gründen der Verkehrssicherheit das Tempo auf besonders schlechten Abschnitten der Aachener Straße reduziert. Derzeit erwägt die Verwaltung in Absprache mit der Polizei weiter gehendere Sicherheitsmaßnahmen für Zweiradfahrer. Foto: J. Lange
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Löchrige Piste: Auf 30 km/h ist aus Gründen der Verkehrssicherheit das Tempo auf besonders schlechten Abschnitten der Aachener Straße reduziert. Derzeit erwägt die Verwaltung in Absprache mit der Polizei weiter gehendere Sicherheitsmaßnahmen für Foto: J. Lange
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lövenioch kistermann

Stolberg. Dienstagabend hat der Bau- und Vergabeausschuss auf seiner Feriensitzung noch einmal das Wort. Dann soll er den Auftrag für den Ausbau der Aachener Straße erteilen. Doch bis der Flickenteppich auf der gut 1700 Meter langen Strecke komplett beseitigt ist, wird des Weihnachten nächsten Jahres werden.

Der Ausbau der als verkehrswichtig klassifizierten Verbindung zwischen Büsbach und der Innenstadt ist eine Großbaustelle. Auf 1150 Meter muss der Kanal erneuert werden, Fahrbahn und Nebenanlagen werden komplett ausgebaut.

Der Beginn des Ausbaus dieser Haupterschließungsstraße zwischen dem Lehmkaulweg (L 220) und dem Bahnübergang an der Brauereistraße ist für den 9. September geplant. Bis dahin sollen noch letzte Abstimmungsgespräche zwischen beteiligten Behörden, Tiefbauamt und dem beauftragten Unternehmen erfolgen. Aber im Grunde genommen stehen die Pläne seit einem halben Jahrzehnt. Bereits im Sommer 2009 wurden sie mit den Bürgern abgestimmt. Jetzt geht es nur noch um letzte Feinheiten.

„Wir haben vorgesehen, dass wir an den beiden Enden gleichzeitig mit dem Ausbau beginnen“, sagt Werner Lövenich vom Tiefbauamt. Vom Bahnübergang soll sich eine Kolonne bergauf vorarbeiten, und den Neubau der Straße anpacken. Von Büsbach aus talwärts steht zuerst die Erneuerung des Kanalsammlers auf der Tagesordnung. Zwischen Lehmkaulweg und Burgstüttgen ist die alte Abwasserleitung marode. Für die neue Leitung werden die Rohre bergab von von 31,5 bis auf 60 Zentimeter Durchmesser aufgeweitet. Ab Burgstüttgen „ist der Kanal technisch und hydraulisch noch auf Jahre hinaus in Ordnung“, erklärt Lövenich. Erst vor einem guten Dutzend Jahren war er in diesem Abschnitt noch erneuert worden. Erreicht vom Tal kommend die Straßenbau-Kolonne Burgstüttgen, soll sie nach derzeitigen Überlegungen ans andere Straßenende wechseln und den Kanalbauern talwärts folgen.

Gebaut wird von oben und unten

Dabei werden die Tiefbauer jede Menge Material bewegen müssen. Insgesamt rund 8000 Tonnen alte Schwarzdecken müssen ausgebaut und entsorgt werden; hinzu kommen weitere 27.000 Tonnen Straßen- und 8500 Tonnen Kanalgrabenaushub, um mit dem Neubau beginnen zu können. Dann müssen auf einem neuen Unterbau auf 10.500 Quadratmeter Asphalt in drei Schichten für die Fahrbahn aufgebracht und verfestigt werden. Verlegt werden müssen weitere 10.000 Quadratmeter Pflasterplatten auf Gehwegen und Parkflächen. Nicht zu vergessen sind die rund 6500 laufenden Meter Bordsteine, 1000 Meter Kanalrohre und 110 Abläufe für die Straßenentwässerung.

Eine besondere Herausforderung erwartet die Tiefbauer im Bereich der Karlshöhe, wo der Seitenhang der Aachener Straße zur Finkensiefstraße hin abrutscht. Mit rund 800, je einen Kubikmeter fassende Gabionenkörbe muss hier der Straßenaufbau abgesichert werden. Kleinere Gabionen sollen außerdem noch den Hang der „Klüttgens Wiese“ zum Gehweg hin absichern.

Zwischen Kranensterzstraße und Burgstüttgen wird im schmalsten Bereich der Aachener Straße ein kombinierter Rad-/Gehweg für die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer sorgen. Auf der übrigen Strecke sind Schutzstreifen für Radfahrer vorgesehen. Neu werden auf diesem historischen Straßenzug auch Querungshilfen für Fußgänger sein. Drei Überwege werden eingebaut im unteren Bereich in Höhe von Haus-Nr. 16 sowie bei Burgstüttgen in Höhe von Haus-Nr. 35 und an Gut Kranensterz in Höhe von Haus-Nr. 50; hinzu kommt im Bereich der Einmündung des Reitmeisterwegs ein Zebrastreifen im Rahmen der Schulwegsicherung.

Sprechstunde ab Oktober

Auf eine weitere Veränderung werden sich Innenstadtbesucher einstellen müssen. Der heutige rechtsseitig Parkstreifen an der unteren Aachener Straße vom Bahnübergang bis zur „Klüttgens Wiese“ wird zukünftig nicht mehr vorhanden sein. Bei der Bürgeranhörung hatten sich die Anlieger gegen ein beidseitiges Parken ausgesprochen. Sie wollten nicht zu den zusätzlich entstehenden Kosten eines Parkstreifens herangezogen werden, den in der Regel Besucher oder Beschäftigte in der Innenstadt nutzen. Entsprechend werden Stellplätze bis zur Karlshöhe nur entlang der bebauten Fahrbahnseiten angelegt, während im oberen Teil der Aachener Straße beidseitiges Parken vorgesehen ist, erläutert Fachbereichsleiter Bernd Kistermann. Gleichwohl müssen sich die Anlieger auf höhere Beitragseinheiten als seinerzeit prognostiziert einstellen. Einerseits ist der Ausbau im Laufe der Zeit teurer geworden, andererseits hatte der Stadtrat vor drei Jahren die Umlagesätze erhöht. Beteiligt werden sie an Parkstreifen und Gehwegen mit 60 Prozent sowie an Fahrbahn, Radweg, Entwässerung und Beleuchtung mit 50 Prozent der Kosten.

Darüber hinaus beträgt der einst mit 80 Prozent erhoffte Zuschuss aus Mitteln des Gemeindeverkehrswege-Finanzierungsgesetzes lediglich 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Immerhin 1 808 400 Euro schießen Bund und Land zu den Gesamtkosten von rund 4,3 Millionen Euro hinzu. Aus Kostengründen hatte die Stadt bereits in einem frühen Planungsstadium auf den Bau eines Kreisverkehres an der Einmüdung zum Lehmkaulweg verzichtet. Jetzt soll ein Fahrbahnteiler in der Trichtermündung der Aachener Straße dafür sorgen, dass eine separate Links- und Rechtsabbiegerspur ausgewiesen werden können.

Ab 4. Oktober bietet die Verwaltung den Bürgern entlang der Baustelle auch eine Sprechstunde als besonderen Service an: Werner Lövenich wird donnerstags voraussichtlich von 15.30 bis 17.30 Uhr im Baubüro vor Ort für Anregungen und Beschwerden zur Verfügung stehen.

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