Das Duell: Ferdi Gatzweiler gegen Paul M. Kirch

Von: Lars Brepols
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Der amtierende Bürgermeister der Kupferstadt und sein größter Herausforderer: Ferdi Gatzweiler (r.) und Paul M. Kirch. Foto: L. Brepols/D. Müller

Stolberg. Noch gut zwei Wochen, dann ist es soweit: Die Stolberger wählen ihren neuen Bürgermeister. Noch nutzen die Kandidaten jede Minute, um die Kupferstädter bis zur Kommunalwahl (30. August) mit ihren Argumenten zu überzeugen. Schlussendlich wird es wohl auf einen Zweikampf zwischen dem amtierenden Bürgermeister Ferdi Gatzweiler (SPD), der von den Grünen unterstützt wird, und Herausforderer Paul M. Kirch (CDU) hinauslaufen. Wie bei einem 100-Meter-Finallauf beäugen sich die Kontrahenten und sind bis in die Haarspitzen konzentriert, um den direkten Konkurrenten auf der Zielgeraden auszustechen.

Doch auch im Wahlkampfendspurt geht es im persönlichen Umgang stets fair zu, wie beide im Gespräch mit unserer Zeitung betonen. „Das Wort ,Wahl-Kampf´ finde ich in diesem Zusammenhang nicht angebracht, denn wir wollen nicht kämpfen, sondern mit sachlichen Argumenten überzeugen”, verdeutlicht Gatzweiler.

Er pflege zu allen Kandidaten ein sehr gutes Verhältnis, das gegenseitige Belehren und Polemisieren bringe Niemanden weiter. Zudem säßen beide bei vielen Terminen nebeneinander. „Gerade mit Paul Kirch pflege ich ein gutes kollegiales Miteinander.”

Dem stimmt auch Kirch zu: „Menschlich kommen Ferdi Gatzweiler und ich bestens aus. Bislang ist der Wahlkampf ausnehmend fair abgelaufen und ich bin davon überzeugt, dass das so bleiben wird.” Dass er, als Herausforderer, natürlich den Finger auch in offene Wunde legen müsse, bestreitet der fünffache Vater nicht.

„Grundsätzlich kommt es aber immer darauf an, wie und in welcher Form Missstände angesprochen werden”, betont der diplomierte Geologe, der sich auf einem guten Weg sieht, das Zepter in der Kupferstadt übernehmen zu können. „Der amtierende Bürgermeister besitzt immer einen Bonus, aber ich bin der bessere Kandidat. Meine Wege sind deutlich zielführender”, unterstreicht der 56-Jährige seine Aussage.

Gatzweiler zeigt sich eher zurückhaltend: „Es ist immer ein Fehler, seinen Gegner zu unterschätzen. Als Herausforderer hat man es immer einfacher, man ist nicht ständig in der Pflicht, seine geleistete Arbeit verteidigen zu müssen und kann schön drauf los poltern”, zieht der 54-Jährige einen Vergleich zu seiner ersten Kandidatur vor fünf Jahren.

Dass die CDU auf ihren Wahlplakaten mit dem Spruch „Wir brauchen keinen Animateur (...)” wirbt, darüber kann Gatzweiler nur schmunzeln. „Als Bürgermeister muss man in der Lage sein, seine Mitarbeiter und die Bürger zu motivieren, damit die Arbeit Spaß macht. Ohne eine gegenseitige Vertrauensbasis hätten wir nicht 20 Millionen Euro nach Stolberg geholt.”

Bei den Themen Verwaltung und Haushalt sieht der Herausforderer derzeit große Defizite: „Produktive Arbeit kann nur mit einer positiv gestimmten Belegschaft gelingen. Und genau da sehe ich im Augenblick viel Verbesserungspotenzial.”

Auch die Problematik „Schuldenabbau” hat Kirch dick in seiner Agenda als eher langfristige Zielsetzung formuliert. „Außerdem möchte ich insgesamt das Image verbessern. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an das Beispiel Olof-Palme-Platz, bei dem immer wieder Kosten-Nachträge gestellt werden mussten. Derartige Maßnahmen wirken wenig vertrauenerweckend.”

Auch Gatzweiler will sich nicht auf ein einziges Ziel festlegen. Er möchte vielmehr durch einzelne kleine Schritte ein Gesamtbild erzeugen, das Stolberg in einem besseren Licht erscheinen lässt. „Die Stadt braucht Arbeitsplätze, Steuergelder und leistungsstarke Familien. Genau dafür muss die Stadtentwicklung attraktiv gestaltet werden.”

Der obere Steinweg (Hausnummer 1 bis 11) ist dem Bürgermeister schon länger ein Dorn im Auge. Für den Fall einer möglichen zweiten Amtszeit sieht Gatzweiler hier Handlungsbedarf. „Ich würde den jetzigen Gebäudekomplex gerne abreißen lassen, und durch eine schönere Architektur ersetzen. Für dieses Projekt hätte Gatzweiler bei einer Wiederwahl ein Jahr länger Zeit, denn der Bürgermeister wird erstmals für sechs Jahre gewählt. Der Rat weiterhin für fünf Jahre.

Doch zunächst stehen am heutigen Samstag noch ganze zwölf Termine auf seinem Programm. „Das hat aber eigentlich nicht unmittelbar mit der Wahl zu tun. Das gehört zu meinem ganz normalen Tagespensum. Ich bin seit fünf Jahren permanent unterwegs, aber es macht mir immer noch viel Spaß”, betont Gatzweiler.

An dieses Tempo müsste sich der Herausforderer wohl erst einmal gewöhnen, obwohl er im Wahlkampf bislang auch schon über 100 Termine wahrgenommen hat. „Bislang verkrafte ich das sehr gut”, erklärt Kirch. Dabei möchte er keinen besonders hervorheben: „Ich habe viele tolle Menschen, Vereine und Organisation in den vergangenen Wochen kennengelernt Diese besondere Vielseitigkeit, von Karnevals- über Fußballvereine, macht die Sache nie langweilig.” Bis zum 30. August werden beide noch etliche öffentliche Auftritte wahrnehmen. Und dann wird sich entscheiden, wer für die kommenden sechs Jahre das Zepter in der Kupferstadt schwingen wird.

Podiumsdiskussion im „Angie´s”

Interessierte Bürger haben am Donnerstag, 27. August, ab 20 Uhr die Möglichkeit, sich in „Angie´s Bistro” ein umfassendes Bild von den Kandidaten zu machen. Unsere Zeitung veranstaltet drei Tage vor der Wahl eine Podiumsdiskussion, zu der die Kandidaten eingeladen sind. Ziel ist es, die unterschiedlichen Schwerpunkte herauszufiltern. Jeder mündige Bürger hat dort die Möglichkeit, den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen und Fragen zu stellen.
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