Stolberg - Das Beste aus elf Musicals auf die Bühne gebracht

Das Beste aus elf Musicals auf die Bühne gebracht

Von: Marie Luise Otten
Letzte Aktualisierung:
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Der Büsbacher Männergesangverein und die Gruppe „In Love With Musicals“ singen alle das „Somewhere“ aus der Westside Story von Leonard Bernstein. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Das Beste aus elf verschiedenen Musicals versprach Werner Paland, der Vorsitzende des BMGVs dem Publikum am Samstagabend im Saal in Angie’s Bistro. Die Mitwirkenden, der Männergesangverein Büsbach und die Gruppe „In Love With Musicals“ konnten sein Versprechen gleich mit 32 Liedern erfüllen.

Im ausverkauften Saal entführten sie das Publikum durch die halbe Welt, von Frankreich, Amerika, Transsylvanien bis in die Savanne Afrikas. Während die Männer mehr den klassischen Musicals wie „My Fair Lady“ und „Paint Your Waggon“ von Frederick Loewe sowie der „West Side Story“ von Leonard Bernstein zugewandt waren, boten Iris Wegmann, Maria Laschet, Rebecca Barck, Susanne Weelborg, Cedric Braun und Stefan Kaesmacher einen Querschnitt durch die neuere Generation des Musicals. Am Klavier begleitete Theo Palm höchst professionell und einfühlsam alle Darbietungen. Für einen reibungslosen Ablauf an der Technik sorgten Wilhelm Bohnen und Markus Ibrom.

Den Anfang machte der Männerchor unter Josef Otten mit sechs Titeln aus dem meistgespielten Musical im deutschsprachigen Europa. Zu den volkstümlich gewordenen Melodien in „My Fair Lady“ – Elizas Wandlung von dem einfachen Blumenmädchen zur Dame der Gesellschaft – zählten Lieder wie „Ich hätt‘ getanz heut Nacht“, „Wäre das nicht wunderschön“ und „Mit ‚nem kleinen Stück vom Glück“, die im Saal zum Mitsummen einluden. Die Herren reizten jedes Stück mit wundersamer Leichtigkeit aus. Dies setzte sich in „Paint Your Waggon“ fort.

Stimmungsvoll beschrieben sie das Leben in der kalifornischen Wildnis. Die Soli im Eingangsstück „I’m on my Way“ übernahmen Günter Goertz, Werner Paland, Hans Dohlen und Ha-Jo Eulenpesch und auch der Chef selbst ließ sich in ‚„They call the wind Maria“ vernehmen. Besonders wirkungsvoll war das Lied der Siedler, die in ihrem Goldgräbernest auf die Ankunft der Postkutsche warten. Die Männer pfiffen und zeigten echte Begeisterung für „There’s A Coach Coming In“. Für das von Lee Marvin weltbekannte „Wand’ring Star“ hatte Otten eigens ein Arrangement für seine Bässe geschrieben, die es einfühlsam und sicher interpretierten.

Die vier Damen von „In Love with Musicals“ (ILWM) stellten sich mit einem Song aus dem Zeichentrickfilm „Das letzte Einhorn“ vor, das 1982 erstmals in den Vereinigten Staaten erschien, und lösten gleich Begeisterungsstürme aus.

„Das Liebe Vieles kann, aber manchmal nicht genug ist“, davon sangen Elisabeth (Susanne Weelborg) und Franz-Joseph (Josef Otten) im Duett. „Wir sind wie Boote in der Nacht, jeder hat sein eig’nes Ziel und seine eigene Fracht“.

John Travolta und Olivia Newton-John machten „Your’re the One That I Want“ aus dem Filmmusical „Grease“ 1978 zum Nummer-eins-Hit. In Büsbach waren es Iris Wegmann und Stefan Kaesmacher, die die millionenfach verkaufte Tanznummer im liebevoll hergerichteten Saal zum Besten gaben und viel Beifall ernteten.

Vier Stücke gab es aus dem „Tanz der Vampire“ von Jim Steinman aus dem Jahre 1997. „Wenn die Seele sich verirrt, dann hilft nur noch ein Gebet“, sangen die jungen Leute und erzeugten im Saal Gänsehautfeeling. Cedric Braun als Graf Krolock sang sehr emotional vom „Hunger nach Glück“ während der Backgroundchor allmählich mit Sei bereit zur „Totalen Finsternis“ überleitete.

Nach der Pause startete die Gruppe mit dem „König der Löwen“, wobei Susanne Weelborg das „Er lebt in Dir“ unglaublich toll sang. Es folgte das dramatische Duett „Point of No Return“ mit Stefan Kaesmacher als „Phantom der Oper“ und Maria Laschet als Christine. „Frei und schwerelos“ wie die Hexen von Oz fühlten sich Iris Wegmann und Maria Laschet, als sie den anspruchsvollen Song der Elphaba und Glinda sangen.

In der Nacht vor der großen Revolte wäre Eponine (Rebecca Barck) gerne bei Marius gewesen, doch sie erkennt, dass er sie niemals so sehr lieben wird, wie sie ihn und so singt sie das Lied „Nur für mich“ für sich. Der Höhepunkt des Musicals „Les Miserables“ ist das „Lied des Volkes“, das alle Protagonisten auf der Bühne anstimmten. Es hat an Aktualität bis heute nichts verloren, denn auch schon 1832 träumte das Volk „von einer Welt ohne Hass und Tyrannei, der Sinfonie von Menschen, die nicht länger Sklaven sein wollen“.

Zur „Westside Story“ hat Leonard Bernstein eine hinreißende Musik voll Rhythmus, tänzerischem Schwung und fast opernhafter Melodik geschrieben, die das Werk zu einem der größten Welterfolge des Musicals werden ließ. Nummern wie „Tonight“, „America“ und viele andere sind zum Volksgut der ganzen musikalischen Welt geworden und in der leichten Muse fest verankert. Und auch in Büsbach brachte der Männergesangverein den Bandenkrieg und die unerfüllte Liebe von Romeo und Julia auf die Bühne.

Wie auch in dem zuvor gesungenen Loewe-Musical sangen die Herren wie selbstverständlich alles auf Englisch. Gepaart mit Josef Ottens innigem Solo „Maria“ und Maria Laschets hinreißendem „I Feel Pretty“ sowie dem leidenschaftlichen Duett „One Hand, One Heart“ der beiden, gelang dem Chor eine bewegende Wiedergabe.

Zum Finale kamen die restlichen Damen und Herren von „ILWM“ auf die Bühne und sehnten sich in „Somewhere“ gemeinsam mit dem Männerchor nach einer Welt, wo Frieden und Ruhe für alle ist. Das Publikum erhob sich von den Plätzen und bedankten sich mit reichlich Applaus für knapp zwei Stunden beste Unterhaltung.

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