Stolberg - Das Ausmaß der neuen Schule ist schon zu sehen

Das Ausmaß der neuen Schule ist schon zu sehen

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Der Rohbau der neuen Gutenberg-Schule am Rhein-Nassau-Weg macht selbst bei strömenden Regen große Fortschritte. Am kommenden Mittwoch wird offiziell der Grundstein gelegt. Foto: J. Lange

Stolberg. Selbst der strömende Regen kann sie nicht aufhalten. Ungeachtet der Unbilden des Wetters sorgen die Bauarbeiter dafür, dass der Rohbau am Rhein-Nassau-Weg Stein für Stein weiter wächst. Genauer gesagt sind es derzeit zig Kubikmeter Beton die hier den Bau der neuen Gutenberg-Schule prägen und auch noch weiter bestimmen werden.

Aber das Ausmaß der neuen Heimat der Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache sind bereits deutlich zu sehen, wenn am kommenden Mittwoch der offizielle Grundstein für dieses bedeutende Projekt des Landschaftsverbands Rheinland gelegt wird. Das wird nicht nur dadurch unterstrichen, dass Dr. Jürgen Wilhelm als Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland persönlich die Grundsteinlegung am 2.Juni um 14 Uhr vollziehen und dabei von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler tatkräftig unterstützt wird.

Mehr Spielraum gewonnen

Immerhin investiert der Landschaftsverband 20,8 Millionen Euro an historischer Stelle. Dort stand bis vor gut einem Jahr das zerfallende Gebäude der Belgischen Schule, in der allerdings beim Abzug der Streitkräfte 1995 schon längst keine Kinder mehr unterrichtet wurden.

Die Bedeutung der Investition in die schulische Infrastruktur am Rhein-Nassau-Weg liegt auch darin, dass das alte Gebäude und -gelände der Gutenberg-Schule am Sperberweg im kommenden Sommer frei für eine neue Nutzung wird. Damit gewinnt die Stadt zusätzlichen Spielraum für ihre eigene, noch zu vollziehende Schulentwicklungsplanung, die darauf abzielt, schnell eine Gesamtschule in der Kupferstadt zu etablieren.

Denkmodelle für Altstandort

Ein theoretisches Denkmodell sieht an dem Schnittpunkt von Realschule, Gymnasium und dem früherer von der Propst-Grüber-Hauptschule genutzten Gebäude einen potentiellen Standort einer Gesamtschule; wobei andere Denkmodelle die Hauptschule auf der Liester oder auch die Realschule in Mausbach favorisieren.

Denkbar wäre aber auch, dem unter Raumnot leidenden Goethe-Gymnasium in dem Altbau Erweiterungsflächen anzubieten. Eine andere Alternative könnte ein Abriss und die Vermarktung der Flächen als Bauland sein. Klare Aussagen zu den Spekulationen verspricht allerdings erst ein neuer Schulentwicklungsplan, dessen Erarbeitung jedoch noch nicht in Auftrag gegeben ist.

Bis diese Denkschrift vorliegen wird, dürfte die neue Gutenberg-Schule entscheidende Baufortschritte gemacht haben. Trotz der Engpässe aufgrund des harten Winters liegen die Arbeiten gut im Zeitplan. Im Oktober soll bereits das Richtfest gefeiert werden können; im November folgt der Innenausbau, und zum neuen Schuljahr am 1.August 2011 sollen die Mädchen und Jungen für fertigen Klassenräume beziehen können.

Dann wird das rund 8200 Quadratmeter große Areal wieder als das genutzt, was der Stadt beim Ankauf vom Bundesvermögensamt im Juni 1997 einen 50-prozentigen Preisnachlass beschert hatte - als Schule: Weil sie aber nicht innerhalb der fünf Jahre währenden Frist das Gelände einer weiteren sozialen, mindestens 20 Jahre dauernden Nutzung zuführen konnte, musste sie Ende 2002 den Rabatt von 383468 Euro plus 89233 Euro Zinsen ans Bundesvermögensamt nachzahlen, womit zusätzlich 13421 Euro Grundsteuer fällig wurden.

Auch die zwischenzeitlich andiskutierten Nutzungsmöglichkeiten als eine zentrale Begegnungsstätte für Ganztagsschulen oder eine Nutzung als kombinierte Fläche für Wohnen und Gewerbe, mal von einem Privatinvestor, mal von der Stadt selbst forciert, scheiterten.

PLäne und Visionen

Erst im Herbst 2006 führten Gespräche zwischen Bürgermeister Ferdi Gatzweiler und Landesrat Harry Voigtsberger zu der Lösung, die Gutenbergschule am Rhein-Nassau-Weg zu errichten, was zwei Jahre später vertraglich besiegelt wurde.

Nicht verwirklichen ließ sich allerdings der Traum des Stolberger SV Handball, das angrenzende Gelände eines ehemaligen Autohauses miteinzubeziehen und mit einem Federstrich zusätzlich zur Schule ein Sportstätte für einen zentralen Handball-Stützpunkt zu errichten. Trotz weitreichender Kompromissbereitschaft des Landschaftsverbandes scheiterte die Vision letztlich an der bitteren Realität, dass der Stolberger SV die erforderlichen Eigenmittel nicht aufbringen konnte.

Doch seit dem Baubeginn der neuen Gutenberg-Schule im März diesen Jahres läuft das Projekt reibungslos und geht zügig seiner zukünftigen Bestimmung entgegen.
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