Dank Parkhaus und Rhenaniastraße: Mehr Parkplätze am Hauptbahnhof

Von: Jürgen Lange
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Diese Ansicht des Hauptbahnhofs wird bald Historie sein: Aus dem Parkplatz wird ein Parkhaus mit einer Überführung zum Mittelbahnsteig an der Hauptstrecke. Foto: J. Lange

Stolberg. Der Weg über die Straße zur Schiene wird in den kommenden Monaten in der Kupferstadt etwas beschwerlicher werden. Aber im Gegenzug soll Kunden der Bahn und Besuchern des Hauptbahnhofes mehr Service geboten werden – auf der Straße und an der Schiene.

Nach Karneval beginnt die Sanierung der Rhenaniastraße und voraussichtlich im Juni startet der Bau des lang ersehnten Parkhauses dort, wo der bestehende Pendlerparkplatz seit Ewigkeiten überlastet ist. Weit über 2400 Fahrgäste nutzen den Stolberger Hauptbahnhof täglich. Mit steigender Tendenz, und mit dem Ringschluss der Euregiobahn am 10. Juni wird die Frequenz weiter steigen.

Entsprechend lange zurück reichen die Bemühungen der Kupferstadt um eine Ausweitung des Parkplatz-Angebotes. Vor gut fünf Jahren wurde eine erste Erweiterung in Höhe des Abzweigs Probsteistraße mit 57 Stellplätzen in Betrieb genommen. Dennoch wird das Angebot dem Bedarf nicht gerecht. An vielen Tagen sind die Beete entlang der Königin-Astrid-Straße bis zur Brücke über die Hauptstrecke zugeparkt.

2012 wurde die Idee zum Bau eines Parkhauses direkt am Hauptbahnhof geboren – ein Vorstoß von CDU und SPD im engen Schulterschluss mit der Stolberger Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), der gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen soll. Einerseits soll dem Parkdruck begegnet werden, andererseits mit der „Skywalk“ genannten Überführung erstmals ein barrierefreier Zugang zum dem Mittelbahnsteig gewährt werden, an dem die zwischen Aachen und Köln verkehrenden Züge halten.

Bereits im Juli 2013 gibt der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) grünes Licht und signalisiert einen Zuschuss in Höhe von 85 Prozent zu den seinerzeit mit 3,2 Millionen Euro kalkulierten Baukosten des Parkhauses. Allerdings bedeutet diese Willensbekundung nicht, dass gleich Geld fließt. Bis Ende des Jahres 2019 hat der NVR sein Budget bereits verplant. Stolberg geht in die Offensive. Im Rahmen der von Regierungspräsidentin Gisela Walsken genehmigten Haushaltsplanung schlägt Bürgermeister Tim Grüttemeier vor, das Projekt aus eigenen Mitteln vorzufinanzieren; der Stadtrat folgt einstimmig zu. Ende vergangenen Jahres hält Tobias Röhm den Bescheid des NVR in der Hand, dass er mit dem Bau beginnen kann ohne den Zuschuss zu gefährden. Der Technische Beigeordnete kann an die Details gehen.

„Der Standort wurde so gewählt, dass für die Nutzer möglichst kurze Wege entstehen und ein städtebaulicher Bezug zum Bahnhofsgebäude und zum Vorplatz hergestellt wird“, erklärt Röhm: etwa 60 Meter lang parallel zum Gleisstrang und 35 Meter breit am Rondell vor dem Bahnhofsgebäude – so, dass die unterirdisch den Parkplatz diagonal querende Leitung des Saubaches nicht tangiert wird.

An der Seite zum Bahnhofsgebäude, wo mit der Eröffnung des Servicepunktes im Mai 2014 erstmals wieder seit soll über das Treppenhaus mit Aufzug die Überführung über die drei Gleise zum Mittelbahnsteig angeschlossen werden. Der „Skywalk“ selbst wird durch die Deutsche Bahn errichtet, die im Rahmen des zweiten Teils ihrer Mobilitätsoffensive ebenfalls in diesem Jahr beginnen will, ihren Bahnsteig zu sanieren. Alle anderen Plattformen für den Personenverkehr gehören der EVS und sind bereits erneuert oder neu gebaut. Die bisherige und für ihren Zustand immer wieder heftig kritisierte Unterführung zum Bahnsteig für Gleis 1 und 2 soll mit Beton verschlossen werden. Bis ins kommende Jahr hinein werden sich die Arbeiten voraussichtlich hinziehen.

Eine lange Zeit, in der Bahnkunden mit Beeinträchtigungen rechnen müssen. Wenn im Juni mit dem Bau des Parkhauses auf dem heutigen Parkplatz begonnen wird, werden alternative Parkplätze während der Bauzeit in Abstimmung mit der EVS im Umfeld bereitgestellt.

Derzeit können auf dem P+R-Platz 166 Autos abgestellt werden. Nach dem Bau des Parkhauses verbleiben 93. In der neuen Anlage stehen mit Fertigstellung des „Skywalks“ 261 Stellplätze – zwölf davon rollstuhlgerecht – bereit. Somit bietet das Gelände zukünftig 354 Stellplätze neben den verbleibenden Möglichkeiten entlang der Rhenaniastraße an Gleis 27.

„Von den Ebenen 1, 3, 5 und 7 des Parkhauses ist ein barrierefreier Übergang zum Aufzug der Personenüberführung möglich“, sagt Röhm. Die Stellplätze werden auf acht gegeneinander versetzten und mit Halbrampen verbundenen Ebenen untergebracht. Das Gebäude verfügt über keine Untergeschosse, lediglich die Einfahrtsebene (Ebene 0) liegt ein halbes Geschoss unter dem Niveau des Parkplatzes. Die Rampen sind so angeordnet, dass der einfahrende Verkehr an allen Stellplätzen vorbeiführt.

„Wegen seiner städtebaulichen Bedeutung“, so der Beigeordnete weiter, „erhält das Parkhaus eine umlaufende Fassade an den Obergeschossen.“ Ihre Struktur soll inspiriert vom Thema Verkehr und Geschwindigkeit sein und bei der farblichen Gestaltung das Thema Kupfer auf nehmen. „Die Fassade ist so gestaltet, dass einerseits der Eindruck eines homogenen Baukörpers entsteht, gleichzeitig aber größtmögliche Offenheit und Möglichkeiten für Durchblicke gegeben sind. Das Erdgeschoss soll offen bleiben, es sind lediglich Absperrungen zum Bahngelände und Absturzsicherungen zum Parkplatz vorgesehen.“ Angesichts seiner einfachen Konstruktion aus Beton und Stahl soll das Parkhaus noch dieses Jahr in Betrieb genommen werden können; der „Skywalk“ folgt dann 2017.

Land hat kein Geld für Sanierung

Nach Karneval beginnt die Stadt mit dem Neubau der Rhenania­straße zwischen den Einmündung von Probstei- und Münsterbachstraße. „Eine Fahrspur wird während der Arbeiten immer frei bleiben“, versichert Röhm, dass Hauptbahnhof und Unternehmen ungehindert erreichbar bleiben. Mit der Fertigstellung des Parkhauses folgt der Neubau des zweiten Abschnittes der Rhenaniastraße bis zum Hauptbahnhof. Dort wird auf dem Vorplatz das Rondell so ausgebaut, dass es weitere sieben Parkplätze, einen Baum und Sitzbänke anbietet.

Wenn der Landesbetrieb Straßenbau seinen Teil der Rhenania­straße – die L 236 von der Münsterbach bis zur Würselener Straße (L 23) – anpackt ist noch offen. „Die Strecke ist sanierungsbedürftig“, sagt Behördensprecher Bernd Aulmann. „Aber für dieses Jahr steht kein Geld zur Verfügung“. Welche Abschnitte saniert werden, werde von Jahr zu Jahr anhand der vom Land zur Verfügung gestellten Mittel entschieden.

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