Stolberg - Dank Caseris kann der PC ein Fax lesen

Dank Caseris kann der PC ein Fax lesen

Von: Jürgen Lange
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Allzeit informiert: Stefan Pre
Allzeit informiert: Stefan Preuß hat als Geschäftsführer die Caseris GmbH aus der CAE heraus und als selbstständiges Software-Unternehmen in Stolberg zum Erfolg geführt. Foto: J. Lange

Stolberg. „Ingenieure gesucht” plakatiert die Stolberger Caseris GmbH direkt gegenüber dem Werkstor der Stolberger CAE. Während die deutsche Tochter des kanadischen Rüstungskonzerns ein Drittel ihres Personals am Standort in der Steinfurt abbaut, sind 500 Meter Luftlinie am Birkenfeld Ingenieure und Techniker durchaus willkommen.

Der Software-Spezialist expandiert, Entwickler und Support-Mitarbeiter sind gesucht, und nicht nur die räumliche Nähe macht Caseris da interessant.

Immerhin gründete Stefan Preuß das junge Unternehmen aus der Branche von Informationstechnologie und Telekommunikation als Spin off der CAE.

Die hatte Anfang der 1970er Jahre neben der Entwicklung von Rüstungselektronik und Simulationstechnik den durch neue Technologien in Bewegung geratenen Telekommunikationsmarkt für sich entdeckt. Telex (Teleprinter Exchange) gewann als Übermittler von Textnachrichten zunehmend wirtschaftliche Bedeutung.

1997 stieß der Heidelberger Preuß nach seinem Studium der Elektrotechnik mit Schwerpunkt Hochspannungstechnik zum Stolberger Entwicklerteam. 2007 gliederte CAE den Zweig aus, ein Jahr später machte sich der Ingenieur mit 38 Mitarbeitern aus dem alten Team selbstständig und entwickelte das Produkt weiter, das unter dem Namen Caesar (CAE send and receive, „senden und empfangen”) begonnen hatte.

„Dass die Firmengründung so gut funktioniert hat, hat auch mich überrascht”, sagt der 45-Jährige, der in Eschweiler eine Heimat gefunden hat.

Unter den heute 48 Mitarbeitern sind noch fast alle Kollegen der ersten Stunde mit an Bord. „Das hat große Vorteile”, freut sich Preuß über das in Jahren aufgebaute Know how rund um die Technologie, die mit Telex ihren Anfang nahm, sich über Telefax, ISDN, voice mail, SMS, Laptops und Smartphones entwickelte und noch unschätzbares Potenzial bietet.

„Unsere Mission ist es, den Informationsaustausch in Unternehmen zu vereinfachen”, erklärt Stefan Preuß. Dabei bietet das Produkt Caesar im Wesentlichen drei Segmente, um maßgeschneidert auf die individuellen Anforderungen in Unternehmen Kommunikation zusammenzuführen.

„Wirtschaftlicher Erfolg ist eine Frage der Erreichbarkeit und zunehmend der Mobilität.” Das Angebot geht mittlerweile weit über einen komfortablen Versand von Email, Fax und SMS über verbesserte Informationen durch den Rückgriff auf Namensanzeigen, Adressbüchern oder dem PC basierten Telefonieren hinaus.

Ziel ist es, jedem Mitarbeiter alle erforderlichen Informationen aus den unterschiedlichen Informationskanälen auch an wechselnden Arbeitsplätzen umfassend bereitzustellen, Anrufer oder Absender mit dem für sie bevorzugten Mitarbeiter zu verbinden oder auch eine qualifizierte Verteilung von Sprach-, Email-, Fax- und Postnachrichten zu erreichen. Dabei ist eine umfassende Dokumentation ebenso gefordert wie die Möglichkeit gezielt Adressaten anzusprechen.

Derartige Herausforderungen löst die Stolberger Caseris, indem sie eine den speziellen Bedürfnissen des Unternehmens angepasste Software zur vorhandenen oder anzuschaffenden Hardware entwickelt - in Deutsch oder Englisch.

Wobei der Schwerpunkt des Kundenportfolios der Stolberger im deutschsprachigen Raum anzutreffen ist. „Hier sind Unternehmen anders als in anglo-amerikanischen Breiten sehr anspruchsvoll bei der technischen Ausstattung zur Kommunikation”, sagt Preuß zu seinen Erfahrungen.

DSL und ISDN spielen eine viel wichtigere Rolle als der vielfach noch analog dominierte englischsprachige Raum. Deutsche Firmen sind gerne hochmodern ausgestattet, österreichische gelten dabei als innovativ, schweizerische eher als konservativ - aber allen gemeinsam ist der wachsende Anspruch nach integrierten Kommunikationslösungen.

Es ist ein Markt mit Wachstumspotenzial, den Caseris bedient, zumal innovative Produkte auch in Zukunft eine steigende Nachfrage generieren werden. Seit der Gründung ist der Umsatz um über 50 Prozent gestiegen, und hat die Sechs-Millionen-Euro-Marke überschritten. Tendenz steigend.

„Der Trend geht dahin, dass unterschiedliche Medien der Kommunikation zusammenwachsen”, prognostiziert Preuß. Die modularen Software- und Support-Lösungen made in Stolberg nehmen dabei vor allem kleine und mittelständische Unternehmen in Anspruch.

Über 2800 Kunden aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Industrie, Handel und Lebensmittel mit fünf bis 50.000 Mitarbeitern nutzen eine von Caseris entwickelte Kommunikationssoftware, um eine qualitative, umfassende und aktuelle Erreichbarkeit gewährleistet zu wissen.

Dabei setzen die Stolberger neben Direktvertrieb auch auf Partner, und sind mit Dependancen in Stuttgart, München, Berlin und Siegen vertreten. 70 Prozent der 48 Beschäftigten sind Ingenieure und Techniker, die mit deutlichem Schwerpunkt in der Entwicklung, aber auch im Service tätig sind.

Neue qualifizierte Software-Ingenieure und Techniker sind am Birkenfeld gerne gesehen. Sie sind am Arbeitsmarkt heiß begehrt. Dort angeklopft hat bislang nur einer der scheidenden CAE-Mitarbeiter.
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