Stolberg - Damit das Sorgenkind „Steinweg” attraktiver wird

Damit das Sorgenkind „Steinweg” attraktiver wird

Von: Martina Rippholz
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Nicht als Einkaufs-, sondern als Wohnstandort möchte die Verwaltung den Steinweg entwickeln. Sie informiert jetzt über Sanierungsmöglichkeiten.

Stolberg. Leerstände von teils weit über 50 Prozent, wenig Investitionen, eine geringe Nachfrage und kaum Resonanz von Seiten der Eigentümer: Dieses vernichtende Bild malt Andreas Pickhardt, Leiter des städtischen Fachbereichs für Wirtschaftsförderung, mit Blick auf Entwicklung des Steinwegs in der Stolberger City.

Wieder einmal. Denn die Talachse von Willy-Brandt-Platz bis zur Mühle, insbesondere der Steinweg und sein Umfeld, ist seit Jahr und Tag das große Sorgenkind der Stadt.

„In den 70er Jahren hat man die Altstadt vorbildlich saniert. Auch der Denkmalschutz wurde beachtet. Aber das ist jetzt mehr als ein Vierteljahrhundert her”, sagt Pickhardt. „Heute sind die Probleme wieder riesig.” Das ist nicht neu. Deshalb sind schon diverse Konzepte für die Innenstadt entwickelt worden - und wieder in den Schubladen verschwunden. Jüngstes Projekt: die von der Bonner Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) entworfene „Vision Stolberg”, die Anfang 2010 vorgestellt wurde. Darin ging es unter anderem um eine Anknüpfung von Kaufland und Burg-Center an den Steinweg, Fassadengestaltungen und Hinterhofsanierungen, Zusammenlegungen von Geschäftsräumen in den Erdgeschossen und Schaffung von attraktivem Wohnraum in den Obergeschossen.

Die „Vision” sah eine Verknüpfung von städtischen Maßnahmen - mit Hilfe von Fördergelder - und privaten Sanierungen vor. Für letztere galt es um Anwohner und Eigentümern zu buhlen, diese zu Inventionen zu motivieren. Nicht lange nach der Präsentation des Konzepts wurde klar: die Stadt ist pleite, öffentliche Fördermittel rücken vorerst in weite Ferne. Doch auch private Investitionen wurden bisher nur an wenigen Stellen rund um den Steinweg getätigt.

Schwerpunkt liegt auf Wohnen

Deshalb müssen die Verantwortlichen der Stadt weiter motivieren, einerseits die Eigentümer, die am Steinweg sanieren sollen, andererseits Kaufinteressenten, die bisher um die Stolberger Innenstadt einen großen Borgen machen. Eine solche Motivation soll es jetzt in Form einer gemeinsamen Informationsveranstaltung mit Sparkasse, Altbau Plus, der EWV und S-immo geben. Unter dem Titel „Immobilien sanieren und finanzieren” beraten Makler, Ingenieure, Handwerker, Architekten, Steuer- und Bankberater in der kommenden Woche zum Thema Sanieren und Kaufen von Immobilien im Steinweg. Der Schwerpunkt liegt laut Pickhardt auf innerstädtischem Wohnen.

Pläne, aus dem Steinweg wieder eine florierende Einkaufsmeile zu machen, sind weitgehend vom Tisch. Barrierefreie und energieeffiziente Wohnungen sollen stattdessen her. „Wer saniert, steigert langfristig den Wert seines Haus enorm”, erklärt Marc Müller, Vertriebsleiter von S-immo. „Und er macht es für den Markt attraktiv.”

Und dieser bestehe vielfach aus älteren Menschen, die wieder in die Stadt ziehen möchten, aber auch gewisse Ansprüche hätten. Dieser Wohnraum müsse geschaffen werden. Darüber hinaus werde auch energiesparendes Sanieren nötig. Darüber wird Altbau plus-Geschäftsführer Michael Stephan auf der Veranstaltung informieren und auch konkrete Beispiele vorrechnen. Ergänzend erklärt Heinz Theis von der EWV alles rund um das Thema Heizungssanierung. Jörg Grevenstein von der Sparkasse wird Möglichkeiten von Zuschüssen und Finanzierungskonzepte für die Privatsanierung aufzeigen.

Die Experten und auch Andreas Pickhardt setzen klar auf die Leuchtturm-Strategie: „Wenn einer anfängt, sein Haus zu erneuern, ziehen andere nach.” Pickhardt ist jedenfalls überzeugt davon, dass Stolberg selbst viele Käufer anziehen kann, wegen seiner historischen Altstadt, der Kneipen- und Kulturszene, der Anbindung an die Euregiobahn, den Einkaufsmöglichkeiten.

Die Voraussetzung: Dafür müsse etwas getan werden. Davon wollen er und die Experten Anwohner, Eigentümer, Investoren und potenzielle Käufer nun erneut überzeugen.

Termin, Ansprechpartner und Anmeldung

Die Infoveranstaltung zum Thema „Immobilien sanieren und finanzieren” für alle interessierten Käufer und Investoren wie für Eigentümer von Altbauten in Stolberg findet statt am Donnerstag, 7. April, ab 18.30 Uhr im Kupferhof Rosenthal, Rathausstraße 63.

Tipps, Anregungen und Antworten auf Fragen rund um das Thema Gebäudesanierung, Finanzierung und Auswirkungen auf Vermarktungschancen geben Jörn Grevenstein von der Sparkasse Aachen, Michael Stephan von Altbau Plus und Heinz Theis von der EWV. Außerdem besteht die Möglichkeit, Kontakte zu ortsansässigen Unternehmen und Fachleuten zu knüpfen.

Auskunft und Anmeldung bei Andreas Pickhardt (Stadt/Telefon: 02402/13-441) und bei Marc Müller (S-immo/Telefon: 02405/4980020).
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