Stolberg - Dalli-Werke: 40 Mitarbeiter werden entlassen

Dalli-Werke: 40 Mitarbeiter werden entlassen

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. „Es tut einem in der Seele weh“, sagt Karl-Josef Emonds. Der Satz des Betriebsratsvorsitzenden hätte ebenso aus dem Mund des geschäftsführenden Gesellschafters Dr. Hermann Wirtz oder des Geschäftsführers Markus Kessler kommen können. Als echtes rheinisches Familienunternehmen ist Personalabbau für die Dalli-Werke ein schmerzlicher Einschnitt.

Die amerikanische „hire-and-fire“-Mentalität ist ein Fremdwort hier am Vichtbach. Und dennoch sieht sich das über die Grenzen Europas hinaus operierende Unternehmen gezwungen, den Personalbestand im Waschmittel-Segment des Konzerns um etwa 15 Prozent zu reduzieren. 98 der rund 620 Stellen am Stolberger Stammsitz, konzernweit 245 sollen abgebaut werden, kündigte Kessler bereits im vergangenen Oktober an.

Dass die personelle Restrukturierung von 58 Beschäftigten in der Kupferstadt überwiegend sozialverträglich gelang, ist nur „durch die gute Zusammenarbeit zwischen Management und Betriebsrat ermöglicht worden“, sagen beide Seiten. Der Arbeitnehmerseite soll es durch ihre Beharrlichkeit sogar gelungen sein, die Anzahl der zunächst geplanten auf die 40 Kündigungen zu reduzieren. In zehn intensiven Verhandlungsrunden wurden die Möglichkeiten von Altersteilzeit, Vorruhestand, Qualifizierungsmaßnahmen und auslaufende Befristungen eruiert.

Während Parfüm-Produzent und Konzern-Tochter Mäurer & Wirtz nicht betroffen ist, schreibt das Waschmittel-Division bei Dalli rote Zahlen. Der Wettbewerb mit Handelsmarken ist zunehmend härter geworden. Es geht um Cent-Beträge beim Verkaufspreis. Gleichzeitig wächst der Kostendruck durch steigende Rohstoffpreise und Personalkosten. Der Abbau der Belegschaft ist nicht der einzige Hebel, den die Geschäftsführung ansetzt, um der Entwicklung entgegenzusteuern. Es soll investiert werden in einen modernen Maschinenpark und in weitere Maßnahmen, die Produktionskosten minimieren und die Effizienz steigern.

Beitragen soll auch ein Ausbau der Kapazitäten, um „weiterhin der führende Anbieter für Waschmittelpulver in Europa“ zu bleiben und „den Anforderungen von Markt und Kunden gerecht“ zu werden. Um mit den Handelspartnern neue Märkte in Europa erschließen zu können hat Dalli im Oktober das Waschpulverwerk im österreichischen Warth erworben. 55.000 Tonnen Pulverwaschmittel können dort hergestellt werden; das erhöht die Kapazität des Konzerns um etwa 50 Prozent. 2009 hatten die Stolberger im spanischen St. Adira ein Werk für Flüssigwaschmittel übernommen. Durch Wachstum bei Kapazität und Flexibilität bemüht sich das Familienunternehmen, auf einem umkämpften und globalisierten Markt Schritt zu halten.

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