Fussball

Countdown zum Mittelrhein-Lokalderby: SV Breinig gegen VfL Vichttal

Letzte Aktualisierung:
15873540.jpg
Andi Avramovic ist der Trainer des Fußball-Mittelrheinligisten VfL Vichttal. Er äußer sich zum kommenden Derby gegen Breinig. Foto: Archiv

Stolberg. „Durchflutet von viel Enthusiasmus und Energie“, unter diesem Motto steht Teil 4 unseres Countdowns zum Mittelrhein-Lokalderby zwischen SV Breinig und VfL Vichttal, das am kommenden Wochenende in Vicht ausgetragen wird. Diesmal bezieht Vichttal-Coach Andi Avramovic zu elf Thesen Stellung.

Als Andi Avramovic zu Vichttal kam, stockte gerade der Aufwärtstrend des VfL. Die sportliche Situation war angespannt. Im vierten Jahr in der Landesliga lag das Team, das sich in den Spielzeiten zuvor stets in der Spitzengruppe wiedergefunden hatte, nach 13 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz. Der 41-Jährige schaffte die Wende: Zunächst gab es den Klassenerhalt, es folgte ein dritter Platz und schließlich der Aufstieg in die Mittelrheinliga. Kürzlich haben Avramovic und sein Team den Vertrag verlängert – bereits zum zweiten Mal, nun bis 2020. Vor dem elften Liga-Derby gegen den SV Breinig stellt er sich den elf Thesen unseres Mitarbeiters Johannes Mohren. Er spricht über das Abenteuer Mittelrheinliga, den „ganz besonderen Verein“ VfL Vichttal und seine weihnachtliche Wunschliste.

Es ist das erste Jahr des VfL Vichttal in der Mittelrheinliga. Und für Andi Avramovic als Trainer ist es neues Terrain. Auch nach zwölf Spielen ist es noch ein großes Abenteuer.

Avramovic: Definitiv. Das wird auch die nächsten Monate Woche für Woche ein großes Abenteuer bleiben, weil wir auf sehr hohem Niveau die Chance haben, unsere sportlichen Grenzen kennenzulernen.

Nur zwölf Gegentore bislang – Top-Wert in der Liga: Die defensive Stabilität ist der große Trumpf des VfL Vichttal.

Avramovic: Sie ist in unserer Denkweise über Fußball die absolute Basis, um gerade in so einer neuen, stärkeren Liga zurechtzukommen und Punkte einfahren zu können. Es war schon in der Vorbereitung unser Hauptaugenmerk, dass wir diesen Teil des Spiels extrem fokussiert angehen müssen. Das haben wir der Mannschaft immer wieder kommuniziert. Und jetzt sieht es zumindest statistisch so aus, als würden wir das ganz gut lösen.

Wenn Andi Avramovic seinen Kollegen Michael Burlet hingegen um etwas beneidet, dann ist das sein Sturm-Trio Wilden, Dautzenberg, Simons.

Avramovic (lacht): Wenn man ihn danach fragt, kann man ihn ja nicht beneiden. Wenn es einen Oscar für Understatement gibt, wüsste ich, wer von den Trainerkollegen den von mir bekommen würde. Vor der Saison habe ich schon gesagt, dass Breinig über einen Top-Kader verfügt und voraussichtlich unter den Top fünf in der Liga spielen wird. Inzwischen kennen wir die Kaderstrukturen von fast allen Mannschaften und ich habe offenbar nicht ganz Unrecht behalten. Der SV Breinig verfügt über Spieler, die zu dritt 26 Tore auf dem Konto stehen haben. Aber auch das wundert mich nicht. Das sind sechs Tore mehr als wir insgesamt geschossen haben. Mein Top-Torjäger hat drei Tore geschossen, die drei alle über acht. Da hat sich Breinig sicherlich auch noch einmal mit einer gewissen Sicherheit und Torgarantie verstärkt.

Weihnachten naht. Andi Avramovic hat ganz oben auf seine Wunschliste geschrieben: Weniger Verletzte in der Rückrunde.

Avramovic: Auf jeden Fall. Wir hatten in der Hinrunde schon das Gefühl, dass wir in der einen oder anderen Phase etwas eingeschränkt waren, was unsere Variabilität und unsere Entscheidungsmöglichkeiten angeht. Wir würden uns freuen, wenn wir in der Rückrunde über einen breiteren Kader verfügen könnten – weil es für die Konkurrenzsituation in der Mannschaft immer gut ist, und weil es uns einfach die Möglichkeit gibt, individueller in den einzelnen Spielen die Startelf zu besetzen.

18 Punkte sind es derzeit. Es gibt ein ordentliches Polster auf die Abstiegszone. Auch in der Saison 2018/2019 spielt der VfL Vichttal in der Mittelrheinliga.

Avramovic: Das ist viel zu weit entfernt. Wir planen jetzt logischerweise das nächste Spiel und dann schauen wir noch Richtung Vorbereitung auf die Rückrunde. Alles andere ist wirklich viel, viel zu weit in der Zukunft. Wenn uns jemand eine Garantie zukommen lassen könnte, dass wir unsere Spieler verletzungsfrei haben und über 21, 22 Mann verfügen, dann denke ich, dass wir gute Möglichkeiten haben, die Liga zu halten. Aber das kann eben niemand. Und insofern blicken wir nie über Monate hinweg nach vorne, sondern hoffen einfach von Woche zu Woche, dass wir gesund bleiben, vernünftig trainieren – und dann am Wochenende das abrufen können, was wir uns vornehmen.

Vor neun Jahren noch Kreisliga A. Jetzt in der Mittelrheinliga. Der wachsende Sportpark auf dem Dörenberg. Vichttal ist ein besonderer Verein.

Avramovic: Absolut. Das ist wirklich ein Konstrukt aus vielen Parametern. Das fängt damit an, dass wir sehr gute Voraussetzungen haben, diesem Sport nachzugehen. Wir dürfen das Aushängeschild des Vereins sein. Der ist durchflutet von viel Enthusiasmus und Energie, die Ehrenamtler investieren. Wir haben eine extrem große Fanschaft. Egal, wie weit weg wir gespielt haben, wir hatten fünfzig, sechzig Zuschauer auswärts im Gepäck. Das sind letztendlich alles Indikatoren, die uns spüren lassen, dass es ein ganz besonderer Verein ist und dementsprechend macht es uns enorme Freude, ihn in dieser Form in dieser Liga vertreten zu dürfen.

Andi Avramovic hat schon zum zweiten Mal verlängert. Jetzt läuft der Kontrakt bis 2020. Er hat noch viel mit dem VfL vor.

Avramovic: Wenn man ein wenig in die Vergangenheit schaut, dann war der Weg um das Trainerteam Avramovic nicht gepflastert von irgendwelchen kurzfristigen Engagements. Wir haben mit allen Beteiligten eine gemeinsame Ebene geschaffen, die es scheinbar ermöglicht, lange miteinander zu arbeiten und viel Spaß daran zu haben. Insofern war die Vertragsverlängerung auch eine sehr kurzweilige Entscheidung. Alles Weitere wird man dann in Zukunft sehen.

Das letzte Ligaspiel war am 19. November. Danach folgten witterungsbedingte Ausfälle. Breinig hingegen konnte immer spielen. Ist die lange Pause ein Nachteil?

Avramovic: Ein Vorteil ist es sicherlich nicht. Wir sind zu dem Zeitpunkt drei Wochen aus dem Wettkampfrhythmus. So haben wir etwas gegen die Wand gearbeitet. Woche für Woche intensiv trainiert, uns auf den jeweiligen Gegner vorbereitet, um letztendlich sonntags den Stecker gezogen zu bekommen und dienstags wieder neu zu beginnen. Aber es gehört auch zu unseren Aufgaben, die Mannschaft jetzt wieder so punktgenau vorzubereiten, dass wir am Sonntag ein gutes Derby spielen.

Vor dem Derby ist die Motivation in der Trainingswoche besonders groß.

Avramovic: Es ist für alle Spieler etwas Besonderes. Und in beiden Lagern werden alle alles dransetzen, um entweder in schwarz-weiß oder in blau-weiß in der Startelf zu stehen. Von daher geht es sehr intensiv und fokussiert zu.

Vichttal und Breinig kennen sich gut. In den vergangenen sechs Jahren gab es zehn Derbys. Andi Avramovic hat dennoch einen Plan, den Gegner zu überraschen?

Avramovic: Wir kennen die Spielweise des Gegners recht gut. Ich kenne Michael Burlet sehr lange – sogar noch aus meiner aktiven Zeit. Für uns geht es darum, dass wir die individuelle Qualität des Gegners im Griff halten und steuern. Das ist eine Hauptaufgabe.

Am 17. Dezember um 16:45 Uhr jubelt der VfL Vichttal?

Avramovic: Es gibt ja wahrscheinlich noch Nachspielzeit. Um 16:45 Uhr wird es noch nicht vorbei sein. (lacht) Der VfL Vichttal wird sich sicherlich zu dem Zeitpunkt darauf freuen, dass wir die dritte Adventskerze anzünden können, wenn wir nach Hause kommen, und eine Woche später in strahlende Kinderaugen schauen werden. Sportlich gesehen kann man das jetzt nicht voraussehen. Aufgrund der aktuellen Umstände mit der Wettkampfpause und den Eindrücken, die man aus der Ferne von Breinig hat, werden wir als leichter Außenseiter in die Partie gehen. Ich glaube, es wird eine sehr intensive Veranstaltung von beiden Seiten.

Am Freitag folgen in Teil fünf des Countdowns die nächsten elf Thesen – dann antwortet Breinig-Coach Michael Burlet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert