Stolberg - Countdown zum Lokalderby zwischen Breinig und Vichttal

Countdown zum Lokalderby zwischen Breinig und Vichttal

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Fußball-Mittelrheinligist SV Breinig, stehend Coach Michael Burlet, will in Vichttal beim Lokalderby eine gute Figur abgeben und möglichst einen Auswärtserfolg mitnehmen. So könnte der unerwartet gute Tabellenplatz gehalten werden. Foto: Archiv

Stolberg. Vor dem Lokal-Derby der beiden Fußball-Mittelrheinligisten, SV Breinig und VfL Vichttal kommt in unserem Countdown, Teil 5, der Breiniger Coach Michael Burlet zu Wort. Und bezieht, wie sein Gegenüber aus Vicht, Andi Avramovic, zu elf Thesen Stellung.

Der SV Breinig ist froh, ihn zu haben. Egal, wen aus dem Verein man fragt: Es gibt jede Menge Lob für Michael Burlet, der nun schon in der sechsten Saison an der Breiniger Seitenlinie steht. Aktuell erlebt der 52-jährige Trainer mit Platz vier in der Mittelrheinliga seine wohl beste Phase im Klub.

Doch der Rückhalt, den er erfährt, zieht sich durch die gesamte Zeit – und damit auch durch Situationen, die weitaus weniger erfolgreich waren. „Ein Trainer kann in Ruhe in Breinig arbeiten. Das ist das Allerwichtigste. Das hat auch nichts mit der Ligazugehörigkeit zu tun. Und das zahlt sich natürlich aus“, sagt Burlet. Vor dem elften Liga-Derby beim VfL Vichttal stellt er sich im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Johannes Mohren elf Thesen. Er spricht über die Zielsetzung des SV Breinig, hohe Motivation im Trainingsalltag – und Kollegen, die ihn zum Schmunzeln bringen.

Besseren Fußball als aktuell hat der SV Breinig in fünf Jahren unter Michael Burlet noch nie gespielt.

Burlet: Das kann ich bestätigen. Wir haben eine sehr homogene Mannschaft, die das verinnerlicht, was wir spielen wollen – und das passt auch zu den Spielertypen, die wir haben.

Platz 4 – und das als Aufsteiger. Es gibt derzeit nichts Schöneres als den Blick auf die Tabelle.

Burlet: Aber der Tabellenplatz ist für mich nicht so wichtig. Es ist eine schöne Momentaufnahme. Entscheidend ist, dass wir am Ende der Saison genügend Mannschaften hinter uns lassen. Wir profitieren aktuell auch davon, dass Teams wie Hürth, Bergisch Gladbach oder Alfter nicht richtig in die Gänge gekommen sind und so Punkte liegen gelassen haben.

Drei Spieler, 14 Spiele, 26 Tore: Auch als Trainer gerät man beim Offensiv-Trio Wilden – Dautzenberg – Simons ins Schwärmen.

Burlet: Wir haben nicht nur die drei. Das darf man nicht vergessen. Die leben auch von der ganzen Mannschaft. Und wir haben mit Christos Draganidis, der leider erst wenige Spiele machen konnte aufgrund seiner Verletzung, noch einen guten Stürmer in der Hinterhand. Aber ja: Ich glaube, dass wir da schon sehr, sehr gut besetzt sind für die Liga.

Breinig will immer mitspielen. Im Zweifel: lieber 4:3 als 1:0.

Burlet: Ja, das stimmt. Das sehe ich genau so. Da steckt natürlich auch eine gewisse Philosophie hinter. Ich glaube, seit ich in Breinig bin spielen wir sehr ansehnlichen Fußball. Das merkt man auch an Zuschauerzahlen. An Leuten etwa, die ich aus Eschweiler Zeiten noch kenne, die vorbeikommen. Oder Fußball-Kennern aus dem Aachener Raum, die sich auf einmal bei uns befinden und Fußball gucken. Das bestätigt nur, dass die Jungs guten Fußball auf dem Platz zeigen. Wichtig ist aber: Wir haben auch eine richtig gute Defensive. Gegen Bergisch Gladbach haben wir am Sonntag zum ersten Mal in der Saison drei Tore rein bekommen.

Wenn Trainerkollegen nach dem Spiel fragen, ob Breinig für die Regionalliga meldet, macht das Michael Burlet stolz.(lacht)

Burlet: Das geht da rein und da raus. Das nehme ich auch nicht so wichtig. Das sind ja unrealistische Sachen. Von daher muss ich darüber schmunzeln.

Michael Burlet ist von Platz 4 gar nicht so überrascht. Es war auch Understatement dabei, als vor der Saison der Klassenerhalt als Ziel ausgerufen wurde. Der Kader ist stark. Jetzt will sich Breinig dort auch festsetzen.

Burlet: Ich bin völlig überrascht, dass wir da stehen. Es gibt Mannschaften, die ganz andere Voraussetzungen haben, wenn man die Kader durchgeht. In der Vorbereitung hatten wir schon ein gutes Gefühl, in die Saison hineinzugehen. Aber dass wir zum jetzigen Zeitpunkt diesen Platz und 25 Punkte haben, hätte ich nicht für möglich gehalten. Wir wollen weiterhin möglichst schnell 36, 37 Punkte ergattern. Das ist das Minimalziel. Wir haben ein gutes Gefühl dabei, wir genießen die Situation – aber wir sind natürlich auch gewarnt und gehen dementsprechend vorsichtig damit um. Wir sehen ja, wie schwer es selbst Mannschaften haben können, die als Topfavoriten gehandelt wurden. Wir müssen noch genügend Punkte holen. Wenn wir die einmal haben, können wir uns andere Ziele setzen.

Die erste Saison in der Mittelrheinliga vor zwei Jahren mit dem direkten Abstieg war schmerzhaft. Trotzdem wäre ohne diese Erfahrungen der momentane Erfolg nicht denkbar.

Burlet: Die Jungs, die schon vor zwei Jahren dabei waren, haben schon eine gewisse Erfahrung mitgenommen und sich weiterentwickelt. Davon profitieren wir mit Sicherheit. Mit denen, die neu dazu gekommen und wirklich gut eingeschlagen sind, ist das ein guter Mix, den wir momentan haben. Und ich hoffe, dass wir das möglichst lange so bewahren können.

Jetzt zahlt sich Treue in schweren Zeiten – wie in eben dieser Abstiegs-Saison – aus. Festhalten am Trainer auch in solchen Phasen lohnt sich.

Burlet: Ja. Aber da hatte ich auch noch nie Bedenken in Breinig. Frank Laumen (Anm. der Red.: erster Vorsitzender des SV Breinig) und sein Team haben immer zu mir gestanden. Wir haben schwere Zeiten gehabt. Auch schon, als ich gekommen bin – und wir erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt in der Landesliga geschafft haben (Anm. der Red.: Saison 2012/13). Ich glaube, das war übrigens ein Grundstein für den Erfolg, den wir nun haben. Das war die schwierigste Aufgabe, zu dem damaligen Zeitpunkt die Liga zu halten. Für alles danach gibt es viele Faktoren. Da haben viele Leute zu beigetragen. Ein Trainer kann in Ruhe in Breinig arbeiten. Das ist das Allerwichtigste. Das hat auch nichts mit der derzeitigen Ligazugehörigkeit zu tun. Und das zahlt sich natürlich aus.

Die Tabelle lügt nicht. Breinig ist die Nummer eins im Stolberger Fußball – und der gesamten Städteregion.

Burlet: Da bin ich ganz ehrlich: Das ist mir relativ egal. Es gibt mit Sicherheit Leute, die Wert darauf legen – bei mir ist das nicht so. Ich will, dass meine Mannschaft vernünftig Fußball spielt. Das setzt sie im Moment gut um. Das ist mir viel wichtiger.

Vor dem Derby ist die Motivation in der Trainingswoche besonders groß.

Burlet: Nein, die ist bei uns immer gleich hoch. Die Mannschaft passt in sich gut zueinander. Es sind alles Freunde. Das ist für einen Trainer nicht immer nur einfach. Lieber wäre mir, es gäbe ab und an auch mal eine Reiberei – das gehört auch dazu. Aber die Jungs haben eine tolle Kameradschaft und das trägt das Ganze natürlich mit.

Am 17. Dezember um 16:45 Uhr jubelt der SV Breinig?

Burlet: Wir werden sehen. Es ist ein Derby, in dem sich beide Mannschaften auf Augenhöhe befinden. Es sind zwei starke Teams, die bewiesen haben, dass sie auch eine Bereicherung für die Liga sind. Es kann deshalb alles passieren. Für uns ist es ein schweres Auswärtsspiel. Dass wir das gewinnen wollen, ist völlig klar. Aber das wird auf Vichttaler Seite kaum anders sein.

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