Stolberg - Contergan-Opfern soll Gedenktafel gewidmet werden

Contergan-Opfern soll Gedenktafel gewidmet werden

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. „Am 1 Oktober 1957 kam das Medikament Contergan in den Handel”, erinnert Andreas Meyer vom Bund Contergan-Geschädigter und Grünenthal-Opfer. Am Donnerstag, dem 52. Jahrestag, wird im Beschwerdeausschuss ein besonderer Bürgerantrag, der Antrag von Johannes Igel, diskutiert.

Johannes Igel ist 47 Jahre alt und einer der etwa 2800 in Deutschland lebenden Contergan-Geschädigten. Seit seiner Geburt leidet er unter den Folgen der Schlafmitteleinnahme. Bei 10.000 Neugeborenen hat das Mittel zu Missbildungen geführt, viele hat es das Leben gekostet.

Am 13. Juni schickte Igel von seinem Heimatort Morbach im Hunsrück einen Brief an Bürgermeister Ferdi Gatzweiler. „Ich würde gerne eine Gedenktafel in Stolberg aufstellen lassen. Mit dieser Tafel möchte ich an die lebenden Opfer und vor allem an die vielen Toten erinnern”, erklärt Igel. Noch werde über die Vorfälle geschrieben und gesprochen, aber Igel möchte ein überdauerndes Zeichen setzen. „Dieser Skandal soll nie in Vergessenheit geraten”, betont er.

Die Gedenktafel versteht er auch als eine Warnung an die Pharmaindustrie. „Die Firmen werden nicht aus der Verantwortung entlassen, solche Skandale können nicht unter den Teppich gekehrt werden.”

Nach den Vorstellungen des Contergan-Geschädigten soll es eine kleine, schlichte Gedenktafel werden, die in einem Haus oder auf einem Platz in Stolberg aufgestellt werden könnte. Kontakt zu der Firma Grünenthal hat Igel nicht aufgenommen - und das möchte er auch künftig nicht tun. „Über die Unterstützung der Stadt würde ich mich aber sehr freuen”, sagt Igel und hofft, dass seine Idee in der Sitzung am Donnerstag weiter vorangetrieben wird.

Für die Nacht von Freitag (2. Oktober) auf Samstag hat der Bund Contergan-Geschädigter und Grünenthal-Opfer erneut eine Mahnwache vor dem Werksgebäude in Stolberg angesetzt - ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen.
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