Stolberg - Contergan-Mahnmal: Geeigneter Standort ist gefunden

Contergan-Mahnmal: Geeigneter Standort ist gefunden

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Ubereinstimmung in der Standortfrage: Initiator Johannes Igel, Bürgermeister Ferdi Gatzweiler und Künstler Bonifatius Stirnberg (v.l.) mit einer der beiden Skulpturen zum Thema Contergan. Foto: J. Lange

Stolberg. „Ich habe schon immer einen geeigneten Platz für die Skulpturen-Gruppe gesucht”, sagt am Ende Bonifatius Stirnberg. „Hier ist der richtige Platz!” Dieser liegt im Foyer des Kulturzentrums Frankentals oberhalb der Treppe vis-a-vis dem Zugang zum Theatersaal.

Und gefunden worden ist er für das Mahnmal, das den Titel „Zur Erinnerung an die Toten und Lebenden der Contergan-Katastrophe” tragen soll. Von Johannes Igel aus Morbach im Hunsrück stammen diese Zeilen. Der Contergangeschädigte hatte die Initiative ergriffen, am früheren Heimatstandort des Schmerzmittel-Produzenten Grünenthal den Folgen von Contergan zu gedenken.

Grünenthal selbst unterstützt die Einrichtung einer Erinnerungsstätte. „Wir tragen damit der besonderen Situation Rechnung, die durch die Contergan-Tragödie für unseren damaligen Heimatstandort Stolberg entstanden ist”, betonte Unternehmenssprecherin Kira Goertz und verwies darauf, dass darüber hinaus „Grünenthal bedarfsorientierte Projekte aufsetzen möchte, um die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern.” Mit der Aufstellung der Skulptur unterstütze Grünenthal „ein Erinnerungssymbol für alle von Contergan Betroffenen”, so Goertz.

Die Betroffenheit hat auch Bürgermeister Ferdi Gatzweiler verspürt, seitdem er seit eineinhalb Jahren um ein geeignetes Gedenken in Gesprächen mit Johannes Igel, Opferverbänden, Grünenthal und dem Stadtrat steht. „Es ist gelungen eine breite Akzeptanz zu finden”, konstatiert Gatzweiler. „Es gibt zwar nicht überall Zuspruch”, sagt der Bürgermeister mit Blick auf zwei Verbände, die sich gegen eine Förderung durch das Unternehmen ausgesprochen hatten, „aber die positive Resonanz überwiegt bei weitem.”

Im positiven Sinne wird an dem Nachmittag auch der Dialog in der Standortfrage fortgesetzt. Dass mit dem stark frequentierten Kulturzentrum Frankental Frankental ein geeigneter Standort gefunden ist, bleibt unstrittig. Und über die Details werden sich der Künstler und der Initiator schnell einig. Das zuerst ins Blick genommene Podest rechts des Eingangs erscheint bei näherere Betrachtung Bonifatius Stirnberg ein „zu unruhiger Standort” zu sein. Den rechten Platz findet man bei einer Besichtigung vor der Wand gegenüber dem Zugang zum Theatersaal.

Dort soll nun ein geeignetes Podest geschaffen werden, das beide Skulpturen hervorheben soll. Denn darin sind sich Igel und Stirnberg ebenso schnell einig: Die beiden Objekte gehören zusammen: die Skulptur mit dem Stuhl, auf dem ein contergan-geschädigtes Mädchen sitzt, sowie der leere zweite Stuhl, an dem nur noch die vom Körper eingedrückte Sitzfläche zu sehen ist. „Ein Ensemble, das in vielen Ausstellungen die Betrachter betroffen macht”, erklärt Stirnberg. Auch an den weiteren Details der Präsentation wollen Künstler und Initiator weiter gemeinsam feilen.

Ein Film-Team des SWR begleitet Johannes Igel bei seinem Engagement; voraussichtlicher Sendetermin ist die „Landesschau Rheinland-Pfalz” am Montag ab 18.55 Uhr.
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