Stolberg - Container-Schießstand ohne Miete und Nebenkosten

Container-Schießstand ohne Miete und Nebenkosten

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:
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Hier soll der Container-Schießstand entstehen: An der Rückseite der Turnhalle in Zweifall. Foto: K. Linden

Stolberg. Die Suche nach einer Heimat für die St. Sebastianus-Schützen dürfte ein Ende gefunden haben. Am Dienstagabend folgte der Rat der Stadt mehrheitlich dem Verwaltungsvorschlag, den Zweifaller Schützen einen Gesellschaftsraum im Obergeschoss des Turnhallenanbaus anzubieten und sie einen Containerschießstand hinter dem Gebäude errichten zu lassen.

Haltung stößt auf Unverständnis

Dass die Diskussion im Rat dennoch beinahe in eine Grundsatzdebatte über Jugendarbeit, Ehrenamt und den städtischen Haushalt abglitt, lag an den Anträgen von FDP und Grünen, die dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht folgen wollten. Beide Fraktionen störten sich an der Tatsache, dass die Räumlichkeiten im Turnhallenanbau den Schützen nicht nur mietfrei überlassen werden, sondern die Stadt auch noch die Betriebskosten übernimmt.

Dass in diesen Genuss nicht nur die Schützen, sondern zum Beispiel bis zum Jahr 2015 auch alle Fußballvereine auf ihren Anlagen kommen, ließ FDP-Fraktionschef Bernd Engelhardt nicht als Argument gelten: Dies seien bestehende Verträge. Angesichts der Haushaltslage müsse man aber jeden neuen Vertrag nutzen, die Stadtkasse zu entlasten.

Eine Haltung, die zumindest bei Tim Grüttemeier (CDU) auf reichlich Unverständnis stieß, hatten FDP und Grüne doch kurz zuvor in der selben Sitzung auf eine Gewerbesteuererhöhung verzichtet, mit der, so Grüttemeier, Einnahmen in deutlich größerer Höhe hätten erzielt werden können. Es gehe hier, so der CDU-Fraktionsvorsitzende, um „ein hochsensibles Thema” und die Gelegenheit, „endlich einen Schlussstrich unter die Angelegenheit zu ziehen”.

Darin war sich die CDU einig mit der SPD, und so stimmten beide Fraktionen geschlossen für die Lösung. „Es besteht die Chance, dass der Friede nach Zweifall zurückkehrt”, sagte Dieter Wolf (SPD) und würdigte zugleich Bürgeramt und Ehrenamt, wie sie von Vereinen wie den Schützen geleistet würden.

„Wir haben seit zwölf Jahren die Zuwendungen für Ehrenamtler nicht mehr erhöht”, so Wolf. „Wir können nicht riskieren, dass Bürgerarbeit und Ehrenamt in Zukunft immer weniger werden.” Ähnlich wie Grüttemeier lobte Wolf die hohe Eigenleistung, die die Schützen zu bringen bereit sind: „Wenn wir die finanziellen Schrauben nun noch enger ziehen, verlieren wir jedes Maß.

„Das ist nicht gerecht”

So leicht wollte Uschi Küpper dem aber nicht folgen. „Wir belasten die Bürger mit höheren Steuern und reduzieren Angebote wie zum Beispiel die der Stadtbücherei, und auf der anderen Seite erlassen wir einem Verein, der liquide genug ist, einen eigenen Containerschießstand zu bauen, alle Miet- und Nebenkosten.” Das sei nicht gerecht, argumentierte die Grünen-Fraktionschefin, die zudem wissen wollte, warum der Schießstand, wenn er denn mit Containern errichtet werden kann, überhaupt auf dem Schulgelände entstehen müsse.

Die Anträge der Grünen, einen alternativen Standort zu suchen sowie eine komplette Miete für die Raumnutzung zu erheben, wurden jedoch beide abgelehnt, ebenso der gemeinsame Antrag von FDP und Grünen, Nebenkosten zu erheben.
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