Comedy und Akrobatik werden in grandioser Weise kombiniert

Von: Jan Schlegelmilch
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Atemberaubend waren nicht nur die Pointen, sondern mitunter auch die artistschen Einlagen von „Herr Schultze und Herr Schröder” im Museum Zinkhütter Hof. Foto: J. Schlegelmilch

Stolberg. Skurrile Gestalten und bizarre Persönlichkeiten hat Stolberg schon viele gesehen. Doch im Zinkhütter Hof stellte sich jetzt ein Duo vor, das in seiner Art wohl unvergleichlich ist und auch den Kupferstädtern noch völlig fremd war.

Streng an die Kopfhaut angegelte Haare, schwarze Hornbrillen, dazu maßgeschneiderte Anzüge und Krawatten - Herr Schultze und Herr Schröder geben alleine äußerlich schon ein grotesk-komisches Bild ab. Und ausgerechnet zu ihrer angeblich tausendsten Aufführung landen die beiden ausgefallenen Protagonisten auf der Bühne des Zinkhütter Hofs und begeistern das Publikum dort mit einer einmaligen Show.

Urkomisch und kreativ

„WallStreetTheatre” nennen Herr Schultze und Herr Schröder, die mit bürgerlichem Namen Andreas Wiegels und Christian Klömpken heißen, die urkomische und gleichzeitig kreative und oft bewundernswerte Mischung aus Comedy und Elementen der Artistik. Ihren spitzzüngigen Wortwitz transportieren die beiden Komiker vor allem mit Hilfe ihres ausgeprägten englischen Akzents und mit einem herrlichen Minenspiel, das für die Figuren Herr Schultze und Herr Schröder das charakteristische Merkmal schlechthin ist. Dabei hat Herr Schultze die deutsche Sprache auf der Volkshochschule und Herr Schröder beim Goethe-Institut gelernt - was hin und wieder zu Sticheleien führt.

Ohnehin ist es die Interaktion der beiden untereinander sowie die Einbindung des Publikums, die das „WallStreetTheatre” auszeichnen. Lachend zusehen muss das Publikum noch, als Herr Schultze ein zwischen den Pobacken seines Partners eingeklemmtes chinesisches Essstäbchen mit der Peitsche durchtrennen will. Bei der nächsten Nummer bedarf es jedoch der Hilfe zweier Damen aus den Reihen der Zuschauer, die Schultze und Schröder in zwei Rollen Frischhaltefolie einwickeln und sie in eine missliche und zugleich ausgesprochen komische Lage bringen.

Doch der Befreiungsakt gelingt den Zweien ebenso wie weitere artistische Kunststücke, die neben den witzigen Momenten für Staunen im Museum Zinkhütter Hof sorgen. So bringt es der bis auf die Unterhose entblößte Herr Schultze fertig, sich komplett mit Hemd, Hose, Jacke und Anzug einzukleiden, während er sich mit seinem Partner aus gut vier Metern Entfernung Jonglierkeulen zuwirft. Auch beim „chinesischen Handstand” auf drei übereinander getürmten Stühlen beweisen die Comedians akrobatisches Geschick.

Zahlreiche Preise gewonnen

Allerdings kommt dieses Können nicht von ungefähr: Unmittelbar nach dem Abschluss an der Nationalen Britischen Circus- und Theaterschule „Circomedia” in Bristol gründeten Andreas Wiegels und Christian Klömpken 1993 das „WallStreetTheatre”. Seitdem hat sich das Duo sowohl national wie auch international einen Namen gemacht und zahlreiche Preise gewonnen.

Kein Wunder also, dass Schultze und Schröder ihr nicht ganz ernst gemeintes Urteil über das „Kuhdorf” Stolberg schnell gefällt hatten und lustige Vergleiche anstellten. „Das ist ja wie in Mulartshütte hier”, meinte Schultze, und Schröder verabschiedete sich nach eineinhalb Stunden bester Unterhaltung so: „It was a pleasure for us to be with you in this Kaff.”
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