Columbia sagt Nein zum Standort Atsch

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
6669421.jpg
Der FC Columbia möchte eigentlich lieber weiter auf seinem Platz am Trockenen Weiher spielen. Ein Umzug in die Atsch wird aber kaum zu vermeiden sein. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. Es war nicht gerade leicht in den vergangenen Wochen, eine Stellungnahme von den Verantwortlichen des FC Columbia Stolberg einzuholen. Mehrere Anfragen unserer Zeitung zu den Zukunftsplanungen des Vereins blieben unbeantwortet, und auch Andreas Pickhardt wunderte sich über die Zurückhaltung des Traditionsklubs vom Donnerberg.

„Es wird ja schon seit Monaten öffentlich über das geplante Baugebiet an der Stadtrandsiedlung gesprochen. Der FC Columbia hat aber bis heute keinen Kontakt mit der Stadt aufgenommen“, erklärte der zuständige Fachbereichsleiter in dieser Woche.

Jetzt aber könnte Bewegung in die Sache kommen, denn erstmals hat sich mit Bernd Pidanzet ein Vorstandsmitglied geäußert. Und das sehr eindeutig: „Ein Umzug in die Atsch kommt für uns nicht in Frage“, erteilt der zweite Vorsitzende dem Vorschlag von Bert Kloubert eine Absage.

Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes hatte nach eigener Aussage eine Anregung von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler aufgegriffen und den Bau einer modernen Sportanlage in der Atsch vorgeschlagen, die in Zukunft vom dortigen SV ASA sowie von Columbia und dem TSV Donnerberg genutzt werden könnte. Das aber kommt für Pidanzet nicht in Frage: „Ein Umzug in die Atsch wäre für die Vereine vom Donnerberg tödlich“, ist er überzeugt und verweist auf die Mitglieder – knapp 200 sind es derzeit beim FC Columbia –, die nahezu ausnahmslos auf dem Donnerberg wohnten.

Die beste Lösung aus Sicht des Vereins sei deshalb, den bestehenden Platz am Trockenen Weiher zu erhalten. „Der wird ja nicht nur von uns Columbianern genutzt, sondern täglich auch von mindestens 20 Kindern und Jugendlichen sowie von Freizeitsportlern. Die Anlage ist öffentlich zugänglich und für den Stadtteil von großer Bedeutung“, zeigt sich der zweite Vorsitzende überzeugt.

Weil der Aschenplatz dem geplanten Baugebiet aber wohl unwiderruflich im Wege steht, hat man sich beim FC Columbia zwischenzeitlich auch Gedanken über einen Plan B gemacht. „„Wenn wir denn tatsächlich unsere alte Heimat verlassen müssten, sollte die Alternative in der Nähe liegen“, meint Bernd Pidanzet. Wiesen an der K6 kämen für ihn beispielsweise in Frage. „Nach unseren Informationen kann dort nicht gebaut werden, weil es früher Bergbau gegeben hat.“

Ob das tatsächlich zutrifft, ist für Andreas Pickhardt weniger erheblich, denn: „Ein Grunderwerb auf dem Donnerberg ist nicht vorgesehen“, betont der Fachbereichsleiter. „Jeder weiß, was die Einrichtung einer völlig neuen Anlage bedeuten und kosten würde. Es ist klar, dass dies den Rahmen sprengt.“

Stattdessen favorisiert die Stadt „aus Kostengründen“ eine Konzentration auf den Platz des TSV Donnerberg an der Birkengangstraße. Eine Umwandlung des Aschen- in einen Kunstrasenplatz sei dort problemlos möglich. „Und es gibt auch die Option, ein zusätzliches Kleinspielfeld anzulegen.“ Notfalls müsste die Grillhütte an anderer Stelle aufgebaut werden.

Bernd Pidanzet betrachtet derartige Pläne eher skeptisch – weniger aufgrund der geografischen Lage des Platzes als vielmehr wegen der Kapazitäten. „Wir haben fünf Jugendmannschaften, der TSV hat sechs. Hinzukommen zwei Seniorenteams pro Verein und unsere Alten Herren“, zählt der Columbianer auf und fürchtet Engpässe. Andreas Pickhardt schätzt die Lage jedoch anders ein. „Man darf nicht vergessen, dass es auch berechtigte Interessen von Vereinen gibt, die nicht die Möglichkeit haben, Grundstücke zu vermarkten.“

Auch diese müssten im Zuge der so genannten Poollösung berücksichtigt werden. „Wir wollen die Sportplatz-Landschaft in Stolberg grundsätzlich verändern und nicht mehr viele schlechte, sondern weniger, aber sehr gute Spielstätten haben“, unterstreicht der Fachbereichsleiter. Das Beispiel FC Stolberg zeige, dass weniger auch mehr sein könne: „Dort handelt es sich um ehemals drei Vereine mit vier großen Plätzen, die demnächst über zwei große Plätze und ein Kleinspielfeld verfügen werden.“

Saison 2015/16 noch gesichert

Die Positionen von Stadt und FC Columbia liegen also noch weit auseinander. Auch deshalb empfiehlt Andreas Pickhardt dem Klub dringend ein Gespräch mit der Verwaltung. „Am besten mit dem Bürgermeister, denn ich bin bei dieser Angelegenheit in erster Linie als Geschäftsführer der Stolberger Bauland GmbH involviert.“

Die zusammen mit der Sparkasse Aachen (Immobilien) gegründete Gesellschaft bemüht sich nicht nur um die Vermarktung von Sportplätzen als Bauland, sondern auch um die Realisierung des Baugebietes auf dem Donnerberg. „Das Bauleitplanverfahren wird mindestens ein Jahr dauern. Und dann muss ja noch gebaut werden“, schaut Pickhardt nach vorne und sagt: „In der Saison 2015/16 wird Columbia noch an gewohnter Stelle spielen können.“

Weiter will er noch nicht gehen, und dennoch dürfte klar sein: Danach ist Schluss mit Fußball am Trockenen Weiher.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert