Clubausweise auch diesmal hoch im Kurs

Von: Dirk Müller
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Marion Meurer und Patrick Esse
Marion Meurer und Patrick Esser stempeln Clubausweise ab und füllen reichlich neue aus, denn die Vichter Kinderdisco ist bei den Zehn- bis 13-Jährigen sehr beliebt. Foto: D. Müller

Stolberg-Vicht. Bereits 15 Minuten, bevor die Kinderdisco „Skyline” um 18 Uhr ihre Pforte öffnet, bilden rund 20 Kinder eine Schlange vor der Türe des Vichter Pfarr- und Jugendheims.

Eine halbe Stunde später gibt es keine Clubausweise mehr, und Marion Meurer, Leiterin des Disco-Teams der Pfarre St. Johannes Baptist, muss improvisieren und vorläufige Mitgliedsbescheinigungen abstempeln. „Oft haben einige der Kinder ihre Clubausweise verloren oder einfach nicht dabei, aber heute haben wir etwa 20 neue Gesichter gesehen”, freut sich Meurer, die mit Patrick Esser an der Kasse sitzt.

Der Eintritt zur Kinderdisco „Skyline” kostet die Zehn- bis 13-Jährigen nur einen Euro, ebenso wenig zahlen die 13- bis 16-Jährigen für den Einlass zur Jugenddisco „Freeze”. Beide finden - abgesehen von den Ferien - einmal im Monat an der Rumpenstraße statt. „Der Clubausweis wird jedes Mal abgestempelt, und wer acht Stempel gesammelt hat, bezahlt dann einmal keinen Eintritt”, erklärt Esser. „Skyline erfreut sich großer Beliebtheit, nicht nur bei Vichter Kindern. Neue Clubausweise werden zum Beispiel auch auf Mausbacher und Büsbacher Anschriften ausgestellt.

„Ich finde es super hier. Im Skyline ist immer ?was los, und wir können uns die Musik selbst wünschen”, beschreibt Yannick. Der Zwölfjährige wohnt in Breinigerberg und geht seit über einem Jahr regelmäßig ins Vichter „Skyline”. Circa 60 Kinder bevölkern heute den Raum im Pfarr- und Jugendheim, der sich hinter einer „großen Disco” nicht verstecken muss: Um die Tanzfläche herum laden Bänke zum Sitzen ein, es gibt Barhocker, eine lange Theke und zwei gemütliche Sitzecken mit „Lounge-Charakter” - alles in stilgerechtem Ambiente. Zahlreiche Lichteffekte, eine Nebelmaschine und vier Flachbildschirme, die coole Fotos und wechselweise die nächsten „Skyline”-Termine zeigen, vervollständigen das Bild, bei dem echte Club-Atmosphäre aufkommt.

Gekrönt wird das Ganze von DJ Christoph Wolff mit seiner professionellen Beschallungsanlage. Auf bereitliegende Zettel können die jungen Gäste ihre Musikwünsche schreiben, die dann in der Reihenfolge, wie sie beim DJ eingehen, erfüllt werden.

Wie in einer Disco für Besucher ab 18 Jahre gibt es im „Skyline” und im „Freeze” auch Hausregeln, unter anderem sind Drogen, Streit, Gewalt und Waffen nicht gestattet, und es herrscht Rauchverbot. „Wir wollen die Kinder und Jugendlichen auch an den großen Disco-Betrieb gewöhnen. Dazu gehört beispielsweise auch ein respektvoller Umgang untereinander und mit dem Personal. Manche lernen hier, dass es nicht zwei Cola sondern ich möchte bitte zwei Cola haben heißt”, erläutert Karsten Fischer vom Disco-Team.

Die Preise für Cola und Co. sind mit 50 Cent im Unterschied zur „großen Disco” ebenso moderat wie der Eintritt. Alkoholfreie Cocktails kosten einen Euro, und die Preise für Snacks sind ebenfalls jugendfreundlich. Alkoholische Getränke werden selbstverständlich nicht ausgeschenkt und dürfen auch nicht mitgebracht werden.

Ein Auge darauf hat das neunköpfige Disco-Team, das sich ehrenamtlich um Kasse, Garderobe, Theke, Musik, Licht und natürlich die jungen Besucher kümmert. Das Angebot beider Discos sei wichtig, da es für Kinder und Jugendliche im Ort und in der näheren Umgebung wenig Möglichkeiten gebe, sich regelmäßig in lockerem, aber doch beaufsichtigtem Rahmen zu treffen, meint Meurer.„Außerdem leistet unser Team kirchliche Jugendarbeit. Auf diesem Weg können wir junge Menschen gut an die Kirche heranführen. Daher sind wir auch froh, die volle Unterstützung des Kirchenvorstands zu genießen”, sagt die Teamleiterin, die schon seit zwölf Jahren in den Discos engagiert ist.

Die Kinder jedenfalls fühlen sich wohl im „Skyline”: „Ich hab mir schon das richtige Lied gewünscht; gleich tanzen wir Jump-style”, kündigt der elfjährige Simon freudig an. Die rund 60 - zu gleichen Teilen - Mädchen und Jungen unterhalten sich, tanzen und haben Spaß.

Das „Freeze” indes hat sich zu einem „Sorgenkind” entwickelt, denn immer weniger Jugendliche nehmen das Angebot an. „Woran es liegt, wissen wir nicht”, gesteht Marion Meurer ratlos ein. Um eine homogene Zielgruppe zu schaffen, habe man die frühere Altersspanne (14 bis 18) nun in 13 bis 16 Jahre geändert und hofft auf eine Wiederbelebung der Jugenddisco.

Aufgeben werde das Disco-Team jedenfalls nicht, da es sich berechtigte Hoffnung auf Nachwuchs machen kann: „Viele der Skyline-Gäste sind bald 13 Jahre oder älter und werden dann bestimmt zu ,Freeze-Besuchern”, zeigt sich Meurer zuversichtlich.
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