Clan Mac Kinnon nimmt Stolberger in seinen Reihen auf

Von: Jürgen Lange
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Die beiden kontinentalen Führer des Clans Mc Kinnon auf dem Jülicher Epochenfest im Mai: Robert Amyot (r.) und Frank Thyssen (2.v.r.), der erste Commissioner für Deutschland. Foto: J. Lange

Stolberg. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Stolberger Grünen ist Frank Thyssen sicherlich auf politischem Parkett firm. Noch versierter ist der 50-Jährige mit Tartan, den Karos der schottischen Familien. Eine solche Familie hat Thyssen adoptiert: Der traditionsreiche Clan Mac Kinnon hat den Wahlstolberger in seinen Reihen aufgenommen.

Seit einigen Monaten bereits engagiert sich der Arbeitsvermittler beim Kreis Düren für diesen Verbund, der Tradition und Kultur des Clans mit Stammgebiet auf den Hebriden-Inseln pflegen und mit persönlichen Kontakten für die Verständigung über Grenzen hinweg eintreten möchte.

Im Mai begeisterte Frank Thyssen eine Delegation aus Frankreich mit dem für den Kontinent zuständigen Commissioner Robert Amyot an der Spitze für die Kupferstadt. Sie war anlässlich des Epochenfestes in Jülich aus dem französischen Vaully sur Sauldre angereist, um dort über den Clan zu informieren und Werbung zu machen. Erst in diesem Jahr haben die Mac Kinnons auf dem Kontinent mit der Akquise begonnen. Im Mai waren 70 neue Familienmitglieder gewonnen; mittlerweile sind es über 100, die von der Gesellschaft mit Hauptsitz in Nordamerika und weltweit über 1000 Familienmitgliedern aufgenommen worden sind.

27 deutsche Mitglieder

In Deutschland zählt der Clan Mac Kinnon bereits 27 Mitglieder. Und das ist sicherlich auch ein Verdienst von Frank Thyssen, der mit Begeisterung in sozialen Medien, bei Veranstaltungen und historischen Festen für seine Familie wirbt. Mit Datum vom 3. August hat der John McKinnon, der Vorsitzende des Vorstandes der Gesellschaft den Stolberger zum Commissioner für Deutschland ernannt. Die Kupferstadt ist somit aufgestiegen in den Rang des deutschen Sitzes der Mac Kinnons.

Das ist auch ein Grund zum Feiern. Und was würde sich da besser eignen als die Stolberger Stadtparty vom 9. bis 11. September. „Dann werden wir mit unserem Clan-Zelt vor dem Rathaus präsent sein“, berichtet Commissioner Thyssen Mac Kinnon. Jede Menge Information über den Clan, Bücher, historische Waffen und viel Musik werden die Schotten dann im Gepäck haben. Eigens aus Frankreich reist eine elfköpfige Delegation mit Commissioner um Robert Amyot an. Die Celtic-Folk-Gruppe Dunakin spielt auf, und Piper Frederic beweist, welch elegante und mitreißende Klänge einem Dudelsack entlockt werden können.

Temporären Besuch wird es zudem von weiteren Clan-Mitgliedern geben, die die zeitgleich stattfindenden Highland Games in Krefeld und das Mittelalterfest in Gangelt besuchen. Zudem gesellt sich der befreundete deutsche Clan-Chef der Mac Gregors zu den Mac Kinnon. Für den Stadtparty-Sonntag ist zudem ein Eintrag ins Goldene Buch der Kupferstadt Stolberg geplant. Und selbstverständlich mit von der Partie ist eine gehörige Portion des Drumbuie – das Whisky-Getränk mit bedeutender Tradition für den Clan, der in der Vergangenheit eine wechselvolle und kriegerische Geschichte teilte.

Der Name Mac Kinnon wird auf eine Wandlung des gälischen Mac Fionghuin („Sohn des Wohlgeborenen“) aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten zurückgeführt. Skye, Mull, Iona und weitere Hebriden-Inseln gelten als das Stammgebiet des Clans, der auf Seiten der Stuarts den englischen Eindringlingen aus dem Hause Hannover die Stirn geboten hatte. Nach einer Reihe von mehr oder weniger ruhmreichen Schlachten endete die Auseinandersetzung mit der vernichtenden Niederlage von Culloden im April 1746.

Die Legende des Drambuie

Und die Mac Kinnons verhalfen gemeinsam mit der legendären Flora McDonald – auf Skye wird ihr mit einem imposanten Grabmal gedacht– dem schottischen Prinzen Charles Edward III. Stuart zur Flucht. Der Jakobiten-Prinz dankte es dem Clan der Legende nach mit dem geheimen Rezept des Whisky-Likörs Drambuie, während die englischen Truppen die Heimat des Clans verwüsteten, Tausende Familienmitglieder töteten oder bei den „Clearances“ vertrieben. Die aufkommende Schafzucht und spätere Industrialisierung taten das Übrige, um verbliebene Familienmitglieder vor allem in die neue Welt zu verschiffen.

„Heute leben mehr Mac Kinnan in aller Welt verstreut als in Schottland“, sagt Amyot, der ursprünglich aus Kanada stammt. Immerhin lebt mit Anne Gunhild Mac Kinnon of Mac Kinnon die 38. Clan-Cheffin in Schottland.

Der erste Commissioner für den alten Kontinent selbst wohnt in einem kleinen Stück Schottland im Herzen Frankreichs. Dort ließen sich Kämpfer der „alten Allianz“ nieder, die 1165 Franzosen und Schotten gegen England geschlossen hatten und die in folgenden Jahrhunderten immer noch Bestand in gegenseitiger Unterstützung und Hilfe hatte. Im Herzen Frankreichs fertigt das deutschstämmige Familienmitglied Jennifer Charlot Taschen für den Clan und Amyots Frau Chrystel schneidert die Kilts.

Heute erwacht dank der Mac Kinnons die deutsch-französische Freundschaft zu neuer Blüte. „Immer mehr unserer französischen Freunde versuchen sich an der deutschen Sprache und umgekehrt“, freut sich Frank Thyssen. Ganz familiär unterstützt man sich bei den größeren und kleineren Festen. So wie auch in zwei Wochen in der Kupferstadt.

Der Commissioner für Deutschland hat bereits große Pläne. Für den 20. Oktober ist eine Haggis-Party – das ist das schottische Nationalgericht, der Magen eines Schafes, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird – geplant. Und der 21. Januar steht ganz wie in den High- und Lowlands ganz im Zeichen des berühmten schottischen Nationaldichters Robert Burns.

Beim Supper der Burns-Night der Speisekarte steht immer das gleiche: Suppe, Haggis mit Steckrübe und Kartoffeln sowie als Nachtisch ein Trifle. Wenigstens bei den Trinksprüchen wird üblicherweise Whisky getrunken. Zudem steht der Besuch von einer Reihe von Veranstaltungen in Großbritannien und auf dem Kontinent auf dem Plan – unter anderem auch vom 15. bis 16. April das Culloden Commemorative auf dem historischen Schlachtfeld von 1746.

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