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„City Starlights” gehen eigene Wege

Von: Heike Eisenmenger
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Das ist der Vorstand des neuen
Das ist der Vorstand des neuen Kulturvereins in Stolberg (v.l.): Hans Künstler, Marcel Künstler, Brigitte Brüll und Michael Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Donnerberg. Vorhang auf für „City Starlights”. Der Verein für Parodie und Entertainment hat sich erst vor kurzem gegründet. Der eine oder andere wird an dieser Stelle anmerken, den Namen aber aus dem Karneval zu kennen. Was korrekt ist.

„City Starlights” war früher eine karnevalistische Showtanzgruppe. In ihren Anfängen gehörte sie zu einer Aachener Damen-KG. Als diese sich auflöste, trat die Showtanzgruppe den „Löstigen Atschinesen” bei.

Dass sich nun die Wege trennen, sei keinesfalls das Resultat eines Streits, versichert Jochem Reitze, Verbindungsoffizier der Atscher Gesellschaft, der auch bei „City Starlights” Mitglied ist. „Als Showgruppe einer KG wird man zwangsläufig auf karnevalistische Tänze und Gesänge reduziert. Das wird aber unserem Format nicht gerecht”, erklärt auch Marcel Künstler, der Vorsitzende des Vereins.

Der Handlungsbogen der 32 großen und kleinen Mitglieder ist breit gefächert: Parodien, Kabarett, Comedy, lustiges Theaterspiel, Märchenaufführungen, Gesangseinlagen und Showtanz umfasst das Repertoire. Fastelovvend-Lieder und -Tänze bilden einen der Schwerpunkte, „aber wir machen halt auch anderes, und darum mussten wir zwangsläufig einen neuen Rahmen spannen”, resümiert Hans Künstler. Er ist der Vater des Vorsitzenden und zuständig für die Vereinskasse.

Eine Frage des Geldes

Es gibt aber weitere Gründe, warum der Schritt in die Eigenständigkeit unabdingbar gewesen sei: „Uns hat gestört, dass Karneval immer mehr zu einer Frage des Geldbeutels wurde.” Ein aufwendig gearbeitetes Mariechenkostüm koste mitunter so viel wie ein Kleinwagen, sagt Marcel Künstler. Nun wird zwar nicht jedes Kind Tanzmariechen, aber allein schon die Aktivität in einer Tanzgruppe oder Garde ist für die Eltern der Kinder je nach Verein und Ausstattung ein teures Vergnügen.

„Das Kind braucht eine Uniform, vielleicht sogar mehrere, und wenn es in einer Showtanzgruppe tanzt, werden in jeder Session neue Kostüme angeschafft. „Im Laufe des Jahres summiert sich das: Da sind ja noch die Mitgliedsbeiträge für die Familie, Essen und Trinken bei Veranstaltungen, Benzinverbrauch et cetera”, erklärt Marcel Künstler, der viele Jahre lang als Tanzoffizier über die Aachener Bühnen wirbelte.

Dass der Spaß davon abhängt, ob das Portemonnaie prall gefüllt ist, ärgert den 35-Jährigen. Darum würden bei „City Starlights” konsequent die Kosten gehalten. „Wir haben sehr niedrige Mitgliedsbeiträge”, bemerkt Stolbergs Ex-Stadtprinz Jochem Reitze. Auch bei den Kostümen wird nicht geprasst. Künstler: „Gekauft werden muss lediglich Poloshirt und Weste.”

300 Kostüme im Haus Künstler

Kombiniert wird das Ganze mit schwarzer Hose und schwarzen Schuhen, „die hat ja jeder im Schrank”, beschreibt Michael Boddong, stellvertretender Vorsitzender, das „Outfit”. Die Kostüme für Auftritte werden fast ausschließlich selbst angefertigt oder sind aus dem großen Kostümfundus des Vereins.

Der Großteil des Kostümfundus stammt von privaten Karnevalsgruppen und aus Vereinsauflösungen. „Als Showtanzgruppe sind wir ja schon länger im Geschäft, und mittlerweile hat sich rumgesprochen, dass wir uns über jedes Kostüm freuen, selbst wenn es kaputt ist. Dann reparieren wir es eben”, erzählt Michael Boddong vom Vorstand.

300 Kostüme sind es, die sich im Haus der Familie Künstler auf dem Donnerberg verteilen. Vom Dachboden bis zum Keller wird jedes freie Plätzchen genutzt, um Kartons mit Kostümen unterzustellen.

Der Partyraum von Hans Künstler ist übrigens Treffpunkt außerhalb des Trainings, das immer montags ab 17 Uhr im Lokal „En de Kess” an der Bergstraße stattfindet. Gesangseinlage, Kabarett, Parodie, Showtanz, Märchenaufführung und, und, und: Kinder, Jugendliche wie Erwachsene werden auf verschiedenen Ebenen im Verein gefördert.

Der Verein will mit seinem breit aufgestellten Programm auch beweisen, dass Kultur, egal in welcher Form, für jeden bezahlbar ist. „Wir treten für einen kleinen Obolus auf, um die Kosten zu decken, nicht aber, um unsere Taschen zu füllen”, so Reitze.

„City Starlights” tritt bei Familien-, Vereins- und städtischen Veranstaltungen auf. Zur Eröffnung der „Kupferstädter Weihnachtstage” hatten sich Mitglieder als Nikolaus und Knecht Ruprecht verkleidet. Ein Hingucker waren die zauberhaft zurechtgemachten Elfen, die die Besucher mit „Feenglitter” bestäubten.

Der Verein sucht weitere Aktive, die mitmachen wollen. „Wir brauchen nicht nur Leute für die Bühne, sondern auch welche, die handwerklich was drauf haben oder gut im Organisieren sind”, sagt der Vorsitzende. „Wir können jeden brauchen, der Spaß am Vereinsleben hat und es als Herausforderung sieht, die Entwicklung eines jungen Vereins mitzugestalten”, hofft der 35-Jährige auf viel Resonanz.

Unterschiedliche Talente gesucht

Zum direkten Vorstand der „City Starlights” gehören Marcel Künstler (Vorsitzender), Michael Boddong (Stellvertreter), Hans Künstler (Kassierer), Brigitte Brüll (Jugendbetreuerin) . Jugendtrainer sind Jasmin Motter und Samantha Hoesch.

Jeder ist willkommen. Gesucht werden Menschen, die Spaß am Schauspiel, Tanz oder Gesang haben. Ebenso werden Helfer gesucht, die handwerkliches Talent oder andere Qualitäten mitbringen.

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