Christian Clément: Auch nach fünf Jahren noch in Stolberg verknallt

Von: Sonja Essers
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In der Kupferstadt fühlt sich der in Frankreich geborene Christian Clément sehr wohl. Im kommenden Jahr ist er mit seiner Weinhandlung bereits seit fünf Jahren in Stolberg ansässig und freut sich auf viele neue Projekte, die in den kommenden Monaten anstehen. Foto: S. Essers

Stolberg. An seien Anfänge in der Kupferstadt kann sich der In Frankreich geborene Christian Clément noch ganz genau erinnern. „Wenn man in eine Stadt kommt, dann ist man erst einmal der Neue, der Franzose oder der von der Bodega“, sagt der 67-Jährige und lacht. Das hat sich im Laufe der Zeit allerdings schnell geändert. Aus der Altstadt sind Christian Clément und seine Weinhandlung Bodega mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Im kommenden Jahr feiert er sogar Jubiläum. Seit fünf Jahren ist er dann bereits in der Stolberger Altstadt ansässig und fühlt sich dort sehr wohl.

Herr Clément, Halloween mit der Veranstaltung rund um die Burg und in der Altstadt ist gerade erst vorbei und dann steht mit der heutigen Museumsnacht bereits die nächste Veranstaltung an. Und auch in der kommenden Woche haben Sie allerhand zu tun. Ruhe kommt bei Ihnen anscheinend nicht so schnell auf.

Clément: Das stimmt. Wir haben alles, nur keine Langeweile und keine Routine. Das wäre auch tödlich (lacht).

Warum?

Clément: Der Kunsthandwerkerhof, den wir hier haben, sagt mir jeden Tag, dass ich etwas aus ihm machen soll und das versuche ich auch zu tun. Die Museumsnacht ist beispielsweise eine ganz tolle Sache.

Inwiefern?

Clément: Da ist einfach riesen Potenzial drin und es ist toll, dass wir ein fester Bestandteil davon sein dürfen.

Im kommenden Jahr feiern Sie dann ein besonderes Jubiläum. Dann sind Sie nämlich bereits seit fünf Jahren mit Ihrer Weinhandlung in der Kupferstadt ansässig. Was hat Sie und Ihre Frau denn eigentlich hierher gezogen?

Clément: Meine Frau und ich fühlen uns hier in der Stadt einfach wohl. Wir haben uns in diese Stadt regelrecht verknallt und sind in das angenehme Leben in Stolberg und in der Euregio mittlerweile bestens integriert. Angefangen hat damals eigentlich alles mit einem Kürbismarkt, auf dem wir einen Stand hatten. Der fand hier im Kunsthandwerkerhof statt. Damals standen das Ladenlokal und die Wohnung darüber leer und ich bin angesprochen worden, ob das nicht etwas für mich wäre.

Und was haben Sie geantwortet?

Clément: Ich habe hier durch die Fenster des Ladens geschaut und gedacht, dass das ja wirklich ganz nett aussieht. Mehr war aber auch erst einmal nicht. Und zwei Wochen später bekam ich dann einen Anruf und wurde gefragt, ob ich es mir überlegt hätte. Dann haben meine Frau und ich uns alles genauer angeschaut und gesagt, dass wir es machen werden. Und es gab bisher noch keinen Tag, an dem wir diese Entscheidung bedauert haben.

In der kommenden Woche Dienstag steht dann eine ganz besondere Veranstaltung auf dem Programm: eine Benefiz Verkaufs-Ausstellung, deren Erlös an die Flüchtlinge in Stolberg geht. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Clément: Die Idee dafür ist mir schon vor einigen Wochen gekommen. Ich habe im Fernsehen gesehen, dass in einem LKW 70 tote Menschen gefunden worden sind. Dann habe ich mich gefragt, in welchem Land wir eigentlich leben. Was ist hier nur los? Daraus entstand dann die Idee ein Benefiz-Event für Flüchtlinge zu veranstalten.

Was kann man sich darunter vorstellen?

Clément: Wir arbeiten mit unterschiedlichen Galerien zusammen und die Galeristen werden an diesem Abend dann auch auf ihre Gagen verzichten. Die Besucher können natürlich trotzdem Kunstwerke kaufen, aber die Gage der Galeristen, die normalerweise 30 Prozent beträgt, kommt den Flüchtlingen zugute. Wir verzichten an diesem Abend auch auf unseren Gewinn und verkaufen die Produkte zum Einkaufspreis mit Mehrwertsteuer. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung sind auch mittlerweile abgeschlossen.

Und was geschieht dann mit dem Erlös?

Clément: Den bekommt nach der Veranstaltung dann das Büro von Pfarrer Funken. Dort wird dann die Verteilung des Geldes übernommen.

Gab es denn in der Vergangenheit auch so viele Veranstaltungen?

Clément: Als wir damals nach hier gekommen sind, hatten wir zwar ein Konzept, aber das war wohl eher ein Wunschkonzept. Am Anfang mussten nämlich erst ganz viele Fragen geklärt werden. Dann haben wir uns damit beschäftigt, was und wie etwas stattfinden kann. Es gab wirklich viel zu tun, aber wir haben es angepackt. Wenn man in eine Stadt kommt, dann ist man erst einmal der Neue, der Franzose, der von der Bodega. Ich habe mich hier dann erst einmal überall vorgestellt, auch bei Kulturvereinen, Karnevalsgesellschaften und in der Politik. Es ändert sich schließlich nur etwas, wenn man auch auf die Menschen zugeht. Es ist toll, dass wir den Kunsthandwerkerhof alle als gemeinsame Plattform nutzen können.

Wie hat sich denn das Verhältnis zu den Kupferstädtern und auch zu Ihren Nachbarn in der Altstadt entwickelt?

Clément: Mittlerweile kennt man sich gut und man sieht auch, welche Entwicklungen hier stattfinden. Mir sind Respekt und Wertschätzung sehr wichtig. Ohne funktioniert es einfach nicht. Nur damit kann es klappen. Ich glaube, dass unsere Gäste wirklich sehr gerne zu uns kommen. Und wir verstehen uns hier alle wirklich sehr gut. Das sieht man alleine schon daran, dass auch Freundschaften entstehen. Mit Otto, der die Musikkneipe Piano hat und hier wirklich eine richtige Institution ist, bin ich mittlerweile gut befreundet und wir bieten auch gemeinsame Veranstaltungen an. So auch Ende November.

Was steht dann auf dem Programm?

Clément: Dann verwandeln wir die Musikkneipe Piano zum dritten Mal in einen Gourmettempel mit vielen Atlantikspeisen und Livemusik.

Hand aufs Herz Herr Clément, wussten Sie eigentlich schon immer, dass Sie einmal Weinhändler werden wollten?

Clément: Nein, das bestimmt nicht (lacht). Ich bin zwar im französischen Dorf Corbigny geboren und das liegt auch in der Nähe von Weinbergen, was vielleicht meine Affinität dazu erklärt, aber das wollte ich nicht immer machen.

Sondern?

Clément: Ich bin gelernter Patissier und habe mich viele Jahre lang in einem hochrangigen Hotel um die Desserts gekümmert. Das hat mir natürlich auch sehr viel Spaß gemacht. Am 1. März des kommenden Jahres ist es dann fünf Jahre her, dass ich mich dazu entschieden habe voll in die Wienhandlung einzusteigen.

Wird es denn dann eigentlich anlässlich Ihres Jubiläums im kommenden Jahr auch ein besonderes Fest geben?

Clément: Ich denke schon (lacht). Was wir genau machen werden, steht aber bisher noch nicht fest, aber vielleicht können wir das mit einer Verkostung verbinden, die sowieso immer im Frühjahr stattfindet.

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