Christen suchen ein Zuhause

Von: dö
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Kabarett vom Feinsten: Ulrike,
Kabarett vom Feinsten: Ulrike, Friedrich und Jutta Behmenburg spielen eine Szene, die den Sketch „In Papierkörben entsorgte Witze” darstellen soll. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Witze, auf Zettel niedergeschrieben, stecken in den Papierkörben der evangelischen Kirchenleitung. Als sie von den Mitarbeitern (Ulrike, Friedrich und Jutta Behmenburg) aus dem Müll gefischt und vorgetragen werden, entpuppt sich deren Inhalt als nicht immer korrekt. Doch für das Trio stellt diese Tatsache kein Problem dar.

Genüsslich werden die mitunter fragwürdigen Texte zelebriert und man hüpft dabei von einem Fettnäpfchen ins andere: Diese Szene war symptomatisch für den Verlauf des Stückes „Gott ist ein Hütchenspieler”, das im Evangelischen Gemeindezentrum von der Kölner Kirchenkabarettgruppe „Klüngelbeutel” aufgeführt wurde. Die gesamte Handlung war von Szenen gekennzeichnet, bei der sowohl die kirchliche und religiöse Gegenwartskultur der evangelischen wie die der katholischen Kirche auf humorvolle Art und Weise gnadenlos durch den Kakao gezogen wird.

Satire spielte auch eine Rolle, als das durch Wolfram Behmenburg verstärkte Quartett den Sketch „Christen suchen ein Zuhause” zum Besten gab: Denn mit spitzer Zunge werden die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft kommentiert. Veränderungen, die auch der „guten Perle der Marienkirche” (Jutta Behmenburg) zu schaffen machen, die heimatlos geworden ist, weil man ihr lieb gewonnenes Gotteshaus in eine Bankfiliale umgewidmet hat. Dass derzeit bei der evangelische Kirche an Bewerbern für das Pfarramt kein Mangel besteht, aber nur Wenige zum Zuge kommen, weil die Stellen dünn gesät sind, versuchte eine andere Szene deutlich zu machen: Im Rahmen einer imaginären Videopräsentation müssen Kandidaten für das Pfarramt ihre zukünftige Arbeit und Vorgehensweise darstellen.

Am Besten macht es dabei der Kandidat mit der Note drei (Wolfram Behmenburg), der anschaulich mit Hilfe von Gestik und Mimik seinen Gottesdienstablauf erläutert. Er kommt für die Stelle aber nicht in Frage, weil sich die für das Auswahlverfahren zuständige Person (Ulrike Behmenburg) von dem Einserkandidat (ebenfalls Wolfram Behmenburg) beeinflussen lässt, der leere, hochtrabende Worthülsen dazu nutzt, um sich ins rechte Licht zu setzen.

Beeindruckend gestaltet sich die Vorstellung der von Ulrike Behmenburg gespielten Person, die eine Laufbahn vorweisen kann, die als Hütchenspieler begann und über eine Zwischenstation als unkorrekter Finanzberater ins Himmelreich als Gottes Engel führte.

Bei dem rund 90-köpfigem Publikum kam die vom „Klüngelbeutel” gespielte Show - die Kabaretttruppe trat zuletzt 2007 mit dem Stück „Opium fürs Volk” in Stolberg auf - gut an. Immer wieder wurde der Ablauf von herzhaftem Gelächter und Szenenapplaus unterbrochen. Verständlich, dass die Kölner Gruppe ohne eine Zugabe nicht von der Bühne kam. Als Zugabe wurde dann ein Lied gesungen, das die Anfangszeit des 1990 gegründeten Ensembles wesentlich geprägt hatte.
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