CDU und SPD wollen kräftig auf die Bremse treten

Von: -jül-
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Gegen die streckenweise erlaubten 100 km/h auf der Landesstraße zwischen Vicht und Zweifall ziehen jetzt CDU und SPD ins Feld. Zuständig ist der Landesbetrieb Straßenbau. Foto: J. Lange

Stolberg. Die nicht einmal zwei Kilometer lange Straße „Münsterau“ zwischen Vicht und Zweifall ist – zumindest aus Sicht von CDU und SPD – „sehr unübersichtlich“. Auf dieser Landesstraße 238 darf mit bis zu 100 km/h gefahren werden mit Ausnahme eines etwa 300 Meter langen Bereiches in Höhe der Einmündung der Straße „Jägersfahrt“ am Vichter Landhaus, wo die erlaubte Geschwindigkeit auf 70 km/h reduziert ist.

„Die Auflösung der 70-km/h-Bereiche ermutigen viele Fahrzeugführer riskante Überholvorgänge durchzuführen“, formulieren Jochen Emonds und Patrick Haas: „Dies ist umso gefährlicher, als gerade dieser Bereich als Hin- und Rückfahrtstrecke in die Eifelregion genutzt wird“, so die beiden Fraktionsvorsitzenden in ihrem gemeinsamen Antrag, der ein generelles Gebot von 70 km/h auf dieser Landesstraße zwischen Vicht und Zweifall zum Ziel hat.

Damit würde „eine große Beruhigung des dortigen Geschwindigkeitsniveaus erreicht“, argumentieren die führenden Sprecher der großen Koalition, die sich bei ihrem Vorstoß auf einen kürzlich ereigneten Unfall mit Schwerverletzten und erheblichem Sachschaden beziehen.

In der Tat berichtet die Polizei, die innerhalb der vergangen drei Jahre vier nennenswerte Unfälle zwischen Vicht und Zweifall registrierte, über den Unfall am Abend des 9. Mai, als ein 27-jähriger Zweifaller in Höhe Junkershammer eine Fahrzeugkolonne inklusive Linienbus überholte und gegen das entgegenkommende Fahrzeug eines 22-jährigen Zweifallers fuhr. Dabei wurden beide Beteiligte so schwer verletzt, dass sie zur stationären Behandlung im Krankenhaus verweilen mussten. Bei der Polizei wird ein solcher Unfall mit Schwerverletzten der Kategorie 2 zugeordnet. Unfälle mit Getöteten werden in der Kategorie 1 eingeordnet, Ereignisse mit Leichtverletzten der Kategorie 3.

In diese Kategorie fällt der Alleinunfall eines Radfahrers aufgrund technischer Mängel an seinem Fahrrad am 8. Oktober letzten Jahres in Höhe des alten Zweifaller Sportplatzes.

Die beiden weiteren Unfälle, ebenfalls ohne Beteiligung Dritter, werden der Kategorie 4 zugeordnet, in der Unfälle mit schwerwiegende Schäden am Fahrzeug gelistet werden. Am 18. März 2016 kam ein Autofahrer am Zweifaller Ortseingang von der Fahrbahn ab. Als Unfallart wird Alkoholeinfluss angeführt. Der vierte Unfall ereignete sich am frühen Morgen des 11. Januar 2014, als ein Autofahrer noch in der Vichter Ortslage ebenfalls von der Fahrbahn abkam; als Unfallart wird nicht angepasste Geschwindigkeit, ohne dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten worden wäre, angegeben.

Mit dem Antrag der großen Koalition soll die Verwaltung aufgefordert werden, zu prüfen inwieweit in den beiden Bereichen des Tempo 100 auf 70 km/h umgewandelt werden kann. Als Landesstraße fällt die „Münsterau“ in die Zuständigkeit des Landesbetriebs Straßenbau. Der hatte sich bei vergleichbaren Vorstößen zu Temporeduzierungen auf dieser Straßenkategorie, die laut Gesetz eine „regionale Verkehrsbedeutung“ haben, stets gegen eine Reduzierung der erlaubten Geschwindigkeiten ausgesprochen, solange keine triftigen Gründe dafür vorliegen. Angesichts von vier Unfällen an vier unterschiedlichen Stellen innerhalb der letzten drei Jahre wird dieser Abschnitt der Landesstraße nicht als ein Unfallhäufungspunkt gewertet.

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