CDU kritisiert Bürgermeister: „Führungsstil höchst fragwürdig”

Letzte Aktualisierung:
Ferdi Gatzweiler
Der Stolberger Bürgermeister und Verwaltungschef Ferdi Gatzweiler hat anders gerechnet als die Kommunalaufsicht: Diese hat nach Informationen unserer Zeitung den Haushalt für das kommende Jahr als nicht genehmigungsfähig abgelehnt, Stolberg muss nun zurück in ein Haushaltssicherungskonzept. Foto: Jürgen Lange

Stolberg. „Der Bürgermeister und Kämmerer machen lieber Urlaub anstatt nun Verantwortung zu übernehmen und zusammen mit dem Rat nach Lösungen zu suchen”, kritisiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Tim Grüttemeier die Nachricht, dass es vor dem Wahltermin am 30. August keine Sitzung des Hauptausschusses mehr geben wird.

Und diese Tatsache habe die Opposition sogar aus der Zeitung erfahren müssen.

Dabei sei die Sitzung wichtig, um schnellstmöglich ein Haushaltssicherungskonzept erarbeiten zu können. „Die Kommunalaufsicht hat mit ihrer Entscheidung, den städtischen Haushaltsentwurf abzulehnen, ein deutliches Zeichen gesetzt und unmissverständlich davor gewarnt, dass Stolberg auf eine ernste finanzielle Notlage zusteuert”, untermauert Grüttemeier die Kritik der CDU am finanzpolitischen Krisenmanagement durch Bürgermeister und Kämmerer.

In seiner 60-monatigen Amtszeit habe es Ferdi Gatzweiler geschafft, dass die kurzfristigen Schulden Stolbergs von knapp 40 Millionen auf über 100 Millionen Euro explodiert seien.

„Pro Monat haben er und seine Ratsmehrheit damit eine Millionen Euro neue Schulden zu verantworten”, behauptet der CDU-Vorsitzende. „Jeder Tag, der ungenutzt verstreicht, bedeutet damit finanzielle Einbußen für unsere Stadt in nicht hinnehmbarer Höhe. Das muss ein Ende haben.”

Kritik übt die CDU darüber hinaus auch an der Informationspolitik der Verwaltungsspitze: „Bürgermeister und Kämmerer regieren unsere Stadt ohne den Rat. Vorlagen erreichen uns nicht oder verspätet, Anträge gehen verloren´ und Anfragen werden nicht behandelt”, so Grüttemeier weiter.

Bestes Beispiel sei, dass die Opposition nun über die Zeitung erfahren musste, dass die Sitzung des Hauptausschusses im August ausfallen wird. „Diese Art von Führungsstil ist höchst fragwürdig und angesichts der Dringlichkeit der Problemlage weder angebracht noch hinnehmbar”, betont der Fraktionsvorsitzende.

„Die Verwaltungsspitze und ihre Ratsmehrheit mogeln sich bereits seit Monaten durch die Haushaltskrise”, unterstreicht Bürgermeisterkandidat Paul M. Kirch. „Erst wurden die Zahlen zurückgehalten, dann beschönigt und jetzt wird versucht die Wirklichkeit auszusitzen.”

Die CDU habe immer auf die Gefahr dieser Vorgehensweise hingewiesen. „Aber wo jetzt das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist von Krisenmanagement keine Spur”, sagt Kirch. Das dringend notwendige Haushaltssicherungskonzept werde auf die lange Bank geschoben, wichtige Zeit bleibe ungenutzt.

Darüber hinaus stünden auch weitere wichtige Themen an, die zügig behandelt werden müssten. Allen voran das Thema Gesamtschule sowie die Erweiterung des Goethe-Gymnasiums. Hier gelte es wichtige Fristen einzuhalten „und deswegen fordern wir entsprechende Sitzungstermine noch vor der Wahl”, sagt Kirch.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert