CDU geht mit Grüttemeier ins Rennen

Von: Ottmar Hansen
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Dr. Tim Grüttemeier tritt für die CDU im Mai bei der Wahl des Stolberger Bürgermeisters an. Grüttemeier wurde von Stadtverband einstimmig nominiert. Foto: O. Hansen
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CDU-Stadtverbandsvorsitzender Jochen Emonds (links) überreichte Nina Grüttemeier einen Blumenstrauß. Foto: O. Hansen
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Stehenden Applaus gab es im Saal des Rolandshauses für den frisch gewählten Bürgermeister-Kandaten der CDU.
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Der Baesweiler Bürgermeister Prof. Dr. Willi Linkens erläuterte, wie Wirtschaftsförderung funktioniert. Foto: O. Hansen

Stolberg. Die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes Stolberg haben am Donnerstagabend Dr. Tim Grüttemeier zum Bügermeisterkandidaten für die Kommunalwahl am 25. Mai gewählt. Das Wahlergebnis war eindeutig.

Es hab keine Gegenstimme und keine Enthaltung. Grüttemeier erhielt 87 von 87 abgegebenen Stimmen. Und den entsprechenden Applaus im Saal des Rolandshauses.

Der Stadtverbandsvorstand hatte Grüttemeier zuvor als Gegenkandidaten von Amtsinhaber Ferdi Gatzweiler (SPD) einstimmig nominiert. Offenbar hält auch die CDU-Basis den 33 Jahre alten Juristen aus Venwegen für den geeigneten Mann, die Position des Bürgermeisters in Stolberg zu übernehmen. Eine Einschätzung, die auch von Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) geteilt wird: „Ich bin überzeugt davon, dass Stolberg eine Persönlichkeit gefunden hat, die Akzente setzen kann“, betonte Etschenberg im Rolandshaus. „Er ist jung, dynamisch und bringt eine hohe Qualifikation mit, Dr. Grüttemeier ist ein Bürgermeister-Kandidat, der frischen Wind und neue Ideen mitbringt. Einer der gestalten will und das auch kann.“

Vor dem Wahlgang stellte sich Dr. Tim Grüttemeier den Mitgliedern im Saal noch einmal vor. Der CDU-Fraktionsvorsitzende hat sein Abi am Ritzefeld-Gymnasium gemacht und nach dem Zivildienst beim DRK an der Uni Köln Jura studiert. Nach dem 2. Staatsexamen ist er als Rechtsanwalt bei einer Aachener Kanzlei eingestiegen und hat zum Thema Steuerrecht promoviert. Grüttemeier ist seit 2006 mit Ehefrau Nina verheiratet, das Paar hat zwei Söhne im Alter von fast fünf und zwei Jahren. Politisch ist Grüttemeier seit 16 Jahren Jahren aktiv. Seine erste Erfahrung mit einer Ratssitzung sei hingegen eher negativ gewesen, so der Christdemokrat.

Das Stadtparlament habe die einzelnen Punkte im Sekundentakt abgehandelt. Auf der Zuhörerbank habe niemand folgen können. Grüttemeier: „Kommunalpolitik muss verständlicher werden.“ Und die Bürger müssten an wichtigen Entscheidungen mehr beteiligt werden, forderte der Bürgermeister-Kandidat. Die Bürgerdialoge der CDU in den zurückliegenden Tagen hätten gezeigt, dass sich die Bürger durchaus mit ihren Ideen einbringen wollen. Grüttemeier: „Es kann nicht sein, dass die Stadt am Ende fertige Pläne vorstellt, die man nur noch abnicken darf.“

Grüttemeier listete eine Reihe von Aufgaben auf, die auf den künftigen Bürgermeister zukommen. Da sei die Haushaltssanierung. Obwohl die Stadt allmählich ihren immensen Schuldenberg abbaue, müsse weiter jede Ausgabe auf den Prüfstand gestellt werden. Der Bürgermeister müsse dafür sorgen, dass der Haushalt mit einem Volumen von rund 140 Millionen Euro zur Chefsache werde.

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Inklusion, der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern. Da seien noch viele Fragen offen: Bei welcher Form von Behinderung gehe das überhaupt? Was passiere mit den Förderschulen? Wie kommen die Lehrer klar? Wer bezahlt die Umbauten an den Schulen? Ein lapidares „Das kriegen wir schon hin“, des Amtsinhabers im Rathaus reiche da nicht aus, so Grüttemeier. Vielmehr müssten Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam Konzepte erarbeiten. Und die Landesregierung müsse sich an den Kosten beteiligen.

In Stolberg finde derzeit keine Wirtschaftsförderung statt, beklagte Grüttemeier weiter: „Es kann nicht sein, dass viele Unternehmen in Stolberg sagen, dass sie den Bürgermeister noch nie vor Ort gesehen haben.“ Unternehmen, die ihre Betriebsflächen erweitern wollen, bekämen keinen Termin im Rathaus. Dem AWO-Projekt Süssendell mit 80 neuen Arbeitsplätzen werde ein Stein nach dem anderen in den Weg gelegt. Die actimonda-Krankenkasse verlege ihren Firmensitz nach Aachen, Richtige Wirtschaftsförderung gehe anders, so Grüttemeier. Der Bürgermeister müsse engen Kontakt zu den Firmen halten, um bei Problemen helfen zu können.

Der Christdemokrat versprach auch, sich nach seiner Wahl zum Bürgermeister für die Einrichtung eines Güterverteilzentrums hinter dem Stolberger Bahnhof einzusetzen. Grüttemeier vermisst ein Leitbild für die Entwicklung Stolbergs. Die Vision für Stolberg im Jahr 2030 müsse gemeinsam mit den Menschen vor Ort entworfen werden. Dazu gehöre die neue Nutzung des Steinweges in einer Kombination aus Wohn- und Geschäftsräumen sowie einer Außengastronomie am Vichtbach. Aber auch die Rathausstraße und die Nahversorgung in den Stadtteilen müssten fortentwickelt werden.

Seine Vorstellungsrede schloss Dr. Grüttemeier unter dem Applaus seiner Parteifreunde mit den Sätzen: „Eine starke Stadt braucht einen starken Bürgermeister. Und darum braucht unsere Stadt einen neuen Bürgermeister!“

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