Stolberg - CDU fordert Zusammenarbeit bei der Verkehrsentwicklung

CDU fordert Zusammenarbeit bei der Verkehrsentwicklung

Von: Jürgen Lange
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Greifbar nah und doch so fern:
Greifbar nah und doch so fern: Im Bereich der Raststätte Aachener Land würde Stolberg gerne einen Anschluss des Gewerbegebietes Camp Astrid an die A 4 sehen. Eschweiler hegt hingegen Bedenken gegen diesen Wunsch, der auch zu einer Entlastung von Röhe führen würde. Foto: J. Lange

Stolberg. Die aktuellen Zahlen aus dem Stolberger Verkehrsgutachten zu einem Anschluss des Gewerbegebietes Camp Astrid an die Autobahn im Bereich der Raststätte Aachener Land kennt Bernd Schmitz nicht.

„Wenn es sie in unserem Rathaus gibt, werden sie uns vorenthalten”, sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion in Eschweiler. Dabei sind diese Zahlen auch in der Nachbarstadt von entscheidender Bedeutung für die Bewertung des Vorhabens: Sie prognostizieren eine entscheidende Entlastung des Ortsteils Röhe, die die Bedenken in der Indestadt gegen den Anschluss zerstreuen könnten.

Eins von vielen Argumenten, die neben Schmitz die Vorsitzenden der CDU-Fraktionen in Stolberg und der Städteregion, Dr. Tim Grüttemeier und Klaus Dieter Wolf, sowie der Landtagsabgeordnete Axel Wirtz ins Feld führen, um die Abstimmung einer gemeinsamen Verkehrsentwicklung in den beiden Städten zu forcieren. Ziel ist eine herausragende Berücksichtigung wichtiger Bauvorhaben im Landesstraßenbedarfsplan 2015 und eine gemeinsame Planung der Verkehrsströme der Zukunft.

„Diese machen an Stadtgrenzen nicht halt”, nennt Wirtz als bestes Beispiel die Überlegungen zu einer Ortsumgehung für Hastenrath sowie den Planungen einer Osttangente, die Gressenich, Mausbach und Donnerberg entlasten soll. Beide Projekte haben Auswirkungen auf die Belastung in den jeweiligen Ortschaften. „Stolberg und Eschweiler müssen eine gemeinsame Lösung erarbeiten und untersuchen”, fordert Wirtz. Dabei gewinnt ein interkommunaler und städteregionaler Konsens vor dem Hintergrund eine besondere Bedeutung, dass die rotgrüne Landesregierung keine neuen Straßen bauen wolle. Das löse aber die Probleme vor Ort insbesondere im ländlichen Raum nicht.

Deshalb novelliert die Städteregion ihren grenzüberschreitenden Mobilitätsplan im Dreiländereck. „Wir müssen bei der Verkehrsplanung zu einem regionalen Konsens kommen, wie es im Rahmen des regionalen Einzelhandelskonzeptes bereits geschieht”, fordert Wolf.

Wie es nicht geschehen sollte, verdeutlicht Dr. Grüttemeier: „Von der Ansiedlung eines neuen Supermarktes an der L 238 und der Planung eines Kreisverkehrs auf Stolberger Stadtgebiet durch Eschweiler haben wir erst erfahren, als es zu geschehen war - und das auch nur durch mehrfaches Nachhaken”, kritisiert der Stolberger Christdemokrat eine Geheimhaltungspolitik innerhalb der beiden Stadtverwaltungen. Denn die seien darüber in Abstimmungsgesprächen gewesen, ohne den Rat rechtzeitig zu informieren.

Probleme bei Trasse der L238n

Rechtzeitig involviert werden sollen beide Parlamente bei der neuen Situation zum dritten Bauabschnitt der L 238n. Während der zweite Abschnitt bis zum Eschweiler Röhrenwerk derzeit realisiert werde, stehe die Linienführung für den Anschluss nach Stolberg vor Problemen. Neue Konflikte gebe es mit dem VSW-Betriebsgelände, dem Saint-Gobain-Gleisanschluss sowie dem Naturschutz ebenso wie bei der Frage, an die Eschweilerstraße vor oder hinter der Kläranlage angebunden werden solle.

Zwar arbeite der Landesbetrieb Straßenbau die Fragen zügig auf, allerdings seien auch die Städte gefordert, sich gemeinsam einzubringen. Auch hier spiele eine verbesserte Anbindung von Camp Astrid eine Rolle wie der Bau der Ortsumgehung Atsch. Ebenso bei abgestimmten Vorstellungen zu Kreisverkehren an Nachtigällchen sowie der Süd-/Zechenstraße in Eschweiler käme man schneller zum Zuge. „Wenn Kommunen sich einig sind, kommen Vorhaben schneller voran”, weiß Wolf.

„Es ist entscheidend, dass beide Städte endlich einmal die Köpfe zusammen stecken, um in solchen bedeutenden Verkehrsfragen Fortschritte zu erzielen”, unterstreicht Axel Wirtz. Daten und Studien zu Verkehrsentwicklungen gebe es vielfach. Wichtig sei, dass sie zusammengeführt und gemeinsame Konsequenzen daraus gezogen würden, damit Anwohner entlastet und Verkehrsströme flüssiger werden.
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