CDU-Bundestagsabgeordneter besucht Stolberger Unternehmen

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Hochpräzise Bänder und Drähte aus Kupfer und Kupferlegierungen werden bei Aurubis in Stolberg produziert. Geschäftsführer Jürgen Jestrabek (links) erklärte Helmut Brandt die Abläufe. Foto: D. Kinkel-Schlachter
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Michael Bayer (links) und Anke Schweda (IHK) sowie Bundestagsabgeordneter Helmut Brandt (2. v.r.) erhielten interessante Einblicke bei der Führung durch Schwermetall-Chef Dirk Harten. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. Die steigenden Energiekosten machen der Wirtschaft in der Region Aachen seit Jahren zu schaffen. Bei einem Drittel der Industrieunternehmen liegen die Energiekosten bei mehr als fünf Prozent der Gesamtausgaben. Ein Großteil zahlt die EEG-Umlage in vollem Umfang.

Nur zwei Prozent aller Industriebetriebe im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen zählen zu den energieintensiven Unternehmen, die von der EEG-Umlage befreit sind. Diese beschäftigen allerdings rund 7000 Mitarbeiter, und entlang der nachgelagerten Wertschöpfungsketten sind weitere 30.000 Arbeitsplätze davon abhängig.

Zwei dieser energieintensiven Betriebe sind das Schwermetall Halbzeugwerk sowie Aurubis in Stolberg. Auf Einladung der Iundustrie- und Handelskammer (IHK) besichtigte Bundestagsmitglied Helmut Brandt (CDU) bei seiner Sommertour zunächst das Unternehmen am Breiniger Berg, um sich mit Schwermetall-Geschäftsführer Dirk Harten sowie Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer und industriepolitischer Sprecher der NRW-Kammern, und Anke Schweda, ebenfalls IHK-Geschäftsführerin, insbesondere über Energiepolitik auszutauschen. Auf den Tisch kamen dabei auch die „Energiepolitischen Positionen“ der Kammer. Dabei handelt es sich um Forderungen, die rund 450 Unternehmer der gesamten Region im vergangenen Jahr erarbeitet hatten.

Drei wesentliche Rahmenbedingungen stehen dabei im Vordergrund: die sichere und stabile Energieversorgung, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und der Verbund mit dem europäischen Energiemarkt.

Schwermetall ist der weltweit größte Hersteller von Vorwalzbändern aus Kupfer und Kupferlegierungen. Seit 1972 werden am Standort Stolberg Kupferhalbzeuge für die Automobil-, Elektronik- und Telekommunikationsbranche sowie den Bausektor produziert. Der Betrieb beschäftigt rund 300 Mitarbeiter, fährt eine Jahresproduktion von etwa 240 000 Tonnen und einen Jahresumsatz von 300 Millionen Euro.

Dass die Schmelz- und Bearbeitungsprozesse sehr energieintensiv sind, konnte Harten seinen Gästen bei einer Werksführung veranschaulichen. Kein Wunder, dass die Energiekosten die Rentabilität des Standortes stark beeinflussen. „Unsere Stromkosten sind in den vergangenen zehn Jahren um 80 Prozent gestiegen, der Energiekostenanteil hat sich auf 20 Prozent verdoppelt. Diese Mehrkosten können wir nicht an den Kunden weitergeben, was wiederum ein großer Wettbewerbsnachteil ist“, sagte der Geschäftsführer von Schwermetall.

Den grundsätzlichen Ansatz der Energiewende unterstütze man, so Harten, „aber um international wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir sichere, verlässliche Rahmenbedingungen, vor allem in der Energiepolitik, und da sind einfach derzeit noch viele Fragen offen“.

In Deutschland gebe es zurzeit für Unternehmen keine ausreichende Kalkulationssicherheit in puncto Energiekosten. Sonderlasten und Abhängigkeiten von Ausnahmeregelungen wie zum Beispiel bei der EEG-Umlage müssen laut Dirk Harten abgebaut werden, die deutsche Energiepolitik müsse international integriert bleiben, da ein nationaler Alleingang die wertschöpfende Industrie benachteilige.

„Die Energiewende bringt weitere Herausforderungen und es ist klar, dass die Energiekosten erträglich bleiben müssen für alle, vor allem aber für die Industrie“, stimmte Helmut Brandt zu. Die Befreiung von der EEG-Umlage hält der Christdemokrat allein schon für die Arbeitsplatzsicherung für „absolut gerechtfertigt“.

Und auch an der Zweifaller Straße, bei Aurubis, erhielt der Bundestagsabgeordnete interessante Einblicke bei der Werksbesichtigung und tauschte sich mit Dr. Jürgen Jestrabek, Geschäftsführer am Standort Stolberg, und Marie-Christine von Hahn, Leiterin Konzernrepräsentanz Berlin, aus. Die Aurubis AG ist der größte Kupferproduzent Europas und im Kupferrecycling international führend.

An 16 Produktionsstandorten und vier Schneidcentern ist Aurubis jetzt in 22 Ländern in Europa, Nordamerika und Asien mit insgesamt 6300 Mitarbeitern vertreten. Aurubis in Stolberg produziert hochpräzise Bänder und Drähte aus Kupfer und Kupferlegierungen für den Weltmarkt. 400 Mitarbeiter arbeiten an der Zweifaller Straße, und mit 40 Auszubildenden ist das Unternehmen einer der größten Ausbilder in der Kupferstadt. „Wir bilden für uns aus, denn eine gute Mannschaft zu haben ist ein Schlüsselfaktor zum Erfolg“, betonte der Stolberger Geschäftsführer. Doch ebenso wie am Breiniger Berg sorgt auch im Tal die Kostensituation für einen drückenden Schuh. Natürlich sei es schön, gute Arbeitsplätze bieten zu können, Ausbildung, eine 35-Stunden-Woche und eine Bezahlung nach Tarif, „aber gerade die Energie ist ein großer Kostenblock. Wir verbrauchen 30 Millionen Kilowatt Strom pro Jahr, was das kostet, können Sie schnell hochrechnen. Und da ist es für uns enorm wichtig, von der EEG-Umlage befreit zu sein, um bei dem starken Wettbewerb überhaupt mithalten zu können. Wir haben hier kein Alleinstellungsmerkmal“, so Jürgen Jestrabek.

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