„Cash“: Temporeiche Komödie mit vielen Pointen

Von: dim
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Die Spielfreunde Bernhard Bienemann, Dominik Kreutzmann, Thomas Häusler und Brigitte Keldenich amüsieren prächtig. Foto: D. Müller

Stolberg-Büsbach. Es ist eine mehrfache Premiere gewesen, die das Publikum begeisterte. Die Spielfreu(n)de 2010 präsentierten unter der Regie von Stefanie Otten erstmals ihre Inszenierung des Stückes „Cash – Und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney, und damit zog zum ersten Mal Theater in Büsbach ein.

Schon das Betreten des Saals von „Angie‘s Bistro“ gestalteten die Spielfreu(n)de originell, denn die Eintrittskarten waren nachempfundene Zwei-Dollar-Noten. Als der Vorhang sich öffnete, begann eine hoch unterhaltsame Boulevardkomödie, die von der Laientheatergruppe engagiert und gekonnt auf die Bühne gebracht wurde.

„Es gibt nichts, worüber wir uns Sorgen machen müssen“, sagt der von Bernhard Bienemann souverän dargestellte Protagonist Eric Swan eingangs zu seiner Ehefrau Linda (Anne-Marike Spering). Doch zur Freude des Publikums im gut besuchten Saal ist dem ganz und gar nicht so:

Eric verheimlicht seit zwei Jahren seine Arbeitslosigkeit vor Linda. Seine Einkünfte sind dennoch beachtlich, denn Eric hat den Sozialbetrug für sich entdeckt – und zwar im großen Stil. Für eine ganze Armada erfundener Untermieter kassiert er Arbeitslosen- und Kranken- und Wohngeld, Witwenrente, Mutterschaftsgeld und vieles mehr.

Als dem liebenswerten Gauner seine Machenschaften über den Kopf zu wachsen drohen, will er sukzessive die imaginären Leistungsempfänger sterben lassen. Zu dumm nur, dass er ausgerechnet seinen einzig realen Untermieter Norman (Thomas Häusler) als ersten für tot erklärt, und just danach eine Außenprüferin des Sozialamts (Brigitte Keldenich) im Hause Swan erscheint. Was folgt ist ein ausgemachtes Chaos, das an witzigen Wendungen kaum zu überbieten ist. Dank der schrägen Charaktere, viel Situationskomik, Wortwitzen und Slapstick-Einlagen reiht sich Lacher an Lacher.

Eric, Norman und Mitwisser Neffe George (Dominik Kreutzmann) müssen immer wieder in wechselnde Rollen schlüpfen, spontan und erfindungsreich versuchen den Zusammensturz des immer größer werdenden Lügen-Kartenhauses zu verhindern. Die Gemeindeschwester Sally (Sabine von der Wald) kommt vorbei, um wegen des lebenden Toten Norman zu kondolieren, ein Bestattungsunternehmer (Marco Heil) will Leichen abtransportieren, die gar keine sind, Normans Braut Brenda (Julia Heinen) ist schockiert darüber, dass ihr Zukünftiger bereits zweimal verheiratet war – und zudem tot ist. Die Abteilungsleiterin des Sozialamts (Silke Joisten / Petra Latour) erscheint auf der Bildfläche, und die sich „Partnerschaftsmoderatorin“ nennende Eheberaterin Dr. Chapman (Katharina Hugot) komplettiert das äußerst amüsante Chaos.

Die Premiere in Büsbach ist mehr als geglückt, denn bei der Komödie „Cash“ rauschten nicht nur die Gelder. Das begeisterte Publikum quittierte die hohe Anzahl von Pointen immer wieder mit herzlichem Lachen, spendete häufig Applaus und belohnte das Ensemble am Ende mit lang anhaltenden lautstarken Ovationen. Zurecht, denn die Spielfreu(n)de zeigten sich in Bestform und glänzten in ihren Rollen. Die Darsteller setzten die temporeiche Komödie mit ihren köstlichen Verwirrungen sehr ansprechend und amüsant um.

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