Caritas hat am Ende doch die Nase vorne

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und das dürfte im konkreten Fall die Caritas Lebenswelten GmbH sein. Nach Informationen unserer Zeitung soll sie das Rennen um den Bau einer neuen Kindertagesstätte am Obersteinfeld machen.

Nachdem die Stadt Stolberg sich zwischenzeitlich für die Arbeiterwohlfahrt im Kreis Aachen als Bauherrin und Betreiberin ausgesprochen hatte, liegt nach einer neuerlichen Ausschreibung nun offenbar doch wieder der ursprüngliche Favorit vorne.

Knapp 20.000 Euro sollen dem Vernehmen nach die beiden Angebote trennen. Und da sich die Pläne inhaltlich quasi nicht unterscheiden, spricht sich die Verwaltung für die günstigere Variante aus. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag wird sie Hauptausschuss und Rat vorlegen, die jeweils am 7. Dezember tagen.

Verfahren beschleunigen

Der eigentlich in erster Distanz zuständige Jugendhilfeausschuss hatte auf eine neuerliche Beteiligung verzichtet, um das Verfahren zu beschleunigen und den Termin der Inbetriebnahme im August 2012 nicht zu gefährden.

Nicht äußern zu der zu erwartenden Entscheidung wollte sich am Montag auf Anfrage Willi Seyffarth, der darauf verwies, dass es sich um ein nicht öffentliches Verfahren handele. Immerhin bestätigte der städtische Fachbereichsleiter aber, dass sich an der Konzeption für die Kita, die auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz oberhalb des Bethlehem-Krankenhauses entstehen soll, nichts geändert hat.

Beide Bewerber haben also entsprechend dem Beschluss des Fachausschusses ihre überarbeiteten und nun verbindlichen Unterlagen für den Bau einer viergruppigen Einrichtung vorgelegt, in der 55 Kinder einen Platz finden sollen. Sie werden aufgeteilt auf zwei Gruppen mit insgesamt 30 Drei- bis Sechsjährigen, von denen zehn eine Behinderung haben. Eine weitere Gruppe wird 15 Kinder umfassen, unter ihnen vier Zweijährige. Fünf der Plätze sind integrativ.

Keine heilpädagogischen Plätze

Komplettiert wird die neue Einrichtung durch eine Gruppe mit zehn Null- bis Dreijährigen. Heilpädagogische Plätze, wie sie die ursprünglichen Planungen der Caritas Lebenswelten aus dem Jahr 2008 vorgesehen hatten, wird es hingegen nicht geben.

Hintergrund ist eine Verordnung der ehemaligen, schwarz-gelben Landesregierung, die die Genehmigung neuer Gruppen dieser Art nicht mehr zulässt. Nicht mehr Bestandteil des Vorhabens ist zudem ein ergänzendes integratives Wohnprojekt, in dessen Rahmen acht betreute Plätze für geistig behinderte Erwachsene geschaffen werden sollten.

Mit dem verbesserten Angebot der Caritas Lebenswelten werden sich auch die Kosten für die Stadt Stolberg verändern - allerdings nur geringfügig. Rund 415.000 Euro werden durch den Betriebskostenzuschuss, die Übernahme des neunprozentigen Trägeranteils und die Gewährung einer Mietkostenpauschale jährlich fällig. Einmalig schlagen zudem 13.000 Euro allgemeine Planungskosten, 108.000 Euro Zuschuss für den Kauf des Grundstückes und rund 150.000 Euro für die Erstausstattung der Kindertagesstätte zu Buche. Im Gegenzug will die künftige Betreiberin das Projekt ohne städtische Hilfe realisieren und dabei auch die Erschließungskosten zu 100 Prozent übernehmen.

Dass das gewählte Modell für die Stadt das kostengünstigste sei und der Bau einer eigenen Kita keine finanziell gleichwertige Alternative darstelle, hatte Willi Seyffarth bereits in der Jugendhilfeauschuss-Sitzung im Oktober betont. Aus Sicht der Verwaltung wiegt aber noch ein weiteres Argument schwer: Die neue Kita am Obersteinfeld nimmt eine bedeutende Rolle ein bei den Bemühungen Stolbergs, jedem Kind - wie vom Bundesgesetzgeber vorgesehen - ab 2013 einen Betreuungsplatz bieten zu können.
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