Campus „auch für Stolberg eine Chance”

Von: Dirk Müller
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Die Aachener Campus-Pläne der
Die Aachener Campus-Pläne der RWTH bieten auch der Kupferstadt Möglichkeiten zur positiven Entwicklung in Bezug auf den Arbeits- sowie den Foto: D. Müller

Stolberg. In der Kaiserstadt sind die Campus-Pläne der RWTH Aachen bereits auf dem Immobilienmarkt spürbar. Investoren wollen Studentenappartements bauen, und die Preise für Wohnungen, Häuser und Grundstücke steigen.

Grund ist neben dem doppelten Abi-Jahrgang und der damit verbundenen Erhöhung der Studentenzahl die Schaffung von Arbeitsplätzen. Bis zu 10.000 neue Stellen werden durch die Realisierung des Campus-Projekts erwartet. „Die Universität ist ein zukunftsorientierter Wachstumsmotor für die Wirtschaft und vom Campus wird die gesamte Region profitieren. Es ist auch für Stolberg eine Chance”, erklärt Andreas Pickhardt.

Der Fachbereichsleiter, der unter anderem für die Stadtentwicklung zuständig ist, beschreibt das Projekt als nötige Investition in die Zukunft. Die Zuwanderung von tausenden hochqualifizierten Fachkräften schaffe in der Region zusätzlich weitere Arbeitsplätze, was einen positiven Effekt auf die Kupferstadt habe: „Einzelhandel und Dienstleistungssektor werden in der Folge ebenso Nutznießer sein wie die Bereiche Kultur und Tourismus. Dies wird sich auch auf Stolberg und seine Bevölkerung auswirken.”

Was den Kupferstädter Immobilienmarkt in Anbetracht der Campus-Pläne angeht, mahnt Pickhardt aber zu Realismus statt übereiltem Aktionismus: „In diesem Punkt muss man ganz klar die Dimensionen sehen.”

Zunächst sei die Zahl von 10.000 neuen Arbeitsplätzen keineswegs sicher - es könnten durchaus weniger werden. Doch selbst wenn man diese Zahl als Grundlage nähme, müsse man sie konkret auf die Kupferstadt herunter rechnen. „Es wird natürlich Menschen geben, die nicht gewillt sind, die Aachener Preise zu zahlen oder die lieber etwas ländlicher und weniger urban leben möchten. Diese werden sich jedoch nicht ausschließlich auf Stolberg konzentrieren”, sagt Pickhardt.

Er verweist auf Mitbewerber wie die niederländischen und belgischen Grenzregionen, Städte wie Eschweiler oder Würselen und die Eifelregion. „Wenn man die Kupferstadt in Relation zur ganzen Region stellt, können wir vielleicht damit rechnen, dass maximal 500 Arbeitnehmer und deren Familie nach Stolberg ziehen”, schätzt der Fachbereichsleiter.

Kein Ansturm sondern Belebung

Dies entspräche nur einem tatsächlichen Bevölkerungszuwachs von wenigen Prozent verteilt auf Jahre und bedeute keinen Ansturm auf den Immobilienmarkt sondern lediglich eine Belebung des selbigen. Viele dieser potentiellen „Neu-Stolberger” wiederum würden Wohnungen oder Häuser anmieten beziehungsweise aus dem Bestand erwerben wollen, würden also vom Immobilienmarkt bedient werden, in dem ohnehin aufgrund des demografischen Wandels ständig Bewegung sei. Dennoch denke die Verwaltung auch an die Menschen, die sich auf einem Baugrundstück in Stolberg niederlassen wollen.

„Wir sind in das Campus-Projekt stark eingebunden und zum Beispiel in der Arbeitsgemeinschaft der Technischen Beigeordneten und der Arbeitsgemeinschaft Campus vertreten. Daher wissen wir um die Möglichkeiten, die der Campus der Kupferstadt bietet, und möchten sie selbstverständlich nutzen”, so Pickhardt.

Die Verwaltung werde künftig ihre „Grunderwerbsbemühungen verstärken und zügig die Arbeit an der Erschließung von Baugrundstücken vorantreiben”. Im kommenden Jahr soll das Büsbacher Gebiet am Bauschenberg/Brockenberg weiter erschlossen werden, und 2013 werde man - sofern die noch bestehenden Hürden genommen werden können - mit der Erschließung des alten SV-Sportplatzes in Breinig rechnen können.

Desweiteren habe die Verwaltung die Stadtrandsiedlung am Donnerberg im Visier, und der Gebietsentwicklungsplan weise zudem nennenswerte Flächen für den Wohnungsbau in Mausbach aus, die in Zukunft - zumindest teilweise - erschlossen werden könnten.

„Es werden nicht hunderte von Arbeitnehmern mit ihren Familien gleichzeitig die Kupferstadt besiedeln wollen. Dies wird vielmehr ein dynamischer Prozess sein, der einige Jahre in Anspruch nimmt. Durch die sukzessive Erschließung von Baugrundstücken tragen wir dieser Dynamik Rechnung und können auf die Entwicklung in der Region somit adäquat reagieren”, erläutert Pickhardt.

Attraktive Infrastruktur

Er verweist zudem darauf, dass es mit der bloßen Erschließung von Bauland nicht getan sei: „Die Standorte müssen auch durch die Infrastruktur attraktiv gestaltet werden. Hierzu zählen etwa Anbindung an Kindertagesstätten und Schulen sowie an den Öffentlichen Personennahverkehr.”
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