Stolberg - Camp Astrid: Kasernenhallen werden abgerissen

Camp Astrid: Kasernenhallen werden abgerissen

Von: Ottmar Hansen
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Am Montag rollte der Bagger im Gewerbegebiet Camp Astrid an. Foto: Hansen Foto: Ottmar Hansen

Stolberg. Der Abriss der alten Kasernenhallen im Gewerbegebiet Camp Astrid hat begonnen. Am Montag rollte der Bagger an, der jetzt die nächsten drei Monate damit beschäftigt sein wird, die betagten Gemäuer einzureißen.

Es geht um mehrere Hallen, die von den belgischen Streitkräften auf dem Areal hinterlassen worden sind. Ein Zeit raubendes Projekt. „Das sind fast 1000 Quadratmeter umbauter Raum, der da abgerissen wird“, weiß Wirtschaftsförderer Detlef Werry. Und alle Überreste der Hallen müssen aussortiert werden. Werry: „Holz, Steine, Metall, alles wird separiert.“ Auch Eternithaltiges Material ist zu erwarten. Das muss als Sondermüll gesondert entsorgt werden.

Beton und Steine werden vor Ort zermahlen und später wieder als Bodenmaterial „eingebaut“. „Wir werden regelmäßig chemische Analysen vornehmen, damit keine Giftstoffe hier bleiben“, so Werry. Auch sämtliche Fundamente und Bodenplatten sollen entfernt werden. Das wird keine leichte Arbeit. Die belgischen Soldaten haben schließlich stabile Betonstraßen für ihre Panzer und Lkw gebaut.

Und tiefe Schächte in den Boden getrieben, die zuletzt offen lagen, weil sich Metalldiebe an den Abdeckplatten bedient hatten. „Es ist nicht auszudenken, was passieren würde, wenn dort jemand in einen solchen Schacht stürzt. Der würde womöglich für sein ganzes Leben behindert bleiben. Es war deshalb jetzt höchste Zeit, die Hallen abzureißen“, betont Werry.

Der Versuch, die Hallen zu vermarkten, ist stets fehlgeschlagen. Seit 1995 hätten die Hallen des Militärs unbeaufsichtigt auf dem Gewerbegelände gestanden, so Werry. In dieser Zeit habe sich in den zusehends verfallenden Gebäuden eine regelrechte Subkulturgebildet. „Da wurden von Kriminellen Autos und Roller ausgeschlachtet oder verbrannt. Einmal hat einer versucht, mit einem gestohlenen Traktor die Wände zu zerstören.“

Nach dem Abriss der Hallen wird dies Geschichte sein. Und was kommt dann? Das Grundstück, auf dem die Gebäude standen, ist etwa 53000 Quadratmeter groß. „Das wäre ein idealer Standort für eine kleine Spedition“, blickt Werry nach vorne. Auch ein Gleisanschluss sei an dieser Stelle möglich. Wie berichtet, wird das Gewerbegebiet Camp Astrid keinen eigenen Autobahnanschluss an die A4 erhalten. „Der Autobahnanschluss ist für uns aber auch nicht das Hauptthema“, wiegelt Werry ab. „Das Gewerbegebiet ist eher als Standort für Handwerksbetriebe geeignet, die expandieren wollen. Deren Kundschaft sitzt vor Ort in Stolberg.“ Außerdem seien die beiden Autobahnen 4 und 44 über die Anschlüsse in Verlautenheide und Eschweiler in gut zehn Minuten erreichbar. Der geplante Anschluss an die A 44 bei Eilendorf werde ja auch irgendwann verwirklicht.

Werry sieht gute Chancen, das Gewerbegebiet Camp Astrid voll zu bekommen. Aber ein wenig Geduld müsse man schon mitbringen: „Wir haben 19 Jahre gebraucht, bis wir das Gewerbegebiet Steinfurt voll hatten. In Camp Astrid sind wir erst seit vier Jahren in der Vermarktung.“ Weitere zehn Jahre als Perspektive seien „ein realistischer Zeitraum“, so Werry. Nicht zuletzt, weil beim Ausbau auch Verhandlungen mit Bundesbehörden geführt werden müssten. Und da wechsle fast im Monatsrhythmus der Ansprechpartner. Und jedes Mal fange man wieder von vorne an.

Sollte die Nachfrage nach Grundstücken wider Erwarten explodieren, sieht Werry ebenfalls keine Probleme: „Notfalls können wir einige der mit Solarzellen bestückten Flächen wieder zurück bauen.“

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