Stolberg-Zweifall - Camille Saint Saens als Balsam für die Ohren

Camille Saint Saens als Balsam für die Ohren

Von: Marie-Luise Otten
Letzte Aktualisierung:
Das Streicherensemble Übach-P
Das Streicherensemble Übach-Palenberg spielt kontrastreiche Sätze aus dem Sommernachtstraum von Henry Purcell. Foto: Otten

Stolberg-Zweifall. Ihr 40-jähriges Bestehen haben sie 2011 gefeiert. Seit 1980 spielen sie jährlich drei bis vier Benefizkonzerte für unterschiedliche Zwecke.

Die Rede ist vom Kammermusikensemble Übach-Palenberg, das jetzt zu Gast in der evangelischen Pfarrgemeinde Zweifall war. Der Erlös des in der evangelischen Kirche in Kornelimünster dargebrachten Konzertes kommt diesmal dem Projekt Amizero YUbuzima - dem Zentrum für Kinder mit geistiger Behinderung der Organisation „Wir für Ruanda-ACA” zugute.

Mit Werken vom Barock bis zu unserer Gegenwart in Originalen und Arrangements stellten sich die musikbegeisterten Laien vor. Es war schon verblüffend, was sie zustande brachten. Ausgefeilte Interpretationen zeugten von einem hohen Anspruch. Den Anfang machte das Streichensemble mit der Musik zum Sommernachtstraum von Henry Purcell. Mit den kontrastreichen barocken Streichersätzen (Prélude-Air-Rondeau-Entry Dance-Hornpipe-Dance for the fairies-Chaconne) gelang ihnen eine einfühlsame und meisterhafte Interpretation.

Burkhart Ollertz und Ireen Mommerz unternahmen einen Abstecher in die Ornithologie. Oliver Messiaen beobachtete jahrelang den Gesang der Vögel und machte sie zur Basis seiner Musik. „Der Gesang der schwarzen Amsel übertrifft an Fantasie die menschliche Einbildungskraft”, schrieb Messiaen 1952 anlässlich seines Werks „Le merle noir” für Flöte und Klavier.

Im Mittelpunkt der Renaissance-Musik steht das Spiel im Quartett. Theresia Ackva, Karl-Heinz Bechholtz, Simon Peschen (alle Violoncello) und Peter Heinen (Kontrabass) wussten mit vier unterschiedlichen Sätzen, darunter „Ronde und Saltarello” von Tilman Susato, zu gefallen. Susanne Peschen verzauberte das Publikum mit sicher geführter Sopranstimme. Die Arie „Schafe können sicher weiden” von Johann Sebastian Bach wurde sicher von Tochter Elise auf der Flauto dolce, Burkhart Ollertz (Querflöte), Ireen Mommerz (Cembalo) und Theresia Ackva (Cello) begleitet.

Meditative Musik gab es mit drei Canzonen von Girolamo Frescobaldi. Hermann J. Basten, Burkhart Ollertz waren die Ausführenden und hinterließen einen guten Eindruck. Stürmischen Applaus und Standing Ovations gab es für Daniel Herchenbach, Violine, und Martin Scheufens, Piano. „Introduktion und Rondo” vom spätromantischen französischen Komponisten Camille Saint Saens war Balsam für die Ohren. Dass die beiden Physik und Elektrotechnik studieren und nicht Musik, überraschte alle. Saint-Saens bekanntes Werk besticht durch stilistische Vielseitigkeit und Gewandtheit und ist unter Geigern technisch schwer zu bewältigen.

Den Abschluss bildete die „Partita allungaresca” des hierzulande unbekannten ungarischen Zeitgenossen Ferenc Farkas. Georg Vorhagen, Elise Peschen (beide Violine), Christine Schönleben (Viola), Peter Heinen (Kontrabass) und die Cellistin Theresia Ackva wussten die aus Frankreich und Italien importierten Tänze, die Farkas mit einem ungarischen Anstrich versehen hat, glanzvoll umzusetzen. Feuriges ungarisches Temperament kam im Heiduckentanz so richtig zur Geltung.
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