„Café Willkommen“ wird der neue Treffpunkt für Flüchtlinge

Von: mlo
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Waren gleich Gäste im Café Willkommen bei der ersten Öffnung des neuen Treffpunnkts: Nicole Brillo und Sohn Marcel sowie die junge Somalierin mit der in Stolberg geborenen Tochter.

Stolberg. Es ist geschafft: Das „Café Willkommen“ für Bürger und Flüchtlinge ist eröffnet und gleich beim ersten Treffen sind knapp dreißig Menschen erschienen, um sich auszutauschen.

Die Mehrzahl von ihnen sind ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der Evangelischen Kirchengemeinde Stolberg, der GdG Stolberg-Süd, der Pfarrei St. Lucia, des Regionalen Caritasverbandes, des SkF und SkM Stolberg. Entstanden ist das Café auf Initiative von Nicole Brillo.

Durch einen Fernsehbericht über Flüchtlingsarbeit fühlte sie sich angesprochen, tätig zu werden. Sie ist eine von vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter(inne)n in der Pfarrei St. Lucia und hat auf dem Kelmesberg in Büsbach schon unendlich viel Gutes bewerkstelligt. Die Begegnungsstätte in der Dammgasse 6, die ab sofort jeden Montag geöffnet hat, gestaltet sich zunächst noch schwierig.

Nur eine Immigrantenfamilie aus Bulgarien ist anwesend: Vater Rabko, Mutter Temenuschka, die 18-jährige Tochter Silvia und der 20 Monate alte David. Sie wohnen seit einem Jahr in Stolberg und wissen nicht, ob sie bleiben können. Er hat als Bauhandwerker speziell für Fassaden in seinem Heimatland keine Arbeit gefunden und ist deshalb mit der Familie geflohen.

Papiere fehlen

Es lebt sich gut in Stolberg, ist aus ihm herauszubekommen. Aber als sogenannter Wirtschaftsflüchtling wird die Familie bisher nur geduldet. Es fehlen Papiere, und Deutschkenntnisse sind auch nur bruchstückhaft vorhanden. Die Not allein ist kein Asylgrund in Deutschland. Das Asylrecht genießen nur politisch Verfolgte. Zu ihnen gehört die 19-jährige Hibak’n aus Somalia, die seit zehn Monaten in Stolberg lebt und mit ihrer sechs Monate alten Tochter Razzan vorbeischaut.

Sie hat zum Glück keine Berührungsängste, sondern freut sich einfach, dass die Stolberger sie ansprechen und sie über ihr Schicksal sprechen kann. Unbeirrt von allen Schwierigkeiten, ist sie ihren Weg im wahrsten Sinne des Wortes gegangen. An ein Scheitern habe sie nicht gedacht, sondern nur das gelobte Deutschland vor Augen gehabt. In Deutsch und Englisch beschreibt sie ihre beschwerlichen Flucht über Syrien, Türkei, Griechenland, Serbien, Bulgarien und Österreich bis hin nach Deutschland. In Stolberg ist sie glücklich. Hier hat sie im Bethlehem Krankenhaus ihre Tochter zur Welt gebracht und bereits eine Freundin, eine Landsfrau mit zwei Kindern, gefunden.

Noorzad aus Afghanistan lebt seit drei Jahren im Agnesheim. Er hat Shahid aus Pakistan mitgebracht, der in Aachen die Käthe-Kollwitz-Schule besucht.

Während Noorzad sich rege an seinem Tisch unterhält - er spricht schon sehr gut Deutsch, das er derzeit an der Volkshochschule in Stolberg lernt, hört der junge Pakistani nur zu. „Der Anfang ist gemacht“, sagt Norbert Franzen, der das Projekt betreut und koordiniert, „wir sehen das Café als eine Bereicherung für unsere Stadt Stolberg an und spüren, dass es auch angenommen wird. Es kann natürlich nicht alles perfekt sein beim ersten Mal. Es sollte ja auch erst einmal ein Forum sein, wo man ungezwungen miteinander reden kann“.

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