Burghoftheater: Schöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit

Von: Toni Dörflinger
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Michael Althausen (l.), Karyn von Ostholt und Manfred Haas begeisterten im Burghoftheater mit ihrer Lesung. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Wer Märchen und Geschichten liebt, die einen weihnachtlichen Charakter besitzen, kam jetzt im Burghoftheater auf seine Kosten. Denn dort wurden Texte vorgetragen, deren mystischen und fiktiven Begebenheiten aus der Feder der Dichter und Schriftsteller Hans-Christian Andersen, Selma Lagerlöf, Felix Timmermanns und Manfred Hausmann stammten.

Protagonisten der Lesung war das aus Manfred Haas, Karyn von Ostholt und Michael Althausen bestehende Trio, das den Namen „Litera-Tour-Terzett“ trägt. Es trug die Stücke, in denen Barmherzigkeit und Nächstenliebe, aber auch Hartherzigkeit und Gefühllosigkeit im Mittelpunkt standen, im Wechsel vor.

Leben, Anschaulichkeit und Spannung erhielten die Manuskripte unterschiedlichen Inhalts dadurch, dass das Dreierteam einen wohl akzentuierten Sprachstil pflegte. Den Anfang machte das Andersen-Märchen „Der Tannenbaum“, das von einem Nadelgewächs handelt, das seine glanzvollste Stunde als Weihnachtsbaum erlebt und danach – seiner Pracht beraubt – auf dem Dachboden ein kümmerliches und liebloses Dasein fristet. Danach kam eine Christuslegende von Lagerlöf zum Tragen, die von Barmherzigkeit, Langmut und Gottvertrauen handelt.

Ein Gefühl der Rührung und des Mitleids erzeugte das Andersen- Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“. Die 1845 entstandene Erzählung, die zu den bekanntesten Stücken des großen Dänen zählt, beschreibt die tragische Geschichte eines Mädchens, das am Silvesterabend frierend auf der Straße Streichhölzer verkauft und dabei in den Tod gleitet.

Drei Landstreicher als Könige

Passend zum Thema, aber auch als versöhnlicher Ausklang, brachte das Trio eine der 1965 entstandenen Sternensagen von Manfred Hausmann zu Gehör. Dazwischen lag die 1926 von dem flämischen Schriftsteller Felix Timmermanns verfasste Geschichte „Das Spiel von den heiligen drei Königen“. Sie beschreibt eine Situation, bei der drei Landstreicher als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidet nicht dem Heilsgeschehen um Christi Geburt auf der Spur sind, sondern unter dem Einsatz von nicht ganz legalen Mitteln den Bauern ihren Speck und ihre Würste abjagen wollen. Dass die drei Vagabunden sich trotzdem noch der Liebe Gottes öffnen, ist dem Verlauf der humorvollen Erzählung geschuldet.

Damit ein Spannungsbogen entstand und der sprichwörtliche roten Faden nicht verloren ging, hatten die drei Erzähler die Übergänge fließend gestaltet. Schade war nur, dass die Lesung auf hohem Niveau, die die Regisseurin des Burghoftheaters, Karin Graf, zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest arrangiert hatte, nicht das Interesse eines breiten Publikums fand.

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