Stolberg - Burggraf: „Der Stolberger Fastelovend ist immer bunt“

Burggraf: „Der Stolberger Fastelovend ist immer bunt“

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Bisher zeigte Robert Voigtsberger in der jungen KG Rot-Gelbe Funken seine Begeisterung für den Karneval. Am morgigen Sonntag wird er zum Stolberger Burggrafen Robert I. und herrscht damit über das Wahrzeichen der Stadt. Foto: J. Lange

Stolberg. Am Sonntag, 21. Janaur, wird aus Robert Voigtsberger, dem Ersten Beigeordneten der Stadt Stolberg, der neue Stolberger Burggraf Robert I., der einen Tag lang über das Wahrzeichen der Stadt herrschen wird. Im Interview sprach Dirk Müller mit ihm über die Burg, den Karneval und mehr.

 

Wie kam es, dass Sie jetzt Burggraf werden?

Voigtsberger: Als Prof. Dr. Roland Fuchs mich gefragt hat, ob ich mir vorstellen kann, Burggraf zu werden, habe ich nicht lange gezögert, sondern gleich „ja“ gesagt. Alleine schon, weil es auch berufliche Berührungspunkte gibt. Als Dezernent für unter anderem Kultur und Touristik kümmere ich mich ja um die Burg – nur eben aus der Amtsstube im Rathaus.

Jetzt für einen tollen Tag die Herrschaft über das Wahrzeichen unserer Stadt auch im Innern des altehrwürdigen Gemäuers übernehmen zu dürfen, ist mir daher eine besonders große Freude und Ehre. Zumal sowohl der Karneval in der Kupferstadt, der in der Innenstadt wie in den Stadtteilen zahlreiche Besonderheiten aufweist, als auch die Burg für die Stolberger sehr identitätsstiftend sind, was beim Burggrafenfest wunderbar auf einen Nenner gebracht wird.

Wird die Burg denn generell von den Stolbergern genügend wahrgenommen und genutzt?

Voigtsberger: Ich denke schon, denn Gelegenheiten dazu gibt es reichlich. Zum Beispiel im Rahmen des städtischen Kulturprogramms: Es gibt die Artibus-Kunstausstellungen bei freiem Eintritt, die Reihe mit Kabarett- und Comedy-Veranstaltungen, und ganz sicher wird die Burg ein wichtiger Schauplatz bei dem Kulturfestival „Stolberg goes History“ anlässlich des 900-jährigen Bestehens unserer Stadt sein. Hinzu kommen viele Konzerte und andere Events.

So ist die Burg an den Kupferstädter Weihnachtstagen an fünf Wochenenden ein Publikumsmagnet, an Halloween lockt dort ein Grusel-Parcours die Massen an, bei der Stadtparty 2017 gab es eine Märchenwelt. Das alles macht die Burg erlebbar, und da Moritz Kraus die Burg den Stolberger Bürgern geschenkt hat, ist sie von Oktober bis März immer dienstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet und in den anderen Monaten sogar dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr.

Aber die Burg hat noch mehr Potenzial, das wir wecken möchten. Dazu hat die Verwaltung ein Burg-Konzept entwickelt und hofft auf Landesfördermittel.

Und was erwartet die Gäste am Sonntag beim Burggrafenfest?

Voigtsberger: Eine ansprechende Mischung aus Karnevalssitzung und jecker Party, zu der alle Stolberger ab 11.11 Uhr herzlich eingeladen sind. Das Programm beginnt um 12.11 Uhr mit meiner Inthronisierung, und zwei Livebands und eine Gesangsgruppe sorgen für Partystimmung. Natürlich tragen auch Kupferstädter Karnevalsgesellschaften mit viel Tanz und Musik zum Programm bei. Ein Höhepunkt wird sicher der Auftritt vom Stolberger Prinzen Patrick I. mit der Prinzengarde der Ersten Großen KG und seinem Hofstaat sein.

Ein Hofstaat, bei dem Sie auch selbst aktiv sind. Auch beim Burggrafenfest?

Voigtsberger: Bei dem Fest bin ich selbstverständlich in erster Linie Burggraf und möchte dieses wunderbare Amt würdevoll ausüben. Inwieweit ich mich an der Show von Prinz und Hofstaat beteilige, wird man sehen. Ich möchte aber auch noch auf einen weiteren Höhepunkt hinweisen, der für eine echte närrische Stolberger Erfolgsgeschichte steht.

Welche Erfolgsgeschichte meinen Sie?

Voigtsberger: Die der jüngsten Kupferstädter Karnevalsgesellschaft, die zu den kleinsten zählt. Die KG Rot-Gelbe Funken gibt es jetzt im erst dritten Jahr, und schon haben wir es geschafft, den Burggrafen zu stellen. Eine, wie ich finde, beachtliche Leistung – erst recht, wenn man bedenkt, dass die KG nur aus drei Personen besteht: dem Bürgermeister Tim Grüttemeier und den beiden Beigeordneten Tobias Röhm und mir. Wir freuen uns sehr auf unseren Auftritt beim Burggrafenfest.

Der Kupferstädter Karnevalsprinz Patrick I. (Haas) ist Stolberger SPD-Chef, und auch Sie als designierter Burggraf haben das gleiche Parteibuch. Ist der Stolberger Karneval in dieser Session rot?

Voigtsberger: Das halte ich, mit Verlaub gesagt, für jecken Verzäll. Wie in jedem Jahr ist der Stolberger Fastelovvend auch in 2018 bunt. Schließlich ist es ein entscheidender Grundgedanke des Karnevals, die Menschen zusammenzubringen.

Altersklassen, Gesellschaftsschichten, verschiedene demokratische politische Anschauungen und mehr spielen im Karneval keine Rolle. Und zugleich gilt im Rheinland noch in allen fünf Jahreszeiten die Devise „jeder Jeck ist anders“. Genauso sieht das auch Prinz Patrick I., was ich jedes Mal erlebe, wenn ich mit ihm im Hofstaat unterwegs bin. Der Prinz ist vollkommen unpolitisch. Seine Ziele sind ausschließlich, gute Laune, Freude und Stimmung zu verbreiten, und das macht er meiner Meinung nach ganz großartig.

Sie sind Erster Beigeordneter und werden jetzt Burggraf. Was kommt als nächstes? Wollen Sie Bürgermeister der Kupferstadt werden oder sogar Stolberger Karnevalsprinz?

Voigtsberger: Das ist eine schöne Frage, besonders wegen der Reihenfolge, aber es ist auch eine schwierige Frage. Fest steht, dass ich sehr gerne Erster Beigeordneter der Kupferstadt bin und mit viel Stolz und Freude Burggraf werde. Das ist die Gegenwart, die ich in vollen Zügen genießen möchte. Alles weitere ist Zunkunftsmusik, und meine hellseherischen Fähigkeiten sind eher begrenzt. Dennoch möchte ich Ihre Frage schon jetzt ganz klar beantworten: kein Kommentar.

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