Erdmännchen Freisteller

Bunte Rhythmik im Krankenhaus

Von: Toni Dörflinger
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Gemälde, die Ruhe ausstrahlen
Gemälde, die Ruhe ausstrahlen: Anneliese Casteel (Mitte) erklärt Gerd (l.) und Gudrun Pinder - Besucher der Vernissage im Bethlehem-Krankenhaus - die Machart und Aussage ihrer Werke. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Anneliese Casteel liebt die Ruhe. Von dem Bedürfnis nach Ruhe und Innerlichkeit sind auch ihre Bilder bestimmt. Überwiegend in den Farben Blau, Rot und Gelb gemalt, besitzen sie einen hellen, leuchtenden Mittelpunkt, dessen Ränder allmählich ins Dunkle übergleiten.

Um den in Acryl, Öl oder Aquarell gemalten Werken mehr Tiefe und Struktur zu geben, setzt die 87-jährige Künstlerin mitunter auch Sand ein. Aber auch das Edelmetall Gold findet sich in den Casteel-Werken wieder, die von einer vielfältigen Geometrie und einer strengen Rhythmik dominiert werden.

Dass die Casteel-Bilder den von indischer Philosophie beeinflussten Mandalas nachempfunden sind, bestätigte auch Klaus-Peter Marzodko, der jetzt im Bethlehem-Gesundheitszentrum die aus rund 50 Bildern bestehende Schau eröffnete. Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von Schülern der Stolberger Musikschule Merz.

Die Art und Weise ihrer Darstellungen und ihre Motivation, Bilder zu malen, erläuterte die Künstlerin mit den Worten: „Ich bevorzuge konzentrische Konstrukte aus geometrischen Parzellen, die die Helligkeit ihrer Mitte nutzen, um eine scheinbare Rotation zu erzeugen. Es ist die Geduld, die sich im Kreise bewegt und das Zeitgefühl aufgibt”.

Anneliese Casteel kann eine beeindruckende Vita vorweisen. Geboren wurde sie 1924 in Aachen wo sie auch ihr Abitur machte. Von 1946 bis 1947 war sie Schülerin des Bildhauers Matthias Corr. Danach besuchte Casteel die Bildhauerklasse von Josef Zeller an der Kaiserstädter Werkkunstschule. Ab 1956 war sie als freischaffende Bildhauerin in Baesweiler tätig. Als Kunsterzieherin gab sie anschließend viele Jahre lang ihre Erfahrungen an Schülern einer Realschule weiter.

Seit 1972 lebt Anneliese Casteel in Venwegen. Dort hat sie an der Vennstraße einen um 1800 erbauten alten Bauernhof erworben und darin ein Atelier eingerichtet. Casteel hat sich in Venwegen nach eigenen Worten eine von Blumen und Kräutern umgebene Lebensinsel geschaffen, die ihr Ruhe und Kraft gibt, um sich der Kunst widmen zu können. Mit ihren Arbeiten versucht sie dem Betrachter ihre innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu vermitteln. Nicht zuletzt zeichnete sie darum immer wieder Mandalas.

Gezeigt werden die Casteel-Bilder noch bis zum 20. Januar im Bethlehem-Gesundheitszentrum an der Steinfeldstraße im Flur der Stationen C 2 und B 1.
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