Bundeswehr bleibt und streicht 330 Stellen

Von: Patrick Nowicki und Jürgen Lange
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Ein Bild aus der Vergangenheit
Ein Bild aus der Vergangenheit: Im März wurden die letzten Rekruten in der Donnerbergkaserne vereidigt, jetzt wird die Rekrutenkompagnie 6 aufgelöst. Foto: A. Röchter

Stolberg-Donnerberg. Seit Mittwochmorgen herrscht auf dem Donnerberg Gewissheit: Die Kaserne befindet sich nicht auf der Streichliste von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière. Dennoch wird es Änderungen geben.

Bevor der Minister in Berlin vor die Presse trat, bestätigte am frühen Morgen der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt gegenüber unserer Zeitung, dass durch die Umwandlung der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee die Rekrutenkompanie 6 auf dem Donnerberg aufgelöst wird, was auch deutliche Konsequenzen für die Personalstärke hat: Das Stammpersonal in der Kaserne auf der Stadtgrenze von Stolberg und Eschweiler sinkt von 490 Menschen auf 160.

Mit dieser Entscheidung hat Kasernenkommandant Oberstleutnant Thomas Menikheim gerechnet. Der Diplom-Ingenieur weiß um die Stärken des Standortes und die Qualitäten der Technischen Schule Landsysteme (TSL) und Fachschule des Heeres für Technik (FSHT), die er leitet. Auf dem Donnerberg werden Soldaten hauptsächlich in der Nutzung elektronischer Waffensysteme unterwiesen. Die Zahl der Teilnehmer an den Lehrgängen schwankt zwischen 500 und 800 Menschen. Hier ist auch das Technischen Ausbildungszentrums Einsatz (TAZ) beheimatet, das dank intensiver Zusammenarbeit mit Forschung und Industrie moderne Logistik in die Tat umsetzt - mittels Helpdesk über die Entfernung hinweg direkt in die Einsatzgebiete in aller Welt.

Die Entscheidung bringt den nächsten Stein ins Rollen: Die Organisation innerhalb der Ausbildungseinheit kommt auf den Prüfstand. Man wolle Abläufe weiter optimieren und die Strukturen verfeinern, sagt Oberstleutnant Menikheim. Allerdings sei es noch zu früh, über Details zu sprechen. Ebenfalls noch nicht klar ist, wie der Personalabbau bewältigt wird und was mit den Betroffenen geschieht. Dies soll in den nächsten Wochen geschehen. Die Bundesagentur für Arbeit will dabei Hilfestellung geben.

„Wir haben die Entwicklung in etwa so eingeschätzt, wie sie jetzt eingetreten ist”, war der 45-Jährige Oberstleutnent am Mittwoch nicht überrascht von der Entscheidung des Bundesverteidigungsministers.

Aufatmen herrschte bei den Politikern: „Dies ist eine für Eschweiler, Stolberg und die ganze Städteregion wichtige Entscheidung”, urteilte Helmut Brandt (CDU). Der Standort habe eine gute Zukunftsperspektive, die Bundeswehr sei dort modern und leistungsstark aufgestellt. Die drastische Reduzierung der Dienstposten sei zwar sehr bedauerlich, aber der Standort könne zukünftig wieder aus- oder aufgebaut werden, befand die Bundestagsabgeordnete Petra Müller (FDP).

Die Technische Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik unterhält drei Standorte in Aachen, nämlich die Lützow-, Gallwitz- und Körner-Kaserne, und einen in Stolberg. Sie ist verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung sowie Weiterentwicklung aller Instandsetzungskräfte für Landstreitkräfte.

Auch die Kaiserstadt muss Kürzungen hinnehmen: In Aachen soll das Stammpersonal von 950 auf 800 reduziert werden. Hinzu kommen dann noch die Teilnehmer unterschiedlicher Lehrgänge.

Bereits bei einem internationalen Symposium im Mai in der Donnerberg-Kaserne hatte der Kommandeur der Aachener Truppenschule, Brigadegeneral Walter Ohm, mit Blick auf die Bundeswehrreform darauf hingewiesen, dass der Minister der Logistik eine tragende Rolle im Heer der Zukunft zuweisen werde. Sie muss dafür sorgen, dass Kampfverbände optimal einsatzbereit sind. „Eine moderne, einsatzorientierte Ausbildung ist dabei der Schlüssel zum Erfolg”, sagte Ohm in neuer Technik, modifizierter Schulung und ferngelenkter Hilfe Quantensprünge für die Unterstützung und Vorbereitung von Einsätzen.
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