Bundesliga-Fußball in Münsterbusch?

Von: Michael Grobusch
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Nichts geht derzeit im Stadion
Nichts geht derzeit im Stadion Glashütter Weiher. Nach der Sanierung im September bleibt der Rasenplatz bis auf Weiteres gesperrt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Wer in diesen Tagen das Stadion Glashütter Weiher betreten hat, wird bei der Lektüre der folgenden Zeilen vermutlich zunächst an einen verfrühten April-Scherz denken. Und dennoch ist das Anliegen von Alemannia Aachen durchaus ernst gemeint.

Für den derzeit sehr wahrscheinlich erscheinenden Fall, dass der U 17-Mannschaft der Schwarz-Gelben der Aufstieg in die B-Junioren-Bundesliga gelingen sollte, hat der Verein das Interesse bekundet, die Heimspiele seines erfolgreichen Nachwuchses in Münsterbusch auszutragen.

„Es hat eine Anfrage an die Stadt Stolberg gegeben”, bestätigte Aachens Pressesprecher Thorsten Pracht am Freitag gegenüber unserer Zeitung. Hintergrund ist die Auflage des Verbandes, dass die Partien in der Junioren-Bundesliga grundsätzlich auf Naturrasenplätzen ausgetragen werden müssen. Gerade in dieser Hinsicht aber herrscht Not am Tivoli, weil allein das neue Stadion über ein natürliches, aber extrem strapaziertes Geläuf verfügt, alle anderen Plätze aber mit Kunstrasen ausgelegt sind.

Wie der Bodenbelag im Stadion Glashütter Weiher zu bezeichnen und zu beurteilen ist, darüber gab es zuletzt im Sportausschuss in dieser Woche kontroverse Diskussionen. „Die im Herbst reparierten Stellen sind in einem schlechteren Zustand als vor der Sanierung”, bemängelte der Stadtsportverbands-Vorsitzende Bert Kloubert und berief sich dabei auch auf die bestätigende Einschätzung der Leichtathleten. Ferdi Gatzweiler aber wies diese Kritik zurück und betonte, dass er sich lieber auf das Urteil seiner verwaltungsinternen Mitarbeiter stützen wolle. Die haben dann offenbar auf Anweisung des Bürgermeisters die Anlage noch einmal unter die Lupe genommen, um einen aktuellen Lagebericht zu verfassen. Er liegt unserer Zeitung vor.

Die seit der Sanierung im September 2011 geltende Sperrung des Rasens wird darin mit gleich mehreren widrigen Umständen begründet. Neben einem „sehr hohen Wurmbesatz” und „Wildschäden durch Kaninchen” verweist das zuständige Tiefbauamt auch auf den ungünstigen zeitlichen Ablauf der Maßnahme. Wörtlich heißt es: „Da die Arbeiten aus Finanz- und organisatorischen Gründen erst sehr spät nach Abschluss der Vegetationsperiode durchgeführt wurden, kam es Jahreszeit- und Temperaturbedingt zur verzögerten Keimung und Einwurzelung der Neu- und Nachsaat, die erst mit steigenden Bodentemperaturen in diesem Frühjahr fortgeführt wird.” Extreme Frosteinwirkungen im Januar hätten zudem dazu geführt, dass Rasendecke und Tragschicht „hochgefroren” seien.

Der beauftragten Firma, die nicht nur eine Teilsanierung des Rasens, sondern auch die Instandsetzung der Beregnungsanlage vorgenommen hatte, wird ausdrücklich eine korrekte Arbeit attestiert. „Beim Abnahmetermin wurde ein ordnungsgemäßer und abnahmefähiger Zustand der Fläche vorgefunden”, heißt es in dem Bericht mit Bezug auf die insgesamt knapp 30.000 Euro teure Maßnahme.

Wie es mit dem Rasen im Stadion weitergeht und wann er für den Trainings- und Spielbetrieb wieder freigegeben werden kann, ist derzeit noch offen. Mit ansteigenden Bodentemperaturen und einem weiteren Abtrocknen der Rasendecke seien „notwendige Mäh- und Pflegegänge dringend durchzuführen”, mahnt das Tiefbauamt an. Zudem steht dann das Walzen und Düngen ebenso auf dem Programm wie die Jagd auf die Kaninchen mit Hilfe eines Falkners, die aufgrund von Schonzeiten bis dato noch nicht stattgefunden hat.

Greenkeeper von Alemannia

Bei der Aachener Alemannia zeigt man sich trotz der aktuellen Verhältnisse in Stolberg gelassen. „Noch ist nichts spruchreif”, gibt Thorsten Pracht zu bedenken, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass die U 17-Junioren, die als Spitzenreiter derzeit zehn Punkte Vorsprung auf Platz 2 und den 1. FC Köln haben, den Aufstieg erst noch sportlich besiegeln müssen. „Und sollte es zu einer Vereinbarung kommen, kann ich mir gut vorstellen, dass sich unsere Greenkeeper mit dem Rasen im Stadion Glashütter Weiher einmal intensiv beschäftigen werden”, so der Pressesprecher.
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