Stolberg-Atsch - Büscher investiert in Aachen und Stolberg

Büscher investiert in Aachen und Stolberg

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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100.000 Quadratmeter Gewerbefläche von Wolfgang Büscher sind das Herz der Atscher Automeile. 2,5 Millionen Euro will er hier im nächsten Jahr investieren. Foto: J. Lange
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In Kürze beginnt der Bau: Drei Millionen Euro investiert Wolfgang Büscher in eine Ausstellungs- und Gewerbeimmobilie an der Neuenhofstraße.

Stolberg-Atsch. Mit Rauchen hat Wolfgang Büscher nichts im Sinn. Dabei hat die Familie früher in Aachen eine Zigarrenfabrik und später eine Zigarettengroßhandlung betrieben. Aber mehr als der Handel mit Tabakwaren reizte Wolfgang Büscher das Geschäft mit Automobilen. Die Familie war anfangs wenig begeistert, als er sich als 25-Jähriger selbstständig machte.

Das war 1985, kurz nachdem er seinen Wehrdienst in der Dürener Panzerkaserne abgeleistet hatte.Den gelernten Kfz-Mechatroniker sowie Groß- und Außenhandelskaufmann zog es zur Atscher Automeile nahe dem Dreieck. Die kleine, ehemalige Tankstelle unterhalb der früheren Diskothek „Dampf­walze“ sollte zur Keimzelle eines kleinen Imperiums werden.

Heute ist Wolfgang Büscher Eigentümer von rund 100.000 Quadratmetern Wohn- und Gewerbefläche zwischen Hasenclever- und Sebastianusstraße. Heute steht der Name Büscher für das Herz der Atscher Automeile. Drei Marken, Arbeitsbühnen, Anhänger und Gewerbefahrzeuge bilden den Kern des Geschäftes an der Würselener Straße.

Diese Landesstraße 23 zwischen Stolberg und Verlautenheide war bereits vor einigen Jahrzehnten eine attraktive Adresse für die Kfz-Branche. Mehrere Speditionen, Tankstellen, Werkstätten sowie Automobil- und Wohnwagenhändler bildeten bereits die Atscher Automeile, als an der Aachener Neuenhofstraße noch die Kühe weideten. Tabbert, Fiat, Citroën oder Volkswagen waren die Marken; Bayer, Rosemeyer, Zimmermann, Schweitzer und andere waren oder sind noch die Händler. Und eben seit 1985 Wolfgang Büscher.

Als er bei Frau Königs die Tankstelle anmietet, sagt Büscher: „Entweder ich miete die nur für zwei Jahre oder ich kaufe sie“. Mit einem Auto hat er dort angefangen: „Es war ein gelber Fiat 500, den ich für 900 Deutsche Mark wieder verkauft habe“, erinnert sich Büscher noch genau. Das war der Startschuss für ein stetig wachsendes Reich und Gewerbeangebot nahe dem Dreieck.

Zwei Jahre später hat Wolfgang Büscher nicht nur die Tankstelle, sondern auch die „Dampfwalze“ gekauft. Ende der 80er Jahre kündigt er der Diskothek, weil die Besucher „mehr Unsinn und Vandalismus im Kopf hatten“ als Unterhaltung und Tanzvergnügen. „Alles muss eben seine Ordnung haben“, sagt Büscher. Er baut das Gebäude um, heute stehen hier Automodelle zum Verkauf.

Peu à peu baut der Verlautenheidener sein Stolberger Imperium aus. Neben Gebrauchtwagen wird Kia für zehn Jahre seine erste Marke; heute sind es Opel, Honda und Ssangyong. Arbeitsbühnen und Anhänger komplettieren das Angebot. Mit dem Ende der DDR blüht das Geschäft richtig auf. „Aber anders als viele Kollegen habe ich den Gewinn wieder hier investiert“: Büscher erwirbt weitere Wohn- und Gewerbeimmobilien diesseits und jenseits der Würselener Straße. Wenige Jahre nach dem Ende der Spedition Worms im Jahr 2004 kauft er vom Nachfolgeunternehmen Talke das 45.000 Quadratmeter große Speditionsgelände und baut es zu einem Gewerbepark aus.

Zahlreiche Firmen aus der Kfz-Branche, aber auch Omnibusunternehmen und Speditionen, Architekten und Gastronomie siedeln sich im Gewerbepark und dem Umfeld an. „Damit haben wir Synergieeffekte geschaffen“, sagt Büscher und packt mit Ideen neue Projekte an. Gut zehn Jahre lang ist die ehemalige Fensterbaufabrik Beckers an der Hasencleverstraße eine nicht vermarktbare Immobilie. Büscher erwirbt sie, schafft über sein Firmengelände eine zusätzliche Zufahrt, und jetzt residiert dort die Zentrale der Smile Autovermietung.

Büscher denkt nach über den Bau eines Parkhauses im Gewerbepark, restauriert das Gebäude der früheren Arztpraxis Stelzer an der Ecke zur Steinbachstraße und expandiert jetzt erst einmal in Aachen. Rund drei Millionen Euro werden investiert in eine viergeschossige Gewerbeimmobilie mit Ausstellungsraum im Erdgeschoss für zwei Marken an der dortigen Automeile. Auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück an der Neuenhofstraße werden 5000 Quadratmeter Nutzfläche geschaffen. In Kürze soll der Bau beginnen. „Ich möchte mit dem Honda-Frühstück im Januar die Eröffnung feiern“, sagt Büscher.

Der 57-Jährige bleibt Stolberg treu. „Anders würde das hier gar nicht gehen“, sagt der Geschäftsmann und zeigt stolz auf das gepflegte Umfeld: „Das ist wohl die schönste Einfallstraße in die Innenstadt“. Wilder Müll oder Wildkräuter am Straßenrand sind hier nicht zu finden. Wolfgang Büscher achtet persönlich darauf, dass sich die Anlagen – und das gilt auch für seine circa 250 Mieteinheiten zwischen Aachen und Monschau – in einem bestens gepflegten Zustand präsentieren.

Bergmannskreuz restauriert

Auch das Bergmannskreuz an der Ecke zur Steinbachstraße hat Büscher restauriert. „Der Pastor hat sich mit einer Flasche Messwein bedankt“: Über diese kleine Anerkennung hat sich der Geschäftsmann gefreut. Derzeit modernisiert er die Halle an der Hasencleverstraße, die an der Würselener Straße folgt in Kürze. Und im kommenden Jahr will er weitere 2,5 Millionen Euro an der Atscher Automeile investieren und sein Imperium zukunftssicher aufstellen. Ebenso wie die Niederlassung in Aachen soll auch der Hauptsitz in Stolberg flexibel nutzbar sein.

Die Automobilbranche sieht Wolfgang Büscher im Wandel. „In ein paar Jahren konfigurieren die Kunden sich ihre Fahrzeuge im Internet und bestellen per Mausklick“, sagt der 57-Jährige. „Dann gibt‘s nur noch Übergabestellen für die Autos“. Auch das Werkstattgeschäft verliere kontinuierlich an Frequenz. Die Qualität der Fertigung steige, Sicherheitssysteme verhindern zunehmend Unfälle. Frühzeitig und nachhaltig will Wolfgang Büscher sich rüsten, damit die Atscher Automeile auch in Zukunft ein attraktiver Gewerbestandort sein wird.

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