Stolberg - Büsbacher Zahnarzt begeistert mit Reggae- und Latinoklänge

Büsbacher Zahnarzt begeistert mit Reggae- und Latinoklänge

Von: Marie Luise Otten
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Als „Special Guest“ trat Gitarrist und Sänger Juan Pablo Raimondo aus El Salvador im „Piano“ auf, in der Mitte der Stolberger Lehramtstudent Julius Schneege (Bass) und rechts der Stolberger Schlagzeuger Erwin Printz.
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I-sistance im Einsatz (v.l.): Dimitar Georgiev (Leadsänger, Keyboards und Komponist), Tochter Sarifa und Mutter Sonia von Lawrence (Sängerinnen) und der Vollblutmusiker Feri Nemeth am Saxofon.

Stolberg. Wer ein Stück Reggae- und Latinomusik in Stolberg erleben wollte, war im „Piano“ am Samstagabend genau richtig. Möglich machten dies die beiden Bands „I-Sistance“ und „Sins Frontera“ um den Büsbacher Zahnarzt Erwin Printz, die eine spritzige Auswahl der bekanntesten Lieder und Hits zum Besten gaben.

Die Mischung aus Samba-, Rumba- und Rockrhythmen boten Lebensfreude und sorgten für kurzweilige Stunden in der Altstadt. Den Anfang gestalteten Sonia von Lawrence und ihre Tochter Sarifa. Während die Mutter aus Sierra Leone stammt, Jahre in London gelebt und gearbeitet hat und jetzt in der Region Zuhause ist, wurde Sarifa in Deutschland geboren. Normalerweise singen die beiden Frauen als Hintergrundsängerinnen, doch im „Piano“ zeigten sie, dass sie auch mehr können.

Brasilianischer Bossa Nova, die Jazzballade Moonriver aus dem Film „Breakfast at Tiffany’s“ , der „Time after Time“-Hit und Gershwins „Summertime“ waren ausdrucksstarke Songs für die farbigen Engel. Erwin Printz, ein „Multitasker“ wie ihn sein Freund Kai Strietzel beschreibt, begleitete die Frauen auf der akustischen Gitarre und das zusammen mit dem Saxophonisten Feri Nemeth ungarischer Herkunft. Dieser blinde Saxophonist, der in Amerika mit Bandmitgliedern von Franz Zappa aufgetreten ist, war einzigartig auf seinem Instrument. Virtuos gestaltete der sensible Künstler seine Improvisationen im Wechsel mit Printz. Im zweiten Block präsentierte sich dann die angekündigte „I-Sistance“ Band. Zu der Anfang 2014 gegründeten Aachener Reggaeband zählen neben den vier genannten Musikern, wobei Printz zum Bass wechselte, noch der Bulgare Dimitar Georgiev (Leadsänger, Keyboards, Komponist), David Reimann (Schlagzeug) und Tobs (Gitarre). Reggae ist jamaikanische Tanzmusik der späten sechziger Jahre und besticht durch originelle Kompositionen.

Neben eigenen Stücken mit tiefgründigen Texten wurden auch traditionelle instrumentale Stücke, die durch Jazz und Rock beeinflusst sind, gespielt. Songs wie „Divine Combination“, „Red light“ und „Down Under“ gingen unter die Haut und sorgten für viel Atmosphäre. Der Name „I-Sistance“ ist ein jamaikanischer Begriff und in Anlehnung an den dortigen Geist entstanden. Er signalisiert Unterstützung und Brüderlichkeit, wie es auch die Bandmitglieder untereinander demonstrierten.

Nach diesem Hauptakt trat im dritten Teil der Gitarrist und Sänger Juan Pablo Raimondo aus El Salvador als „Special Guest“ auf. Mit seiner internationalen „Sin Fronteras“-Band, die für Weltoffenheit steht, gab es lateinamerikanische Musik mit spanischen Texten, teils sozialkritisch, vom Feinsten. Manu Markus spielte Gitarre, Feri Nemeth verschaffte sich mit halsbrecherischen Improvisationen Gehör, die Percussion-Instrumente bediente der Grieche Vassili Stergiopoulos, Sarifa und Sonia von Lawrence sangen und bewegten sich im Rhythmus zu den Stücken.

Am Bass stand jetzt der Stolberger Julius Schneege, während der hochmotivierte Stolberger Zahnarzt, Sohn eines gebürtigen Rumänen und einer Ungarin, nun Schlagzeug spielte, das Instrument, das er feinfühlig und ungewöhnlich gut beherrschte. Eigene Songs wie die Ballade „Lo Exterior“ oder „Imaginacion“ und „Me duele“ wechselten mit energiegeladenen volkstümlichen Gesängen wie „La Bamba“, „Guantanamera“ oder dem Musiktitel „Corazon Espinado“ von Santana. Einzelne Soli von Manu Markus, Feri Nemeth oder Erwin Printz gaben dem Abend ein zusätzliches karibisches Flair.

Im Zusammenspiel entfachten sie ein wahres Feuerwerk lateinamerikanischer Klänge, indem sie alle Raffinessen einzusetzen wussten, die diese Musik ausmacht. Ohne zwei Zugaben ließen die Zuhörer, die die heißen Rhythmen liebten, indem sie mitsangen, klatschten und tanzten, die Künstler nicht gehen.

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