Büsbacher Hydraulik-Spezialist behauptet sich am Markt

Von: Michael Grobusch
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Stehen vor vielfältigen Herau
Stehen vor vielfältigen Herausforderungen: die Geschäftsführer Dietmar (l.) und Rolf Hoven vom gleichnamigen Hydraulik-Spezialisten aus Büsbach. Foto: M. Grobusch

Stolberg-Büsbach. Ein „spannendes Jahr” hatten sie prophezeit, und ihre Prognose sehen Dietmar und Rolf Hoven bislang bestätigt. „Wir haben es mit einem weiterhin hart umkämpften Markt und sehr intensiven Preisverhandlungen zu tun”, berichten die beiden Brüder und Geschäftsführer des Büsbacher Hydraulik-Spezialisten Hoven.

Das heißt nicht, dass die Geschäfte am Brockenberg schlecht laufen. „Der Bedarf ist da, und wir sind am Markt gut positioniert”, versichert Rolf Hoven. Auf eine vorzeitige Bewertung des wirtschaftlichen Erfolges für 2011 will er sich in diesen Septembertagen aber trotzdem nicht einlassen. „Das können wir in dieser Phase noch nicht sagen.”

Die Zeiten, in denen im Maschinenbau längerfristig geplant werden konnte, sind vorbei. „Die langen Wirtschaftszyklen gibt es auch in unserer Branche nicht mehr”, weiß Dietmar Hoven. Dafür aber gebe es andere Faktoren, die unabhängig von Krise oder Boom von großer Bedeutung seien.

„Qualität und Zuverlässigkeit stehen über allem.” Das spielt dem Unternehmen, das in seiner Präsentation gerne auf diese Attribute verweist, eigentlich in die Karten. Doch angesichts des Konkurrenzdruckes müssen solche Botschaften auch bei den Adressaten ankommen, weshalb Marketing und Vertrieb bei Hoven mittlerweile einen deutlich erhöhten Stellenwert genießen.

Das gilt auch für die Instandsetzung, die als Sparte ausgebaut werden soll. Allerdings ist die Vorbereitungsphase noch nicht abgeschlossen. „Wir sind dabei, das Thema in Workshops weiter auszuarbeiten”, berichtet Dietmar Hoven.

Derzeit seien die vorhandenen Kapazitäten für einen zusätzlichen Geschäftszweig sehr gering. „Dabei sind die Voraussetzungen aufgrund unseres Know-hows eigentlich ideal.” Wer auf den Markt gehen wolle, müsse diesen aber auch bedienen können. Deshalb wäre ein solches „zukunftsorientierte Standbein” wohl mit erheblichen Investitionen und einer personellen Aufstockung verbunden.

Gerade in diesen beiden Punkten tun sich die Geschäftsführer allerdings im Augenblick schwer. Denn wie sie auf Anfrage bestätigt haben, gibt es einen arbeitsrechtlichen Konflikt zwischen dem Unternehmen und einem Teil der Belegschaft.

Nach Informationen unserer Zeitung wollen 15 der insgesamt 95 Mitarbeiter rückwirkend einen Gehaltsanspruch für wöchentlich vier Arbeitsstunden geltend machen. Dabei verweisen sie auf eine 2008 offiziell ausgelaufene Betriebsvereinbarung zur 39-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Diese habe sich stillschweigend verlängert - allerdings verbunden mit entsprechender zusätzlicher Bezahlung.

„Für uns ist das eine schwierige Situation”, räumt Rolf Hoven ein. „Die Großkonzerne fahren extreme Gewinne ein und schließen Tarifverträge ab, bei denen wir als Kleinstmittelständler nicht mithalten können.”

Eine Lösung hatte sich indes in den Verhandlungen mit der Stolberger IG Metall angedeutet. In diesen ging es um den in der Firmengeschichte erstmaligen Abschluss eines Haustarifvertrages in Anlehnung an das für die Metall- und Elektroindustrie vereinbarte Entgeltrahmenabkommen (ERA). Seitdem ein Teil der Belegschaft seine Ansprüche reklamiert hat und sämtliche Einigungsversuche zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern gescheitert sind, ruhen die Verhandlungen mit der Gewerkschaft allerdings. „Wir haben mit jedem Einzelnen gesprochen und sind an einer Lösung sehr interessiert”, beteuert Dietmar Hoven, stellt aber zugleich fest: „Im Moment sehen wir kein Potenzial für weitere Gespräche.”

Stattdessen will die Geschäftsführung zunächst abwarten - auch hinsichtlich der Möglichkeit, dass die betroffenen Mitarbeiter den Klageweg einschlagen. Dafür hätten Rolf und Dietmar Hoven nach eigener Aussage jedoch ebenso wenig Verständnis wie sie es bisher für die aus ihrer Sicht starre Haltung der in den meisten Fällen langjährig in Büsbach Beschäftigten gehabt haben. „Wir haben in den vergangenen Jahre trotz der Krise erheblich investiert und sind bereit, dies auch in Zukunft zu tun”, so Rolf Hoven. „Das setzt aber die Unterstützung und gewisse Zugeständnisse der Mitarbeiter voraus.”

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich der Konflikt entschärfen oder zuspitzen wird. Auch unter diesem Gesichtspunkt bleibt 2011 also ein spannendes Jahr.
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