„Büsbacher Hubertuskirmes hat eine Zukunft“

Von: Dirk Müller
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Heinz Offermann, Brudermeister der Büsbacher Schützen, bei den letzten Vorbereitungen für die Hubertuskirmes, die noch bis Sonntagabend an der Konrad-Adenauer-Straße besucht werden kann. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Hubertuskirmes auf dem Büsbacher Marktplatz ist die letzte kleine Dorfkirmes im Stolberger Stadtgebiet. Mit Heinrich „Heinz“ Offermann, dem 1. Brudermeister der ausrichtenden St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Büsbach, sprach Dirk Müller über die Kirmes, die am heutigen Samstag von 14 bis 20 Uhr und am morgigen Sonntag noch von 11 bis 20 Uhr besucht werden kann.

Warum heißt die Hubertuskirmes nicht Schützenkirmes?

Offermann: Weil sie genau genommen keine ist. Unter einer Schützenkirmes versteht man eigentlich ein Schützenfest mit einem mehrtägigen Rahmenprogramm, zu dem auch eine Kirmes zählen kann. Unser Schützenfest haben wir aber bereits gefeiert. Es ist eine alte Büsbacher Tradition, dass wir Schützen anlässlich unseres Patronatsfestes eine Kirmes ausrichten, und unser Patron ist der Heilige Hubertus – daher der Name Hubertuskirmes. Leider war diese Tradition irgendwann eingeschlafen, aber wir haben sie vor drei Jahren wieder aufleben lassen.

Weshalb haben die Schützen sich entschlossen, die Büsbacher Kirmes wieder auszurichten?

Offermann: Wir wollten die Akzeptanz der Schützenbruderschaft im Ort stärken. Der Plan war, weniger hinter verschlossenen Türen zu feiern, sondern mehr in der Öffentlichkeit, und alle Bürger dazu herzlich einzuladen. So verfahren wir seitdem sowohl hinsichtlich der Hubertuskirmes, als auch mit unserem öffentlichen Königsvogelschuss, dem Muttertagsfest für die ganze Familie und natürlich dem Schützenfest. Der Anfang war noch schwierig, aber die Entwicklung ist positiv, nachdem wir langen Atem bewiesen haben. Bestes Beispiel dafür ist unser Schützenfest, das immer besser besucht wird. Was darin mündete, dass der Saal im Büsbacher Bürgerhaus zu klein wurde, und wir in diesem Jahr in den großen Saal von „Angie‘s Bistro“ gewechselt sind, um 220 Gästen Platz bieten zu können.

Die Hubertuskirmes ist die letzte Dorfkirmes ihrer Art im gesamten Stolberger Stadtgebiet. Woran liegt das?

Offermann: Um eine Dorfkirmes auf die Beine zu stellen, braucht man zunächst einen Platz, der im Optimalfall zentral gelegen ist. Daran scheitert es schon oft. Schwerwiegender ist aber, dass eine kleine Dorfkirmes für die Schausteller heute nicht mehr wirtschaftlich interessant ist.

Und wie schaffen die Büsbacher Schützen es, den Bürgern die Dorfkirmes zu präsentieren?

Offermann: Wir sind die Ausrichter und mieten den Marktplatz an. Den Schaustellern berechnen wir keine Standgebühren, und der Büsbacher Markt liegt gut sichtbar und zentral im Ort, so dass die Hubertuskirmes für die Schausteller attraktiv ist. Zumal wir sie um einen Kirmestag erweitert haben. Die Kirmes ist ab jetzt schon während des Martinszugs der Interessengemeinschaft Büsbach geöffnet. Dann sind zahlreiche Familien unterwegs, und eine offene Kirmes kann beste Werbung in eigener Sache machen.

Was bietet die Hubertuskirmes den Besuchern?

Offermann: Es gibt eine Schießbude, einen Stand mit Süßigkeiten, eine Wurfbude und Crêpes. Es sollte auch ein kleines Kinderkarussell geben, das wir angemietet haben, damit die Kinder darauf kostenlos fahren können, aber der Schausteller hatte leider einen Achsschaden an seinem Gerät. Also haben wir buchstäblich in letzter Sekunde zwei Hüpfburgen organisiert – eine für kleinere und eine für größere Kinder. Die Bruderschaft betreibt auch einen eigenen Stand mit Reibekuchen, Getränken, Fritten und Würstchen, und am Kirmessonntag öffnen wir um 14 Uhr die Cafeteria im Bürgerhaus. Während die Kirmes sich hauptsächlich an Familien und Kinder richtet, ist die Cafeteria ein Angebot für die älteren Menschen – das spiegelt unseren Anspruch wider, allen Generationen etwas zu bieten und sie zu verbinden.

Am Kirmessamstag beginnt um 17.30 Uhr in Büsbach die Heilige Hubertus-Messe, bei der nicht nur Königs- und Prinzensilber geweiht wird, sondern auch die neue Fahne der Bruderschaft. Warum?

Offermann: Unsere alte Fahne ist schlichtweg in die Jahre gekommen. Nach rund einem halben Jahrhundert ist sie enorm restaurierungsbedürftig. Unsere erste Idee war, sie einfach neu aufzulegen, aber dann hat die Bruderschaft entschieden, dass jede Fahne ihre Zeit hat, und nun zieren neue Motive die Fahne. Eine Seite zeigt den Heiligen Hubertus, eine das Büsbacher Bürgerhaus. Das Bürgerhaus ist unsere Heimat, und wir Schützen betreiben es auch. Mit diesem Motiv möchten wir die Verbundenheit zu unserem Ort Büsbach ausdrücken.

Am Kirmessonntag geht um 20 Uhr die viertägige Hubertuskirmes zu Ende. Wie ist es um die Zukunft der Büsbacher Dorfkirmes bestellt?

Offermann: Wie der öffentlichen Königsvogelschuss, das Muttertagsfest und das Schützenfest hat die Hubertuskimes eine Zukunft. E wird sie weiterhin geben, und wir wollen sie noch verbessern. Dazu haben wir schon fast alle Verträge für das kommenden Jahr mit den Schaustellern abgeschlossen. Es wird mehr Buden geben sowie ein größeres Kinderkarussell, und wir arbeiten daran, eine Attraktion für Jugendliche, etwa eine Raupenbahn, anzubieten.

Und wie steht es um die Zukunft der Büsbacher St.-Hubertus-Schützenbruderschaft?

Offermann: Ich denke, wirklich gut. Der Verein hat in 2016 zum Beispiel viel Geld in den Schießsport investiert, was auch durch den Mitgliederzuwachs nötig geworden ist. Wir freuen uns über 20 neue aktive Mitglieder. Dafür, dass wir auch 393 Jahre nach der Gründung immer noch zukunftsfähig sind, spricht besonders die Tatsache, dass rund ein Drittel unserer insgesamt 60 aktiven Mitglieder unter 21 Jahre jung sind.

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