Stolberg - Büsbach soll eine neue Turnhalle erhalten

Büsbach soll eine neue Turnhalle erhalten

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
12900770.jpg
Ihre Tage sind gezählt: Eine Sanierung der Turnhalle der Grundschule Bischofstraße lohnt sich nicht mehr. Ein Neubau soll sie ersetzen. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Stolberger Pläne zur Einrichtung einer zweiten Gesamtschule erfordern eine Neuausrichtung der sogenannten KIF-Mittel. Mit diesem Kommunalinvestitionsfördergesetz (KIF) unterstützt die Bundesregierung finanzschwache Städte wie Stolberg bei erforderlichen Investitionen.

Rund 4,25 Millionen Euro stellt der Bund zur Verfügung; die Kupferstadt muss einen zehnprozentigen Eigenanteil von 472.588 Euro aufbringen, so dass eine Summe von 4,73 Millionen Euro von diesem Jahr an investiert werden kann. Bis Ende 2020 müssen alle Maßnahmen fertiggestellt und abgerechnet sein.

Ein paar Auflagen hat der Gesetzgeber den Kommunen noch mit auf den Weg gegeben. So dürfen KIF-Mittel unter anderem beim Schwerpunkt Infrastruktur eingesetzt werden, beispielsweise zum Lärmschutz, zum altersgerechten Umbau, zum Barriereabbau, zur Brachflächenrevitalisierung und zur energetischen Sanierung. Beim Schwerpunkt Bildungsinfrastruktur genießen Einrichtungen der frühkindlichen Bildung und der Weiterbildung, die energetische Sanierung und die Modernisierung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten Priorität.

Nun hatte sich die große Koalition bereits im vergangenen Jahr Gedanken gemacht, wie die KIF-Mittel am besten eingesetzt werden können. Im Januar beschloss der Stadtrat einstimmig, dass der dickste Batzen von rund zwei Millionen Euro zur energetischen Sanierung der Realschule Mausbach eingesetzt werden soll.

Doch das hält die Verwaltung nach den ersten Analysen über den erforderlichen Raumbedarf bei einer Einrichtung einer Gesamtschule in Mausbach nicht mehr für sinnvoll. „Es wird beim Ausbau aller Voraussicht nach einen Teil geben, der nach KIF förderfähig ist und einen Teil, der nicht in diese Rahmenbedingungen passt“, sagt Tobias Röhm. Der Technische Beigeordnete verweist auf energetische Maßnahmen einerseits sowie auf Um- und Ausbauten andererseits.

„Demnach wäre es einfacher, das gesamte Projekt unabhängig vom KIF zu realisieren“, so Röhm weiter, „zumal die Umfänge der Maßnahme erst mit dem Abschluss des Konzeptes der Schulentwicklungsplanung bekannt werden.“ Vorgesehen ist, dass sie dem Schulausschuss Ende September vorgestellt werden soll.

Umbau von Real- in Gesamtschule

Dieser Einschätzung folgte am Dienstagabend auch der Stadtrat. Die Sanierung und die Umgestaltung der Real- in eine Gesamtschule sollen nun im Haushalt eigenständig berücksichtigt werden.

Damit rückt die weitere Sanierung der Grundschule Münsterbusch an erste Stelle. Nach einer aktuellen Kalkulation werden die Kosten mit rund 3,24 Millionen Euro kalkuliert. Zwar wurden Dachflächen des Gebäudes an der Prämienstraße in den letzten Jahren teilweise saniert, so dass dort nur noch Restarbeiten zu vollziehen sind. Aber die Fassade zu Rotdornweg und Amaliastraße hin weist im Bereich der Betonfertigteile so erhebliche Schäden auf, dass sie nicht mehr saniert werden können. Die Gefahrenstellen sind abgesperrt. Die komplette Fassade inklusive Fenstern soll erneuert werden.

Auf Platz zwei rückt demnach die energetische Sanierung der Büsbacher Grundschule vor. Der Umfang der notwendigen Maßnahmen am Schulgebäude muss allerdings noch ermittelt werden. Mittlerweile verdichtet sich die Nachricht, dass die Schule an der Bischofstraße eine neue Turnhalle erhält: „Der bauliche Zustand der Turnhalle lässt eine sinnvolle energetische Sanierung nicht mehr zu“, sagt Röhm. Der Beigerodnete schlägt stattdessen „einen modernen Neubau“ vor.

Der finanzielle Umfang muss dafür ebenso noch ermittelt werden wie für Sanierung und Ausbau am Standort Mausbach. Nach bisherigen Plänen soll die Realschule Mausbach mit dem Schuljahr 2021/22 auslaufen, während die Gesamtschule fünfzügig zum Schuljahr 2017/18 starten soll. Sofern zur Realisierung der Maßnahmen über das Förderprogramm hinausgehende Mittel benötigt werden, sind diese über den regulären städtischen Haushalt zu finanzieren, kündigt Röhm an.

Unabhängig davon hält die Kupferstadt an dem Beschluss fest, den Ausbau der Geburtshilfe am Bethlehem Gesundheitszentrum mit 200.000 Euro aus den KIF-Mitteln zu unterstützen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert