Stolberg - Bürgerstiftung erreicht bereits das erste Ziel

Bürgerstiftung erreicht bereits das erste Ziel

Von: Jürgen Lange
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Der „Papst der Bürgerstiftun
Der „Papst der Bürgerstiftungen” motivierte zum Auftakt der Kampagne: Nur acht Monate nach der Rede von Prof. Dr.Christian Pfeiffer kann sich schon die Stolberger Bürgerstiftung formieren. Foto: J. Lange

Stolberg. „Ich möchte einfach einmal meiner Heimatstadt etwas Gutes tun”: Mit diesen Worten begründet einer der jüngsten Stifter sein Engagement. Es sind Worte, die Wolfgang Hennig nicht nur gerne hört, sondern er hat sie so oder ähnlich in den vergangenen acht Monat öfter gehört, als er es ursprünglich gedacht hatte.

Es ist eine fünfköpfige Gruppe um den ehemaligen Bürgermeister der Kufperstadt, die im vergangenen November die Gründung einer Bürgerstiftung für Stolberg anregt. Sie setzt sich zum Ziel, bis Ende 2013 das notwendige Anstiftungskapital in Höhe von 50 000 Euro aufzubringen. Doch das Interesse an einer Bürgerstiftung ist weitaus größer als erwartet.

Bereits am 2. Juli werden die Gründungsstifter ganz formal die Bürgerstiftung Stolberg ins Leben rufen, die Satzung beschließen, einen Vorstand und einen Stiftungsrat wählen können, um dann ganz offiziell den Antrag auf staatliche Anerkennung bei der Bezirksregierung einzureichen. Mit dem amtlichen Siegel kann die Stolberger Bürgerstiftung dann ihre eigentliche Arbeit aufnehmen.

„Für den starken Zuspruch in der Bürgerschaft gibt es sicherlich mehrere Gründe”, freut sich Hennig, der die Gründungsphase koordiniert. Schon die Auftaktveranstaltung wird zu einem Erfolg. Prof. Dr. Christian Pfeiffer, ehemaliger Justizminister in Niedersachsen und Vater der Bürgerstiftungs-Bewegung in Deutschland, klärt auf über Wege und Möglichkeiten, spricht über Perspektiven und Identifikation und motiviert zum Engagement. Gleich am Abend erklären 22 Stolberger sich zur Beteiligung bereit. Mit den Interessenten aus der Vorbereitungsphase schwellt der Kreis der Stifter bereits schnell auf über 30 Personen und Unternehmen an, die sich für Stolberg einsetzen wollen.

Jedermann kann Stifter sein, der sich mit einer Einlage von mindestens 500 Euro einbringt. Nach oben sind dem finanziellen Engagement keine Grenzen gesetzt. Spenden kann die Bürgerstiftung nach ihrer amtlichen Anerkennung in jeder Höhe entgegennehmen. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals sowie aus - auch zweckgebundenen - Spenden werden die zukünftigen gemeinnützigen Aufgaben der Bürgerstiftung finanziert; ihr Wirkungskreis bleibt auf das Stolberger Stadtgebiet beschränkt.

Bereits im Dezember freut sich der Initiativkreis, dass 40 Prozent des erforderlichen Startkapitals erreicht sind - mit Einlagen von 500 bis zu mehreren Tausend Euro. Anfang Februar sieht sich die Bürgerstiftung bereits auf der Zielgeraden. Zwei Drittel des erforderlichen Kapitals sind zugesagt. Auf 60 Mitgründer ist der Kreis der Engagierten angestiegen. Auf zwölf Personen wird die Initiativgruppe erweitert. Drei Arbeitsgruppen nehmen ihre Tätigkeit auf, um die nun für den 2. Juli terminierte offizielle Gründung vorzubereiten.

Eine Gruppe konzentriert sich auf das gezielte Anwerben weiterer Stifter, eine zweite kümmert sich um das Marketing, um möglichst viele Bürger für ein Engagement zu gewinnen. Der dritte Arbeitskreis widmet sich den wichtigen Details: Der Entwurf einer Satzung wird erstellt und ist mittlerweile mit der Kölner Bezirksregierung und der Oberfinanzdirektion Rheinland abgestimmt. „Der jetzt vorliegende Entwurf wird von den Behörden grundsätzlich gut geheißen”, erklärt Hennig. Auch das zugesicherte Stiftungskapital hat die magische Hürde von 50.000 Euro bereits überschritten.

„Jetzt werden die Weichen für die zukünftige Entwicklung gestellt”, sagt Wolfgang Hennig mit Blick auf die bevorstehende Zusammenkunft der bis dato 76 Gründungsstifter. In ihrem Kreise wird die Ausrichtung der Bürgerstiftung und Handlungsschwerpunkte der selbstständigen und unabhängigen Institution zur Förderung verschiedener gemeinnütziger und mildtätiger Zwecke festgesetzt. Ziel ist es, dass Stolberger in Stolberg helfen - insbesondere dort, wo sich die öffentliche Hand aufgrund der Finanzlage zurückziehen muss.

Je rascher und je höher das Stiftungskapital ansteigt, um so größer werden die Möglichkeiten der Bürgerstiftung, dort zu helfen, wo es nötig ist. Deshalb sind weitere Interessierte stets gern gesehen, die ihrer Heimatstadt einfach etwas Gutes tun wollen.

Termin und Kontakt zur Bürgerstiftung

Die Zusammenkunft der Gründungsstifter beginnt am Montag, 2. Juli, um 19 Uhr im Parkhotel am Hammerberg. Vorgestellt und beschlossen werden dann die Satzung und das Geschäft der Bürgerstiftung, gewählt ein Vorstand und ein Stiftungsrat.

Weitere Informationen gibt es beim Koordinator der Initiativgruppe, Wolfgang Hennig, unter Telefon 24737 oder per Email unter info@buerger­stiftung-stolberg.de. Eine Internetpräsenz befindet sich unter der Adresse http://www.buergerstiftung-stolberg.de noch im Aufbau.

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