Bürgermeister wettet gegen die eigenen Leute

Von: Kolja Linden
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Sie setzen auf das Engagement Stolberger Bürger: Die 120 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stolberger Tafel - hier drei Damen aus dem Verkaufsteam - hoffen auf möglichst viele Spender für das „Fest der Begegnung” und darauf, dass Ferdi Gatzweiler seine Stadtwette verliert. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Eine Tonne ist das Ziel. Eine Tonne Lebensmittel - haltbare natürlich - sollen die Stolberger Bürger bis zum 25 Juni sammeln, als Spende für die Stolberger Tafel.

Abgeben kann man die Lebensmittel im Rathaus, wo sie gewogen und gesammelt werden, damit sie beim großen Fest am 28. Juni im Zinkhütter Hof, zu einer Pyramide gestapelt, weit sichtbar von der Spendenbereitschaft der Stolberg zeugen.

Grund für die Aktion ist das zehnjährige Jubiläum der Tafel, die im August 1999 erstmals ihre Pforten an der Eschweilerstraße öffnete und mittlerweile 730 Haushalte betreut. Einen besonderen Anreiz, das ehrgeizige Ziel von einer Tonne zu schaffen, bietet jetzt der Bürgermeister. Ferdi Gatzweiler wettet nämlich gegen die eigenen Bürger, dass sie es nicht schaffen, insgesamt eine Tonne gespendeter Lebensmittel zusammen zu bekommen.

Zehn Jahre Stolberger Tafel, ein Grund zum Feiern ist das eigentlich nicht. Die Tafel gehört zu der besonderen Sorte von Vereinen, deren existenzielles Ziel sein muss, eines Tages überflüssig zu werden. Die Realität sehe derzeit aber anders aus, sagt Franz-Josef Koke, Gründungsmitglied der ersten Stunde und seit zwei Jahren Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins. Längst haben sich die Tafeln in Deutschland zu einem bundesweiten Verband zusammengeschlossen, der 700000 Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, darunter 1600 in Stolberg - Tendenz steigend.

Am 28. Juni sind nicht nur die Kunden und Mitarbeiter der Tafel eingeladen, sondern auch Spender, Sponsoren und alle Stolberger Bürger. Man soll sich kennenlernen, in der zwanglosen Umgebung des Industriemuseums und nicht im für manchen Besucher eher beklemmenden Umfeld der Tafel. „Es geht um ein paar schöne Stunden, aber auch um Aufklärungsarbeit”, sagt Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

Und das Ziel für den 28. Juni, eine Tonne Lebensmittel zu sammeln, wollen alle Beteiligten unbedingt erreichen. Übrigens auch der Bürgermeister, denn wenn er die Wette verliert, darf er seinen Wetteinsatz einlösen: Bei der nächsten Weihnachtskistenaktion der Tafel will Gatzweiler persönlich einen Tag lang Pakete ausfahren.

Spendenabgabe ab sofort möglich

Wer sich an der Spendenaktion zum Geburtstag der Tafel beteiligen und mit dafür sorgen möchte, die Stadtwette gegen den Bürgermeister zu gewinnen, kann das ab sofort tun. Angenommen werden die Lebensmittel bis Donnerstag, 25. Juni, an der Information im Rathaus.

Wichtig ist, dass die Lebensmittel über den 28. Juni hinaus haltbar sind. Sollte jemand so viel spenden, dass er Hilfe beim Transport der Waren braucht, so kann er sich im Büro des Bürgermeisters melden, bei Petra Jansen unter 13205.
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