FuPa Freisteller Logo

Bürgerinitiative: Steinbruch und Umweltamt „überwachen“

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
9587859.jpg
Für die Mitglieder der Bürgerinitiative steht der Steinbruch in Breinig vor allem für Belastung durch Lärm und Staub. Foto: J. Lange

Stolberg-Breinig. „Auch wenn die Grenzwerte nicht überschritten werden, ist das Maß des Erträglichen für die meisten Anwohner aber längst überschritten“, fasste Karin Clauser zusammen. Bei der Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative (BI) „Rettet das Münsterländchen! Kein neuer Steinbruch zwischen Breinig, Dorff und Kornelimünster“ betonte die Vorsitzende, die BI müsse dafür sorgen, dass alle Nebenbestimmungen der Genehmigung des Steinbruchs wirklich eingehalten werden.

„Deswegen muss das Umweltamt der Städteregion von uns überwacht werden“, sagte Clauser. Denn das Umweltamt erteile Genehmigungen, die nach dem Verständnis der Bürgerinitiative nicht erteilt werden dürfen. Clauser nannte als Beispiel für eine nicht eingehaltene Nebenbestimmung etwa den vom Steinbruchbetreiber zu schmal und „nicht ordentlich“ angelegten Gehölzstreifen. Oder den nicht genehmigten Parallelabbau wie im April 2014 geschehen. „Am 14. April wurde in kurzer Zeit sowohl im Flurstück 45 als auch im Loferbusch gesprengt, und es kam zu heftigen Erschütterungen in Kornelimünster“, berichtete Clauser. Daraus sei die Bitte des Betreibers BSR an das Umweltamt resultiert, in dem Bereich Breiniger Feld abbauen zu dürfen. „Antrag und Genehmigung sehen allerdings vor, das Breiniger Feld erst im Jahr 2032 für den Abbau zu öffnen“, hielt Clauser entgegen.

Bereits im Februar vergangenen Jahres habe „ganz Breinig“ eine Sprengung gehört, die von vielen Anwohnern als so „laut wie eine Gasexplosion“ empfunden worden sei. „799 Kilogramm Sprengstoff waren auf 16 Löcher verteilt. Das entspricht 49,9375 Kilo pro Loch – die maximal erlaubte Lademenge beträgt 50 Kilo“, führte die Vorsitzende der BI aus. Die Beschwerden der BI hätten unter anderem zu einem Ortstermin mit dem Umweltamt geführt, bei dem die Lärmbelastung durch Sprengung gemessen wurde. „Bei dieser Sprengung jedoch betrug die Lademenge nur 48,68 Kilo.“

Dass der durch den Steinbruch verursachte Lärm eine hohe Belastung für die Breiniger sei, habe die BI mittels einer Umfrage belegt. Bei einer Tür-zu-Tür-Befragung sammelte die Bürgerinitiative 790 Unterschriften gegen den andauernden Lärm. „90 Prozent der Unterzeichner sprachen sich dafür aus, auf einer Internetseite im Vorfeld über die Sprengtermine informiert zu werden. 68 Prozent wollen mit ein akustischen Signal vorgewarnt werden. 95 Prozent möchte, dass am Ende des Breiniger Felds eine bepflanzte Hecke Lärm und Feinstaub mindert“, berichtete Clauser. Besonders penetrant sei das ständige „Tackern“ des Hydraulikmeißels. Zwar sei dieser zwischenzeitlich durch ein modernes und leiseres Gerät ersetzt worden, dann aber wieder vermehrt der alte und wesentlich lautere Meißel zum Einsatz gekommen.

Mit Fotos dokumentierte die Bürgerinitiative weitere Probleme durch den Steinbruch. Neben Lärm und Erschütterungen sei die oftmals verdreckte Straße ein Ärgernis. Für zu viel Staub seien auch die fotografisch festgehaltenen Halden verantwortlich. „Mehrere große Freilager stauben vor sich hin, sind aber nie beantragt und daher auch nicht genehmigt worden“, erklärte Clauser.

Einige Mitglieder der Bürgerinitiative kündigten an, in Zukunft nicht nur als Verein „Rettet das Münsterländchen“, sondern auch als Einzelpersonen Beschwerden an das Umweltamt der Städteregion zu richten, um stärker auf nicht eingehaltene Nebenbestimmungen, Lärm, Erschütterungen und Staub hinzuweisen.

Bestandteil der Jahreshauptversammlung waren auch die turnusmäßigen Teilneuwahlen, bei denen Steffi Grümmer als 2. Vorsitzende und Ina Giesen-Peters als Pressewartin bestätigt wurden. Christa Weins bleibt Beisitzerin und mit Bernd-Erich Blees hat die BI jetzt einen neuen Beisitzer. Als Kassenprüferin wurde Ilse Hüls bestimmt, und alle Wahlgänge erfolgten einstimmig.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert