Bürger am Jordansberg klagen über ihr „Schattendasein”

Von: Tom Lammertz
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„Im, Herbst, wenn die Blätte
„Im, Herbst, wenn die Blätter fallen und alle Straßen in Stolberg trocken sind, ist der Jordansberg nass”, klagen die Anwohner und fordern zum wiederholten Male die Abholzung des Baumbestands. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. „Sonnenfinsternis auf dem Jordansberg” ist der Tagesordnungspunkt des Beschwerdeausschusses überschrieben. Am 13. Oktober werden sich die Politiker mit einem eher ungewöhnlichen Ansinnen befassen müssen - aber nicht, ohne von der Verwaltung schon in aller Deutlich- und Ausführlichkeit auf die Unmöglichkeit einer Änderung aufmerksam gemacht worden zu sein.

Knapp 30 Anlieger zwischen Jordansberg 15 und 35 beschweren sich darüber, dass sie in den Herbst- und Wintermonaten „ein Schattendasein” führen müssten. Zwischen Von-Werner-Straße und Rotsch gibt es - bis auf eine Ausnahme - nur auf der rechten Straßenseite Häuser. Auf der linken Seite befindet sich gegen Süden ein hoher Abraumberg, auf dem über 70 Jahre prächtige Bäume gewachsen sind.

„Im, Herbst, wenn die Blätter fallen und alle Straßen in Stolberg trocken sind, ist der Jordansberg nass”, klagen die Beschwerdeführer. Und neben der dadurch gegebenen Unfallgefahr führen die Anwohner auch Gebäudeschäden, Gesundheitsbeeinträchtigungen und Nutzungseinschränkungen für Solaranlagen und damit unnötig hohe Energiekosten als Argumente für eine Abholzung des Baumbestands auf dem städtischen Grundstück an. Doch immer wieder hören die Anwohner die gleichen Gründe, warum ihr Ansinnen abgelehnt werden müsse.

Da heißt es zunächst, Ursache für den Schatten seien nicht die Hangpflanzen; diese stünden selbst zum Großteil im Schatten des Bergs. Um auch die tieferstehende Sonne durchzulassen, müssten sogar Bäume hinter der Böschungskrone gekappt werden. Die Bepflanzung sei aber zur Böschungssicherung erfolgt und dafür nach wie vor erforderlich, da sonst Bodenerosionen und Sickerwässer die Folge sein könnten. Geröllmuren könnten sogar die Bereiche Von-Werner und Europastraße gefährden.

Abholzen und bodennahe Neupflanzungen würden einen personellen Aufwand bedeuten, den die Stadt sich finanziell nicht leisten könne. Und das stehe auch in krassem Missverhältnis zu dem erwarteten Energiesparpotenzial.

Die „gravierenden Nutzungseinschränkungen”, die nötig seien, um die Beschwerde rechtlich durchzusetzen, seien nicht vorhanden. Dagegen sei der Bewuchs des Jordansbergs stadtbild- und landschaftsprägend: „Annähernd der gesamte Bergrücken in Süd- bis Nordrichtung, vom Bereich der Finkensiefstraße bis weit in das Gebiet von Camp Astrid ist mit Laubbäumen, unter anderem mit Pappeln, bewaldet und rahmt optisch somit das Kernstadtgebiet ein.” Außerdem bilde der Bewuchs einen Sichtschutz zur Bebauung auf der Rotsch, und die Gehölze beeinflussten maßgeblich Mikro- und Makroklima und bänden in großem Maße Feinstaub und schädliche Gase.

Andernorts gleiche Probleme

Würde die Beschwerde berücksichtigt werden, bedeute das, so Fachbereichsleiter Bernd Kistermann, dass „sehr viele andere Bürger benachteiligt oder ungleich behandelt” würden, da derartige Beeinträchtigungen durch städtische Bäume andernorts ebenfalls vorhanden seien. „Hier ist das Allgemeinwohl über das der Beschwerdeführer zu setzen.” Schließlich komme die Stadt durch regelmäßige Kontrollen und die Erledigung erforderlicher Arbeiten ihrer Verkehrssicherungspflicht nach.
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