Buchvorstellung: Über das Trauma des Krieges

Von: Toni Dörflinger
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Eine spannende und tragische Geschichte, auf 80 Seiten erzählt: Das Buch „Der Niedergang des Rod U.” vom Stolberger Autor Holger Vanicek handelt vom jugoslawischen Bürgerkrieg. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Der Krieg hat Rod und Ankica in ein Trauma gestürzt. Die Geschwister haben nicht nur ihre Eltern verloren, sondern auch selbst Schreckliches erlebt. So hat Rod zusehen müssen, wie man sein auf einem Hügel gelegenes Spielgelände in ein Konzentrationslager verwandelt hat.

Auch wenn der Krieg längst der Vergangenheit angehört, hat Rod noch immer die in Baracken zusammen gepferchten Menschen vor Augen und hört im Unterbewusstsein ihre qualvollen Schreie. Schließlich wird auf dem Hügel ein Massengrab aufgedeckt. Diese spannende und zugleich tragische Geschichte hat, unter dem Pseudonym Sebastian Ybbs, der seit 1991 im belgischen Plombières lebende Holger Vanicek geschrieben.

Das unter dem Titel „Der Niedergang des Rod U.” im Wiener Novum-Verlag erschienene 80-seitige Buch ist ein Erstlingswerk. Der gebürtige Aachener Vanicek, der als Achtjähriger im Stolberger Stadtteil Dorff ansässig wurde, fühlt sich nach eigenen Worten nach wie vor als Dorffer.

Vanicek, der in Plombières ein Atelier für Bildhauerei besitzt, hat im Jahr 2003, anlässlich des Dorffer Ortsjubiläums, die auf dem Lindenplatz stehende Kalksteinstele geschaffen. Sein schriftstellerisches Talent wurde öffentlich, als der Bildhauer Mitte der 80er Jahre an einer Reise teilnahm, die eine Gruppe Kupferstädter Künstler nach Ungarn führte. Die Ungarn-Erlebnisse hatte Vanicek einst tagebuchartig niedergeschrieben und in einer begrenzten Auflage im Freundeskreis veröffentlicht.

Dass er den jugoslawischen Bürgerkrieg als Vorbild für sein Buchprojekt genommen hat, sei mehr oder weniger zufällig, versichert der Künstler, den die Anfang der 90er Jahre auf dem Balkan stattgefundenen katastrophalen Ereignisse emotional stark beschäftigt haben.

„Die Story steht stellvertretend für viele ähnliche bewaffnete Konflikte und könnte ohne weiteres auch in einem anderen europäischen Land stattgefunden haben”, sagt der Autor, der Ende der 80er Jahre die Grünen im Stadtrat vertrat und 2004 an einer auf der Burg gezeigten Gemeinschafftsausstellung teilnahm.´
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